Eberstein
Selbstbedienung als Zukunftsmodell für Nahversorger am Land?
- Täglich (bis auf Sonntag) geöffnet bis 20 Uhr im Selbstbedienungsmodus.
- Foto: googlemaps
- hochgeladen von Katja Pagitz
Seit einigen Monaten setzt der Adeg-Markt in Eberstein auf ein neues Konzept: Einkaufen ist dank Selbstbedienung täglich bis 20 Uhr möglich. MeinBezirk hat nachgefragt – und erste Erfahrungen zeigen: Das Angebot wird von der Bevölkerung gut angenommen.
EBERSTEIN. Als im April die neue Selbstbedienungsvariante beim Adeg-Markt in Eberstein vorgestellt wurde, war die Hoffnung groß: Mit längeren Öffnungszeiten und mehr Flexibilität sollte der Nahversorger im Ort gestärkt und langfristig abgesichert werden. Nun zeigt sich nach den ersten Monaten: Das Konzept kommt bei der Bevölkerung an.
„Schnell und unkompliziert“
„Man merkt, dass mehr Umsatz gemacht wird. Die Menschen nehmen das Angebot auf jeden Fall an“, zieht Ilmar Tessmann, Obmann des Vereins Lebenswertes Eberstein, eine erste, vorsichtig positive Zwischenbilanz. "Wenn am Samstag, an Feiertagen oder vor allem dienstags und donnerstags, wenn das Geschäft nachmittags geschlossen ist, zu Hause noch etwas fehlt, können die Ebersteiner schnell und unkompliziert ins Geschäft gehen“, so Tessmann.
Zukunftsmodell für kleine Orte?
Ob die neue Öffnungsvariante den Standort tatsächlich langfristig sichern kann, lasse sich laut Tessmann aber erst zu einem späteren Zeitpunkt beurteilen: „Das wird man wahrscheinlich erst Ende des Jahres genauer sagen können“, erklärt er. Entscheidend sei, dass die Bevölkerung das Angebot weiterhin nutzt. Für Tessmann steht jedoch bereits fest: „Selbstbedienungsmodelle könnten gerade für kleinere Orte eine wichtige Rolle spielen. Es ist definitiv Zukunftsmusik“, betont er. Derartige Konzepte könnten helfen, Nahversorger in Orten zu erhalten, in denen klassische Öffnungszeiten mit Personal kaum noch wirtschaftlich darstellbar sind.
Ein Stück Lebensqualität
Auch österreichweit werden sogenannte Hybridmärkte – also Geschäfte, die teilweise mit Personal und teilweise als Selbstbedienung betrieben werden – zunehmend als Möglichkeit gesehen, die Nahversorgung im ländlichen Raum zu sichern.
„Wenn die Menschen dieses Angebot nutzen, leisten sie auch einen Beitrag dazu, dass die Nahversorgung und damit ein Stück Lebensqualität im Ort erhalten bleiben.“
"Selbstbedienungsmodelle könnten gerade für kleinere Orte eine wichtige Rolle spielen. Es ist definitiv Zukunftsmusik."
Ilmar Tessmann
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