Freiwilliges Jahr in der Arche
Jesus aus Spanien liebt das Wipptal

Jesus Tudela (l.) mit Gemeinschaftsleiterin Sidonie Tomaschitz und Klient Martin
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  • Jesus Tudela (l.) mit Gemeinschaftsleiterin Sidonie Tomaschitz und Klient Martin
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Freiwillige aus ganz Europa melden sich in der Arche Tirol mit ihren Häusern in St. Jodok und Steinach immer wieder zum Dienst.

ST. JODOK/STEINACH. Einer von ihnen ist Jesus Tudela aus Südspanien. Der 26-Jährige ist seit Anfang Oktober im Wipptal. Gemeinsam mit den Arche-Mitarbeitern begleitet er Menschen mit kognitiven und mehrfachen Behinderungen. Manche der Klienten wohnen in den Einrichtungen, andere kommen tagsüber. Von der Werkstatt bis in die Küche sind sie überall mit eingebunden.

"Ich liebe es hier!"

Genauso wie Jesus. Auch er selbst wohnt im Arche-Haus in St. Jodok und hilft dort und im Bischof Stecher Haus in Steinach mit, wo es einmal geht. Dass er sich im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps - einem zur Gänze von der EU finanzierten Programm - für genau dieses Freiwilligenprojekt entschieden hat, war definitiv richtig, erzählt er: "Ich liebe es!" Jesus gefällt vor allem die familiäre Atmosphäre in der Arche und dass die Klienten hier sehr individuell betreut werden. "Das wäre ohne Freiwillige wie Jesus und ohne Ehrenamtliche in der intensiven Form nicht möglich", hält Begleiter Gottfried Lamprecht dazu fest, dass man irgendwo auch auf die Unterstützung von "Freunden" angewiesen ist.

EU-Projekt macht's möglich

Ein Jahr wird Jesus im Wipptal bleiben. Für sein Engagement erhält er Kost, Logis und ein kleines Taschengeld: "Kaufen kann ich mir wegen des Lockdowns momentan eh fast nichts", lacht er. Aber ums Einkaufen geht es ihm sowieso weniger. Jesus hat in Spanien Sozialarbeit studiert, dort auch schon mit Menschen mit Behinderung gearbeitet und sammelt jetzt weitere wertvolle Erfahrungen auf dem Gebiet. Außerdem lernt er Tirol kennen - die Berge und der Schnee haben es ihm besonders angetan - und er kann seine Sprachkenntnisse aufbessern. Noch gehört Deutsch nicht zu den großen Stärken des jungen Spaniers. Aber er werde täglich besser, sagt er. Und wofür er noch nicht die richtigen Worte findet, dafür gäbe es ja Hände und Füße. Ja und wer weiß, vielleicht bleibt Jesus ja überhaupt im Wipptal - er wäre bei Weitem nicht der erste Freiwillige, der später in eine fixe Anstellung bei der Arche wechselt.

Zur Sache

Der Ursprung der Arche liegt in Frankreich. 1964 nahm Jean Vanier drei Menschen mit einer kognitiven Behinderung in Trosly - nördlich von Paris - ins erste Archehaus auf, um gemeinsam mit ihnen zu leben. Nach diesem Vorbild entstanden bald weitere Gemeinschaften in verschiedenen religiösen und kulturellen Umfeldern. Heute gibt es weltweit 150 Archegemeinschaften in über 30 Ländern auf allen Kontinenten der Erde.
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