Mehr als 700 Austritte in Steyr & Steyr-Land
„Kirche aus ihrer Strenge holen“

„Kontaktlosigkeit“, Ärger um zu zahlenden Kirchenbeitrag oder „unangenehme Geschichten“ können Gründe sein.

STEYR & STEYR-LAND. 58.378 Menschen verließen in Österreich im letzten Jahr die katholische Kirche. Dies bedeutet eine Steigerung von 8,7 Prozent zum Vorjahr. Dem gegenüber stehen lediglich 5.133 Personen, die in die Kirche eingetreten sind. In Steyr-Stadt kehrten im Jahr 2018 325 Menschen der katholischen Kirche den Rücken zu, in Steyr-Land waren es im selben Zeitraum 382 Personen. In die Kirche eingetreten sind im Einzugsgebiet der Steyrer Kirchenbeitragsstelle im Jahr 2018 insgesamt 73 Personen.

Wer sich hier ein bisschen hineinliest, ist verärgert.“

„Hinter einem Austritt steht meist einer von zwei Hauptgründen: Einerseits, weil man selbst kontaktlos zur Kirche geworden ist. Andererseits gibt es leider immer wieder Nachrichten, die nicht so erfreulich sind, und die sind dann der Auslöser“, weiß Pfarrer Josef Essl von der Pfarre am Resthof. Der Pfarrer spricht damit „unangenehme Geschichten, wie Missbrauchsfälle“ an: „Wer sich hier ein bisschen hineinliest, ist verärgert.“ Viele hätten sich schon lange von der Kirche entfernt. Kommt der Kirchenbeitrag ins Haus geflattert, könne auch dies ein Anlass für den Austritt sein. In der Pfarre am Resthof werde vor allem Wert auf eine „offene Gemeinde“ gelegt: „Wir stellen keine Fragen, ob jemand zusammenlebt oder nicht. Wie jemand ist, und wie er zu kommt, so ist‘s recht“, so der Pfarrer. Er ist der Meinung, dass manche Änderungen in der Kirche Menschen wieder zurück zum Glauben bringen könnten: „Gewisse Veränderungen scheinen mir wichtig, um die Kirche aus ihrer Strenge zu holen“, betont Essl.

Strukturmodell präsentiert

Im Jänner präsentierte die katholische Kirche ein neues Strukturmodell, das zeitgemäßere, territoriale Strukturen aufweisen soll. Ziel sei es, die qualitätsvolle Seelsorge im Ort weiterhin zu gewährleisten und gleichzeitig das Miteinander haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiter zu stärken und sie in der Verwaltung zu entlasten. Bischof Manfred Scheuer betont: „Es geht um eine Diskussionsgrundlage. Fertige Lösungen gibt es nicht, weil Leben und Glauben anders funktionieren.“ Bis Juli wird der Entwurf bei 70 Treffen besprochen. Ein Beschluss könnte Ende des Jahres fallen. Weitere Details dazu lesen Sie hier.

„Junge“ Veranstaltungen

Am Dekanat Weyer setzt man Schwerpunkte für Junge: Das Projekt „Kern Forschen" gastiert von 18. bis 23. März und besteht aus einzelnen Stationen, die dazu anregen, sich mit sich selbst, dem Leben und Gott zu befassen. Die Stationen werden im Pfarrzentrum in Weyer aufgebaut und vom Dekanat vor Ort betreut. Mehr als 15 Jugendgruppen und Schulklassen haben sich bereits angemeldet.

Mehr zum Thema

• In Österreich gehören 5,05 Millionen Menschen der katholischen Kirche an. Mit Jahresbeginn waren es 16.215 Katholiken in Steyr-Stadt und 45.036 in Steyr-Land.

• Wer austreten will, gibt dies auf der Bezirkshauptmannschaft bekannt. Die Pfarre wird informiert. Der Austretende bekommt einen Brief vom Bischof, sich den Schritt nochmal zu überlegen. Erfolgt innerhalb von drei bis vier Wochen keine Rückmeldung, nimmt die Pfarre Kontakt auf, um die Gründe abzuklären. Es besteht die Möglichkeit, den Schritt rückgängig zu machen.

• Eintreten kann man nach Gesprächen in der Pfarre oder bei einem Seelsorger. Vor dem Seelsorger und zwei Zeugen kann so etwa in kleinem Kreise das Glaubensbekenntnis abgelegt und unterschrieben werden. Es folgt die Meldung an die Diözese.
Alle weiteren Infos dazu auf www.dioezese-linz.at

Autor:

Lisa-Maria Auer aus Steyr & Steyr Land

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