Steyrer Westspange: Wer Straßen sät - wird Verkehr ernten

Von Jahr zu Jahr steigt der Autoverkehr in Steyr an. Lt. OÖ Verkehrserhebung in den letzten 10 Jahren von 55% auf 62%. Ein Naturgesetz? Und dafür müssen eben die Straßen gebaut werden!?

Nun, dies war die Denkweise der 60er und 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts. In Steyr ist sie leider noch immer vorherrschend. Ausbau Taborknoten, Westspange, neue Parkgarage mit zusätzlichen Parkplätzen im Stadtzentrum – es wird fleißig weiter gebaut an der Maschine zur Produktion von Autoverkehr. „Wer Straßen baut – wird Verkehr ernten!“ Das ist Steyrer Realität.

Verkehrsentwicklung ist gestaltbar.

Dass die Entwicklung auch umgekehrt möglich ist, zeigen zahlreiche Beispiele. Die Stadt Feldkirch, von der Größe mit Steyr vergleichbar, hat beispielsweise in den letzten 10 Jahren den Autoverkehr von 48% auf 37% reduziert. Dies geschah durch massiven Ausbau der Infrastruktur für den Radverkehr, bessere Angebote im Öffentlichen Verkehr und Mobilitätsmanagement zur Bewusstseinsbildung. Aber auch in Oberösterreich konnte selbst in einer kleinen Marktgemeinde wie Ottensheim unter einer Bürgerlisten-Bürgermeisterin durch zahlreiche Mobilitätsmanagement-Maßnahmen der oberösterreichweite Trend der steigenden Autonutzung gestoppt werden.

Zukunftsfähiges Steyr?

Zukunftsfähigkeit heißt: Ressourcen schonen, Co2- und Schadstoffausstoß vermindern, Bodenversiegelung verringern. EUweit soll bis 2050 der CO2-Ausstoß im Kfz-Verkehr um 60% reduziert werden. Doch Steyr fährt weiter mit Vollgas gegen die Wand. Z.B. in Form von Hochwasser werden wir es zu spüren bekommen. Doch in Steyr heißt Zukunftsfähigkeit: Westspange für mehr Autoverkehr und dazu noch ein neu geplanter Ennssteg zur Steyrer Innenstadt, der für RadlerInnen nicht nutzbar sein wird, da zu schmal.

Autor:

Peter Czermak aus Steyr & Steyr Land

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