Stubaier Höhenweg
Rekord nach Hause ins Stubai geholt!

Sollte ihr Rekord wiederum unterboten werden, würden die Brüder sofort nochmal antreten!
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  • Sollte ihr Rekord wiederum unterboten werden, würden die Brüder sofort nochmal antreten!
  • Foto: e3MediaHouse/Yannik Lanzendorf
  • hochgeladen von Tamara Kainz

MIEDERS/STUBAI. Manuel und Armin Zorn aus Mieders haben kürzlich den gesamten Stubaier Höhenweg in nur 16 Stunden und 9 Minuten abgespult. Der normale Bergwanderer plant für diese Strecke rund acht Tagesetappen ein!

Die Vorgeschichte: Die Brüder aus Mieders zählen noch zur Kategorie Hobbysportler. "Noch" deshalb, weil Manuel (35) und Armin (30) durchaus regelmäßig an verschiedenen Wettkämpfen teilnehmen und dabei auch sehr erfolgreich sind. Insbesondere auf Bikes und auf Tourenskiern sind die beiden topfit. Mit dem Trailrunning hatten Manuel und Armin Zorn bis heuer aber keinerlei Erfahrung!

Von Null auf Vollgas

Erst als ihnen die Idee kam, den seit 2018 bestehenden Rekord am Stubaier Höhenweg zu knacken, fingen sie an, intensiv dafür zu trainieren. 16 Stunden und 50 Minuten lautete die mehr als ambitionierte Vorgabe von drei Nicht-Stubaiern. Das Vorhaben ist geglückt! Die Zorn-Brüder unterboten die bestehende Bestmarke (es war jedenfalls die schnellste bekannte Zeit – die "fastest known time", wie es in der Trailrunning-Sprache heißt) um 41 Minuten.

Nominierung für Trail-Award

Wie sich der lange und anstrengende Tag in der Stubaier Bergwelt gestaltete, schildert Armin im nachfolgenden Bericht. Wer nicht ganz so viel lesen möchte, den bitten die Jungs dennoch um seine Stimme, denn sie wurden für ihre Aktion nun auch in der Kategorie "Trailstory 2019" für den "Austria Trail Award 2019" nominiert. Noch bis 24. Oktober kann hier abgestimmt werden. Wer aber noch Lust zum Weiterlesen verspürt, bitteschön:

STUBAIER HÖHENWEG IN FASTEST KNOWN TIME – Bericht von Armin und Manuel Zorn

Frühling 2019. Wir beide beschließen das Projekt "Stubaier Höhenweg in neuer Rekordzeit." Also gut, das Bike wird in die Ecke gestellt. Die Startplätze für den Ötztaler Radmarathon werden an Freunde weitergegeben. Jetzt wird gelaufen!
Der Anfang war schwer, unsere Körper machten Probleme und wir merkten, dass das Radfahren einfach gelenkschonender ist. Doch die Zeit verging und unsere Körper liefen sich immer mehr ein bis uns das Laufen endlich auch richtig Spaß machte. Nach vielen Trainingsstunden und dem ein oder anderen Trailrunning-Rennen rückte unser Wunschtermin immer näher.


Die Vorbereitungen

Unseren ersten Termin Anfang September mussten wir wetterbedingt leider verschieben. Starker Schneefall am Gletscher mit teilweise bis zu 50 cm Neuschnee machte die Übergänge zwischen den Hütten unpassierbar. Zwei Wochen später sah die Welt dann zum Glück ganz anders aus. Der Wetterbericht für Samstag, den 21.9. war perfekt. Die Bedingungen am Höhenweg waren laut sicheren Quellen ideal und der Schnee komplett geschmolzen.
Am Freitag stand also noch die Verteilung unserer Verpflegung an die verschiedenen Betreuer am Programm. Wir checkten noch einmal die Ausrüstung und anschließend ging es früh ins Bett.


Der Tag X

Der Wecker klingelte um 2:00 Uhr morgens. Um 2:30 Uhr trafen wir uns mit der Film- und Foto- Crew vor dem Haus und dann ging es auch gleich mit dem Auto los nach Neustift-Neder. Die Sterne am Himmel verrieten eine klare und kühle Nacht. Um Punkt 2:57 Uhr machten wir uns schließlich auf den Weg, um unser Vorhaben in die Tat umzusetzen.
Die Beine fühlten sich von Beginn an super an. Tempo und Puls passten auch. Wir fühlten uns beide stark. Schon Wochen zuvor hatten war unser Plan, dass ich, Armin, das Tempo bergauf vorgebe und Manuel bergab. So ergänzten wir uns perfekt.
Bereits nach 1:40 h, 11 km und ca. 1.300 hm erreichten wir unser erstes Zwischenziel, die Innsbrucker Hütte. Vor uns lag eine lange, technische Passage zur Bremer Hütte und das in völliger Dunkelheit. Wir kamen aber besser als erwartet voran. Der Weg war zu unserer Verwunderung staubtrocken. Bei der Bremer Hütte waren wir nach 3:55 h, 21 km und 2.200 hm. Dort angekommen dämmerte es und die Stirnlampen konnten endlich weg. Am Simmingjöchl, nach 2.600 hm, erwartete uns ein wunderschöner, wolkenloser Sonnenaufgang.


Im Dauerlauf von Hütte zu Hütte

Weiter ging es mit dem ersten längeren und auch technischeren Abschnitt bergab zur Nürnberger Hütte. Auch unser drittes Zwischenziel erreichten wir nach 5:12 h früher, als gedacht. So zogen wir unser Tempo über das Niederl zur Sulzenau Hütte und von dort in Richtung Sulzenau-Ferner über das Peiljoch zur Dresdner Hütte durch. Hier wartete schon ein Teil unserer Familie mit der ersten Verpflegung auf uns.
Die Dresdner Hütte stellte für uns ungefähr die Hälfte der Strecke dar. Hier waren wir schon 7:14 h unterwegs und hatten bereits 37 km und 3.600 hm in den Beinen. Wir stärkten uns mit etwas Brot, füllten unsere Flaschen auf, steckten ein paar Gels ein und machten uns auf den Weg talauswärts.


Es wird zäh

Der Weg zur nächsten Hütte war dann schon recht zäh und zehrte erstmals wirklich an unseren Kräften. Am Grawagrubennieder stehend erblickten wir die Neue Regensburger Hütte. Der Abstieg über teils vereistes Gelände und danach über grobes Geröll forderter höchste Konzentration bevor der Pfad anschließend relativ flach zur Hütte führte. Dort wartete der nächste Teil unseres Betreuerteams. Die Uhr zeigte dort 10:07 h, 50 km und 4.500 hm an.
Mit dem Schrimmennieder wartete der letzte anspruchsvolle und steile Übergang auf uns. Danach wieder über grobes Geröll kräfteraubend hinunter zur Franz-Senn-Hütte wo wieder Freunde mit Verpflegung und motivierenden Worten auf uns warteten. Wir lagen super in der Zeit. Zum ersten Mal glaubten wir wirklich die Bestzeit vom Vorjahr knacken zu können.


Das Finale

Nun lag der längste Abschnitt zwischen zwei Hütten vor uns. Wir sahen zwar die nächste Hütte bereits, schien aber in unerreichbarer Ferne zu liegen. Egal, unser Ehrgeiz war größer und wir machten uns auf den Weg. Die Unterhaltungen wurden inzwischen immer spärlicher. Die Kräfte und das Tageslicht neigten sich dem Ende. Auf der Seducker Hochalm wurden wir noch einmal zu einer Dose Cola eingeladen. Das half uns auch noch einmal aus einem Loch und gab uns richtig Schub. Der Steig war zum Glück nun auch nicht mehr so technisch. Die Hütte rückte von Minute zu Minute näher.
Nach 15:10 h, 71 km und ca. 6.000 hm erreichten wir mit der Starkenburger Hütte die letzte Hütte des Stubaier Höhenweges. Jetzt versuchten wir noch einmal die letzten Kräfte für den steilen, direkten Abstieg ins Tal nach Neustift zu sammeln. Es musste sich einfach ausgehen!


Die Freude

Unten angekommen, galt es nur noch ca. zwei flache Kilometer bis zum Ziel zu bezwingen. Dort erwarteten uns zahlreiche Freunde, unsere Familien, Arbeitskollegen und zu unserer Überraschung ein riesiger Zielbogen.
Wir waren überglücklich und beendeten die technischen 81 km und 6.000 hm des Stubaier Höhenweges in 16 Stunden und neun Minuten. Die "Fastest Known Time" wurde geknackt und der Rekord wurde nach Hause ins Stubai geholt!


Dank

Wir bedanken uns bei allen, die uns bei diesem Vorhaben über das gesamte vergangene halbe Jahr unterstützt haben. Danke an Scott Sports Deutschland Österreich, die uns mit dem besten Material ausgestattet und vor allem an seine Mitarbeiter geglaubt haben, danke an den Tourismusverband Stubai und danke an unser gesamtes Betreuerteam auf der Strecke. Ohne die aufmunternden Worte hätten wir es ebenfalls nicht geschafft. Das größte Dankeschön gilt aber natürlich unseren Familien, die über die gesamte Vorbereitungszeit immer voll hinter uns standen. Ihr seid die Besten!
Unser Projekt wurde nun zusätzlich für den "Austria Trail Award 2019" in der Kategorie“Trailstory 2019” nominiert. Wir würden uns riesig freuen wenn ihr unter folgendem Link für uns voten könntet. https://www.sportalpen.com/austria-trail-award-voting.htm

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