Wipptal
Major Hauser schießt scharf: "Nein zu Gewehrschützinnen"

Bataillonsmarketenderin Laura Massani und Bataillonskommandant Paul Hauser sind derselben Meinung: "Manches sollte auch so bleiben dürfen, wie es ist!" | Foto: Kainz
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  • Bataillonsmarketenderin Laura Massani und Bataillonskommandant Paul Hauser sind derselben Meinung: "Manches sollte auch so bleiben dürfen, wie es ist!"
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Wipptals Bataillonskommandant Major Paul Hauser und Bataillonsmarketenderin Laura Massani finden, dass es keine Gewehrschützinnen braucht.

WIPPTAL/TIROL. Zwei Oberländer Mitgliedskompanien des Bundes der Tiroler Schützen haben Beschlüsse eingebracht, „Frauen als Gewehrschützinnen bei Ausrückungen zuzulassen“. Das Thema wird seither wieder heiß diskutiert. Major Paul Hauser gefällt der Vorstoss nicht. Der Matreier ist seit nahezu 60 Jahren Schütze. Seit 33 Jahren ist er Hauptmann der Schützenkompanie Matrei, seit knapp 30 Jahren Kassier in der Bundesleitung und seit 2017 Kommandant des Schützenbataillons Wipptal-Eisenstecken. "In all den Jahren haben wir in der Bundesleitung viele Prozesse durchgemacht, um uns zu modernisieren. Wir gehen mit der Zeit! Unser Leitmotiv Nr. 6 behandelt die 'Wertschätzung der Frauen im Tiroler Schützenwesen'. Das haben wir wirklich verankert. Frauen sind bei uns eine Institution. Wir schätzen sie in allen Belangen und Funktionen bis hin zur Obfrau", schickt Hauser voraus. Bataillonsmarketenderin Laura Massani aus Steinach kann das nur bestätigen: "Wir erfahren größte Wertschätzung. Man ist froh um uns und lässt uns das auch spüren."

"Politische Einmischung entbehrlich"

Der Idee von Gewehrschützinnen kann Hauser nichts abgewinnen. "Ich bin dagegen, dass Frauen mit der Waffe gehen. Meine Kollegen rundum sehen das ähnlich. Warum darf Tradition nicht Tradition bleiben?", fragt er und weiter: "Wo würde eine Änderung der Statuten hinführen? Haben wir bald männliche Marketender? Irgendwann sind wir ein Kasperlvererein." Was den Wipptaler Schützenchef besonders ärgert ist, dass sich die hohe Politik in die Debatten einmischt: "Das finde ich nicht richtig. Nur, weil wir wie alle Traditionsvereine Subventionen erhalten, ein Mitspracherecht einzufordern, ist für mich ein No-Go! Eine Politikerin aus einer Gruppierung, die vor Jahren 'Warum Waffen?' schrie, meinte gar, wir wären 'Ewiggestrige'. Das ist für mich eine dumme Aussage."

Massani leistet Schützenhilfe

"Es geht nicht nur um's Bild, sondern um die Tradition. Es gibt auch andere Traditionen und Bräuche, wo die Rollen klar verteilt sind", leistet Massani Schützenhilfe. Auch die 25-Jährige vertritt die Ansicht, man müsse nicht alles infrage stellen: "Wir Marketenderinnen marschieren vorne weg und sind somit das Aushängeschild der Kompanien. Es ist eine schöne Aufgabe. Im Wipptal kenne ich keine einzige Dame, die Ambitionen hätte, Gewehrträgerin zu werden."

Meinungsbildungsprozess steht an

So oder so wird der Bund der Tiroler Schützenkompanien nun einen Meinungsbildungsprozess einleiten. Damit soll eine Grundlage geschaffen werden, um in weiterer Folge in einem Entscheidungsprozess eine nachhaltige und basisdemokratische Beschlussfassung treffen zu können. Für unser Viertel findet dieser am 3. Oktober im Fritznerhof statt. Hauser steht dem Ergebnis offen gegenüber: "Wichtig wäre mir aber, dass wir uns keinem politischen Druck von außen beugen." Sein Stubaier Kollege, Bataillonskommandant Helmut Ranalter will den Prozess abwarten und sagt dazu nur: "Auf kurz oder lang wird es sowieso nicht aufzuhalten sein, dass Frauen Gewehrschützinnen werden. Früher oder später wird das kommen."

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