Bilanz nach 35 Jahren
Friesachs Bürgermeister Kronlechner blickt zurück

Josef Kronlechner verabschiedet sich im Herbst aus der Gemeindepolitik. Er kann auf zahlreiche abgeschlossene Projekte und Herausforderungen zurückblicken.  | Foto: MeinBezirk.at/Astrid Siebert
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Seit 1991 Jahren ist Josef Kronlechner (SPÖ) in der Gemeindepolitik tätig. Erst im Gemeinderat, danach 12 Jahre Vizebürgermeister und nun 18 Jahre Bürgermeister - eine imposante Bilanz.

FRIESACH. Josef Kronlechner kann nicht nur auf die Jahre, sondern auch auf zahlreiche Errungenschaften für die Stadtgemeinde in seiner Amtszeit zurückblicken. Einen sehr hohen Stellenwert hat der Ausbau des Hochwasserschutzs für die Burgenstadt und damit einhergehend wurde die Stadt auch vermurungssicher gemacht. Die Erdrutsche aus dem Ortsteil Dörfl gehören durch Umbaumaßnahmen der Vergangen heit an.

Bestehendes nutzen 

"Ich erinnere mich gerne an die Eröffnung der neuen Volksschule", blickt Kronlechner zurück, "da ist uns wirklich ein tolles Projekt gelungen." Und das alte Gebäude blieb nicht lange leer, die Caritas ist dort dem betreubaren Wohnen ansässig geworden. Alte Gebäude weiter zu nutzen war dem Stadtoberhaupt immer ein großes Anliegen. Der in die Jahre gekommene Bauhof muss zwar abgetragen werden, aber an derselben Stelle wird ein neuer moderner Bauhof entstehen. Daran angeschlossen wird das neue Rüsthaus der Freiwilligen Feuerwehr. "Dieses Projekt wollen wir schon seit vielen Jahren umsetzen, es ist dringend notwendig," so Kronlechner, "nun wurde alles beschlossen und die rund fünf Millionen Euro werden gut investiert." 

Einer von vielen Meilensteinen: Mit dem symbolischen Spatenstich startete am 7. Oktober 2025 das größte Bauprojekt in der Geschichte des Krankenhauses des Deutschen Ordens (DOKH) Friesach. | Foto: Wolfgang Jannach
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Übergabe noch im Herbst

Was Kronlechner auch noch unbedingt abschließen möchte, bevor er sein Amt vorzeitig im Herbst an seinen Nachfolger oder seine Nachfolgerin übergeben wird, ist die Beendigung der Sanierung der Stadtgrabenmauer. "Dieses Projekt war und ist mit ein persönliches Anliegen", erklärt er, "insgesamt wurden rund 2,2 Millionen Euro investiert und ich freue mich sehr, dass bald alle Steine fertig verlegt sind." In den Ausbau des Glasfasernetzes wurden 12 Millionen Euro investiert, auch dank einer großzügigen Unterstützung des Landes Kärnten.

Finanziell harte Zeiten

Der Stadtgemeinde ist es aber nicht immer so gut gegangen. "Ein ausgewogenes Budget war mir immer wichtig", so Kronlechner, "leider ist uns das in den letzten zwei Jahren nicht gelungen." Hier spart er nicht mit Kritik: "Der Abgang ist zum Großteil den Ausgaben für den freien Kindergarten des Landes Kärnten geschuldet." Aber auch schon viel früher, ab dem Jahr 2010 gab es eine große Herausforderung für die Finanzen der Stadtgemeinde. "Die Finanzkrise hat uns wirklich hart getroffen", erinnert sich der Bürgermeister, "die Sorgen und Ängste, wie wir die Finanzen stemmen können haben mit und unserem Finanzverwalter schlaflose Nächte beschert." Das war für Kronlechner die größte Herausforderung seiner Amtszeit. 

Ein Blick auf die Stadtgemeinde Friesach. Arbeitsplatz für zahlreiche Menschen. | Foto: Stadtgemeinde Friesach
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Zahlreiche Projekte abgeschlossen

Es hat auch sehr viele positive Projekte und Abschlüsse gegeben. Mit dem Friesacher Burgbau ist ein nachhaltiges Projekt gelungen, leistbares Wohnen konnte umgesetzt werden (Anm. 12 von 24 Wohnungen mit einer Miete von 350 Euro konnten schon bezogen werden), zahlreiche Straßen und Wege konnten saniert werden und aus dem ehemaligen Freibad wurde ein Naturbadeteich mit großzügiger Sportanlage. Obwohl für das Stadtoberhaupt bei letzterem etwas Wehmut mitschwingt: "Das war in der Zeit der Finanzkrise und wir konnten uns keine Sanierung des Freibades leisten. So gab es nur zwei Möglichkeiten - zusperren oder kostengünstig einen Naturbadeteich errichten lassen. Leider ist diese Variante bei der Bevölkerung nicht so gut angekommen, das tut mir im Nachhinein schon sehr leid."

Der Burgbau zu Friesach in eines der Aushängeschilder der vergangenen Jahrzehnte. | Foto: Erlebnis Burgbau Friesach
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Zeit für die Familie

Der gelernte Elektroinstallateur kann mit gutem Gewissen auf seine Amtszeit zurückblicken und beruhigt den Ruhestand genießen. "Nach meiner beruflichen und politischen Karriere freue ich mich darauf wieder mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen, endlich wieder lange und gemütliche Bergwanderungen zu machen und Reisen mit meiner Frau zu unternehmen", freut er sich auf die Zeit nach dem Bürgermeisteramt. Langeweile wird für ihn bestimmt keine aufkommen, ist er doch immer noch als Obmann des Vereins EC 13 St. Salvator ehrenamtlich tätig und gerne bereit interessierte Personen durch das geschichtsträchtige Friesach zu führen. "Unsere Stadt gibt so viel an Geschichte und Geschichten her. Besonders freut es mich, dass die ehemalige Dominikanerkirche trotz Verkaufs an einen privaten Investor wieder zurück im Besitz der Kirche ist und den Bewohnern und Besuchern unserer wunderschönen Stadt zur Verfügung steht", so Kronlechner abschließend.

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