Heimisches Schnitzel in Gefahr

Peter Knapp (re.), ein gebürtiger Tiroler, mit Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger (2. v. links) und Schweine-Zuchtverbandsobmann Georg Gstöttenbauer (2. v. re.) sowie einem Eberzüchter.	Foto: SZV
  • Peter Knapp (re.), ein gebürtiger Tiroler, mit Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger (2. v. links) und Schweine-Zuchtverbandsobmann Georg Gstöttenbauer (2. v. re.) sowie einem Eberzüchter. Foto: SZV
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Die Diskussion um die Haltung von Zuchtschweinen in Ferkelboxen ist auf Bundesebene ausgefochten. Die BezirksRundschau sprach mit Peter Knapp vom OÖ. Schweinezuchtverband.

BEZIRK. Eine Änderung des Tierschutzgesetzes hätte für viele Schweinebauern das Aus bedeutet. 2004 wurde beschlossen, dass bis 2013 alle Kastenstände ohne Auslauf abgeschafft werden müssen. Für den Umbau mussten die Bauern tief in die Tasche greifen. Bei der Abschaffung des Ferkelschutzkorbs wären viele Bauern gezwungen gewesen, in kurzer Zeit noch einmal umzubauen – Investitionen, die sich keiner leisten könnte.
Peter Knapp, ein Rohrer, erklärt: „Ein Drittel der österreichischen Schweineproduktion kommt aus Oberösterreich. Was bei einer sofortigen Abschaffung des Ferkelschutzkorbs auf unseren Tellern gelandet wäre, wäre billiges, mit niedrigen Umwelt- und Tierschutzstandards produziertes Fleisch aus dem Ausland gewesen“. Die Konsumenten hingegen wollen Schweinefleisch aus der Region. „Es wäre grob fahrlässig, wenn wir uns selber durch überzogene Forderungen aus dem Markt schießen“, betont der Geschäftsführer des Schweinezuchtverbands und der Besamung in Oberösterreich.
„Ferkelschutzkörbe bewahren Ferkel vor dem Erdrücktwerden durch die Muttersau. Dem Landwirt bieten sie Schutz vor aggressiven Muttertieren. „An der Entwicklung einer optimalen Abferkelbucht wird intensiv gearbeitet, denn eine praktikable Lösung gibt es bis dato nicht“, sagt Peter Knapp.
Schweinezuchtverband und Besamung OÖ. vermarkten rund 18.000 Jungsauen und 600 Eber jährlich. Zuchteber aus OÖ werden nach Spanien, Russland und in viele andere Länder exportiert. Peter Knapp bezeichnet sein Ressort als die Entwicklungsabteilung der Schweineproduktion.
Bezirksbäuerin Traudi Huemer, ebenfalls aus Rohr, erklärt zur Thematik: „Für uns Bauern ist mit diesem Verhandlungsergebnis ein enormer Druck abgefallen. Viele Betriebe stehen noch in der Umbauphase der letzten Tierschutzverordnung. Die vier Wochen im Ferkelschutzkorb sind für Muttersauen tragbar. Und wir können beides garantieren: Tierschutz und Menschenschutz, das heißt gute Arbeitsbedingungen. „Ansonsten wird es in Zukunft keine Bauern mehr geben, die sich um das bemühen, was wir alle brauchen: Das Lebensmittel Fleisch.“

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