Gedenkfeier
Mauthausen Komitee Steyr: Gedenkfeier beim Italiener-Denkmal 2020

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Das Coronavirus legt Staaten lahm, führt zu Ausgangsbeschränkungen und sorgt für große Verunsicherung in weiten Teilen der Bevölkerung. Mittendrin befindet sich auch Gedenk und Befreiungsfeiern des Mauthausen Komitee Steyr

STEYR. Mit fünf Autobussen wollten die Italiener heuer zur Gedenkfeier beim Italiener-Denkmal in Steyr kommen. Seit 2007 sind sie jedes Jahr mit einer großen Delegation – meist 200 Personen nach Steyr gekommen, um ihrer Angehörigen zu gedenken.

Heuer war es leider nicht möglich. In all den Jahren hat sich eine persönliche Freundschaft entwickelt. Das Mauthausen Komitee Steyr traf sich am Samstag, 09. Mai 2020 um 12.00 Uhr, also genau zur Uhrzeit der alljährlichen Gedenkfeier zu einer symbolischen Kranzniederlegung ab.

Der Vorsitzende des Komitees Karl Ramsmaier hielt eine kurze Gedenkrede und legte stellvertretend für die Italiener ein Blumenbukett nieder. Wir geben hier die Rede wieder.

„Leider können wir uns heuer nicht persönlich treffen. Die dramatischen Entwicklungen um das Corona-Virus lässt es heuer nicht zu. Die Gesundheit von uns allen steht im Vordergrund. Wir hoffen sehr, dass es euch gut geht und dass ihr alle gesund seid.

Ein gefährlicher Virus hält die Welt in Atem, ein Virus der viele krank macht und nicht wenigen auch das Leben kostet. All unsere Kräfte sind nun auf die Bekämpfung dieses Virus gerichtet. Wir werden noch viele Anstrengungen unternehmen müssen und Geduld brauchen, um das zu schaffen.

Vergessen dürfen wir bei all dem nicht, dass es auch noch andere Viren gibt, die uns gefährlich werden können und immer wieder auch Opfer kosten. Den Virus des Nationalismus, den Virus des Rassismus, den Virus des Antisemitismus, den Virus des Rechtsextremismus und den Virus des Autoritären. In Ungarn hat Viktor Orban die Chance genützt um das Parlament auszuschalten.

Erinnern hilft diese Viren in ihrer Gefährlichkeit zu erkennen.
Erinnern hilft den Mut bei der Bekämpfung dieser Viren nicht zu verlieren.
Erinnern hilft die Menschenwürde und Demokratie zu bewahren.

Der Corona-Virus hat problemlos alle Grenzen überschritten. Für uns muss die Menschlich-keit alle Grenzen überschreiten. Statt des Corona-Virus sollen wir von der Menschlichkeit angesteckt werden, von der Menschlichkeit, die keine Grenzen kennt.

Wir denken heute an Guido Valota und Pericle Cima, die auf einem Todesmarsch am 5.oder 6.April 1945 in Steyr auf der Brücke über die Enns getötet wurden.

Wir denken heute an Cesare Lorenzi. Er war in Mauthausen, Auschwitz, im Nebenlager der Saurer-Werke in Wien und im KZ Steyr-Münichholz inhaftiert. 14 Tage nach der Befreiung am 5.Mai 1945 ist er an den Folgen der KZ-Haft gestorben.

Wir denken heute an die 60 italienischen Zwangsarbeiter, die 1944 bei einem Bombenangriff in einer Fabrikshalle der Steyr-Werke ums Leben kamen.

Sie bleiben uns Vorbild im Kampf für Menschlichkeit, Freiheit und Demokratie.
Wir ehren sie heute durch unser Erinnern und mit Blumen.
Ihr könnt nicht persönlich da sein, aber wir wissen, dass Ihr in Gedanken bei uns seid.

Da Ihr nicht da sein könnt’ legen wir stellvertretend für Euch ein Blumenbukett nieder.
Beste Grüße aus Steyr und alles, alles Gute.

Wir freuen uns sehr, Euch nächstes Jahr wieder hier in Steyr begrüßen zu dürfen.

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