Trins/Telfes
Frischer Schwung für altes Handwerk

Die Teilnehmerinnen des Ranzenstickkurses in Telfes rund um Leiter Armin Rumer aus Trins: Vorne sitzend v.l. Lisa Permoser und Elisabeth Bucher, hinten stehend v.l. Birgit Mair, Marlies Permoser, Martina Gleirscher und Melanie Hammer – nicht im Bild: Michaela Mair
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  • Die Teilnehmerinnen des Ranzenstickkurses in Telfes rund um Leiter Armin Rumer aus Trins: Vorne sitzend v.l. Lisa Permoser und Elisabeth Bucher, hinten stehend v.l. Birgit Mair, Marlies Permoser, Martina Gleirscher und Melanie Hammer – nicht im Bild: Michaela Mair
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Tamara Kainz

TRINS.Die Passion von Armin Rumer ist die Federkielstickerei. Er veredelt in kunstvoller Handarbeit lederne Geldtaschen, Handtaschen und andere Lederwaren wie Ranzen.

Altes (Bauern-)Handwerk ist leider nach wie vor im Aussterben begriffen. So auch die Federkielstickerei. Armin Rumer aus Trins wirkt diesem Negativtrend aktiv entgegen. In feinster Handarbeit verziert er diverse Lederwaren und macht diese so zu echten Hinguckern. Besonders gefragt sind die von ihm gestalteten Ranzen, denn ein solcher darf im Schrank eines traditionsbewussten Tirolers natürlich nicht fehlen.

Nur Unikate

Dabei ist der 51-Jährige nicht "erblich vorbelastet": "Vor zig Jahren, als ich noch bei der Musikkapelle gespielt habe, habe ich einmal einen Ranzenstickkurs absolviert und bin auf den Geschmack gekommen. Dann kam eines zum andern", erzählt er. Neben seinem Hauptberuf als Postangestellter begann er Anfang der 1990er, zuhause seine eigene Stickerei einzurichten. Dort werden bis heute mit viel Liebe zum Detail Taschen, Gürtel, Hosenträger und eben auch Ranzen gefertigt. "Ich arbeite nur auf Bestellung", stellt Rumer klar. Die Auftragslage sei unterschiedlich merkt er an – obwohl es in Tirol nur noch rund eine Handvoll Vertreter seiner Zunft gibt. Das mag vielleicht mit daran liegen, dass so ein Ranzensticker einiges können muss. Auch Rumer hat Jahre gebraucht, bis er sich das nötige Wissen angeeignet hatte. Immerhin führt der Trinser vom Leder einfärben bis zum Besticken alle Arbeitsschritte selbst aus. Naja, fast, denn Gattin Irmgard übernimmt die Näharbeiten: "Ohne meine Frau ginge sowieso nichts", betont der 51-Jährige.

Breit aufgestellt

Er selbst ist mittlerweile ein absoluter Profi auf seinem Gebiet. Rumer zeichnet nicht nur sein perfektes Händchen aus, er bildet sich auch laufend fort: "Mein neues Projekt werden zinngenietete Ranzen. Diese Technik ist noch älter als die Federkielstickerei. Da werde ich dann pro Ranzen bis zu 15.000 kleine Zinnstifte gießen und verarbeiten. Noch bin ich aber nicht so weit, ich muss erst noch ein bisschen forschen." Und noch eine Spezialität hat der Trinser aufzuweisen: Er punziert so schön, wie kaum ein anderer. Unter Punzieren versteht man das Anbringen von 3D-Bildern auf Leder. Anders punziert werden Gürtelschnallen aus Messing – wobei Rumer diese natürlich auch selbst produziert.

Dutzende Arbeitsstunden

Zwischen alledem hat sich der Wipptaler jetzt auch noch die Zeit genommen, im Stubai einen Ranzenstickkurs zu geben: "Das ist aber eine Ausnahme. Die Damen aus Telfes haben einfach nicht aufgegeben", lacht der Meister. An die fünfzig bis hundert Stunden werden die Kursteilnehmerinnen benötigen, bis ihr ganz persönlicher Ranzen zum Anziehen bereit ist – bis die Initialien, Adler, Lyra, Blumen oder andere Motive und der Rand fein säuberlich eingestickt sind.

Eigene Technik

Verwendet werden dafür traditionsgemäß gespaltene Kielen von den Oberschwanzfedern des Pfaus. "Wie man sie am besten schneidet, verrate ich nicht. Das ist ein Berufsgeheimnis", so Rumer. Verraten hat er aber noch, dass die vorgezeichneten Bilder auf das Leder übertragen werden und man später mit der so genannten Ahle Löcher in das Rindsleder gestochen werden, um durch diese dann den Faden zu ziehen. "Ein bisschen Geschick brauchts schon, aber die Damen stellen sich gut an", resümiert Rumer. Dass so ein Ranzen mindestens ein Leben lang hält, versteht sich: "Außer natürlich, die Leute reiben damit zu viel am Bierpudel herum", lacht der Trinser abschließend.
www.stickerei-rumer.at
www.meinbezirk.at

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