Oper

Beiträge zum Thema Oper

Wie es bei angehenden Machtmännern so üblich ist, matchen sich Sachsenkönig Oswald (Florian Granzner) und Britenkönig Arthur (Tommy Fischnaller-Wachtler) nicht nur um die territoriale Vorherrschaft, sie begehren auch noch beide dieselbe Frau.  | Foto: Birgit Gufler
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Frei im Theater: König Arthur
Von Liebe, Krieg und Magie

Die jüngste spartenübergreifende Produktion des Tiroler Landestheaters – Purcells Semi-Oper "König Arthur" - verfolgt ein hochambitioniertes, intellektuell absolut schlüssiges Konzept, holt einen emotional aber nur bedingt ab. Trotzdem zeigt das Werk unmissverständlich auf, dass wir uns wider besseres Wissen offenbar ewig im Kreise drehen. Liebe, Krieg und Magie – das sind die bestimmenden Ingredienzien menschlicher Kulturproduktion, an denen wir uns schon seit Urzeiten abarbeiten. In der...

Bittersüßer Anfang vom Ende: Marschallin Susanne Langbein und Octavian Bernarda Klinar in der Eröffnungsszene der Richard-Strauss-Oper "Der Rosenkavalier", die aktuell am Tiroler Landestheater zu sehen ist.  | Foto: Birgit Gufler
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Frei im Theater: Der Rosenkavalier
Illusion und Gefühlstaumel

Hugo von Hofmannsthal hatte – wie es scheint – ein Faible für erkenntnisfähige Hauptfiguren – sei es nun der „Jedermann“ im gleichnamigen Theaterstück oder die Feldmarschallin in der Richard-Strauss-Oper „Der Rosenkavalier“. Eine Komödie für Musik, die sich vordergründig witziger und leichtfüßiger gibt, als sie in Wahrheit ist, selbst wenn der Baron Ochs auf Lerchenau seinem Namen alle Ehre macht. Der jugendliche Geliebte Octavian erweist sich bei der Feldmarschallin tatsächlich als jener...

In "Verlangen", ihrer Überschreibung von Eugene O’Neills "Desire Under the Elms", skizziert Lisa Wentz eine folgenschwere Dreiecksbeziehung: Patriarch Ephraim (li., Christoph Kail) hat sich mit Agnes (Julia Posch) eine junge Frau genommen, die sich über ein Kind das Erbe des Hofs sichern möchte. Der wahre Vater des Kindes ist jedoch Ephraims jüngster Sohn Eben (Tommy Fischnaller-Wachtler).   | Foto: Birgit Gufler
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Frei im Theater: Verlangen und Liebesgesang im TLT
Ein seelenschwerer Saisonauftakt

Theaterliteratur, das ist hinlänglich bekannt, ist eine einzige Ansammlung von Konflikten, Missverständnissen, Verletzungen und deren zuweilen fatalen Folgen. Daher ist es wohl reichlich naiv zu denken, dass die sich im realen Leben nicht entfachen könnten, wo die Literatur sie uns doch in konzentrierter Form vor Augen führt. Deshalb war das seelenschwere Eröffnungswochenende am TLT eine fast schon stimmige Paraphrase dessen, was sich derzeit lokal wie global alles abspielt. Und wenn man den...

Ende gut, alles gut? Wie man an Figaros und Susannas Gesichtsausdruck unschwer erkennt,  kann Regisseurin Barbora Horáková dem vermeintlichen Happy End in Mozarts Oper "Le nozze di Figaro" nicht so ganz glauben. v.l.n.r.: Johannes Maria Wimmer (Bartolo), Abongile Fumba (Marcellina), Benjamin Chamandy (Figaro), Sophie Mitterhuber (Susanna), Yejin Kang (Barbarina), Sascha Zarrabi (Basilio), Camilla Lehmeier (Cherubino), Michael Gann (Don Curzio), Julien Horbatuk (Antonio) | Foto: Birgit Gufler
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Frei im Theater: Le nozze di Figaro
Ein listenreiches Gewusel

Man kann gar nicht anders als Mozart und seinen Librettisten Da Ponte für ihren Mut und natürlich auch ihre Chuzpe zu bewundern, dass sie gleich selbst zum Kaiser gingen, um sich ihr Opernvorhaben, das der Zensur aufgrund seines hochbrisanten revolutionären Inhaltes natürlich ein Dorn im Auge war, vorab absegnen zu lassen. Spannend natürlich auch, dass „Le nozze di  Figaro“ trotz der zwar leichtfüßig-gewitzt präsentierten, aber doch ziemlich offenkundigen Kritik an den Verhältnissen, von Anfang...

Atemberaubend in ihrer stimmlichen wie schauspielerischen Ausdruckskraft: Aile Asszonyi als Elektra und KS Angela Denoke als deren Mutter Klytämnestra. | Foto: Birgit Gufler
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Frei im Theater: Elektra
Elektra als triumphaler Abschluss

Es sein ein bewegender Moment, sagte Operndirektor Michael Nelle mit hörbar ergriffener Stimme, als er kurz vor Aufführungsbeginn auf die Bühne des Großen Hauses trat – „unsere letzte Premiere hier“, um sich dann noch beim Publikum für das leidenschaftliche Mitgehen in all den Jahren zu bedanken. Was die nächsten knapp zwei Stunden folgen sollte, war – man kann es nicht sagen – ein Kulminationspunkt dieser Intendanz. Ein Opernabend, mit dem sich Noch-Hausherr Johannes Reitmeier auch als...

Frei im Theater: Ope[r]n Air
Umjubeltes Ope[r]n Air im Hofgarten

Was für ein schönes Bild: wie wir an jenem Sonntagabend im Sommer zu Hunderten auf bunten Decken und Campingstühlen im Innsbrucker Hofgartens dasaßen. In gespannter Erwartung auf das neue Format „Ope[r]n Air“, das InnStrumenti-Mastermind Gerhard Sammer mit seinem Programmteam zum 25-Jahr-Jubiläum des Orchesters noch unbedingt in die Welt bringen wollte. Seit einem Vierteljahrhundert begeistert das Orchester nun schon durch innovative Konzertformate und hat in diesem Zeitraum tatsächlich mehr...

Eine der stärksten Szenen der Oper: Konrad und Sannas Mutter (Annina Wachter) erkennt ihre Schuld, wird aber von ihrer eigenen Mutter (Susanna von der Burg) harsch zurechtgewiesen, sich nicht in der Angst zu verlieren.  | Foto: Birgit Gufler
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Frei im Theater: Bergkristall
Eine neue Sicht auf den Bergkristall

Gegen eine so hinreichend bekannte und vielfach filmisch bebilderte Erzählung wie Adalbert Stifters „Bergkristall“ an-zu-inszenieren, ist zweifelsohne eine Challenge. Selbst wenn sie sich am Tiroler Landestheater als neue Opera Austria des bekannten Innsbrucker Komponisten F. P. Huber mit einem Spiel-im Spiel-Libretto des schillernd eigen-sinnigen Autors und Kolumnisten Alois Schöpf präsentiert. Dies umso mehr, als besagte Erzählung an einem Heilig Abend spielt und deren Filmversionen...

Schon das Intro verheißt einen neuen Verismo: Mimì (Marie Smolka) harrt im sterilen Wartezimmer eines Arztes ihrer niederschmetternden Diagnose.  | Foto: Birgit Gufler
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Frei im Theater: La Bohème,
La Bohème, neu erzählt

Trigger-Warnung vorab:Wer mit den allseits bekannten überbordenden Zeffirelli-Bildern im Kopf in diese großartig aktualisierte und auf unser aller Schmerzpunkt fokussierte Inszenierung der „Bohème“ geht, wird sich – so wie es schon in der Premiere einigen erging – sprichwörtlich vor den Kopf gestoßen fühlen. Was schade ist, weil man sich dadurch die Chance nimmt, sich die Geschichte nun von einer jüngeren Generation neu erzählen zulassen, die zudem mit einer ungeheuren Ernsthaftigkeit an diese...

Frei im Theater: La fida ninfa
Eine Bühne für die Stars von morgen

So ganz schlau wird man aus der treuen Nymphe in Vivaldis gleichnamiger Oper „La fida ninfa“ nicht, die der Prete Rosso mal eben schnell zur Eröffnung des Teatro Filarmonico di Verona 1732 nach dem Libretto des dortigen Bauherrn Marchese Scipione Maffei zu komponieren hatte. Denn im Gegensatz zu Morasto, dem sie ewige Treue schwor, erkennt die Nymphe Licori ihren Geliebten nicht, sondern verlässt sich unsinnigerweise nur auf das, was man ihr jeweils sagt. Was aber insofern wieder stimmig ist,...

Frei im Theater: Die Liebe zu den drei Orangen
Das Große Haus im Sturm erobert

Mit Sergej Prokofjews Oper „Die Liebe zu den drei Orangen“ ist Neo-Intendantin Irene Girkinger und ihrem Team auch im Musiktheater ein herzerfrischender Einstand gelungen. Was für ein kluger und gewitzter Coup. Im Wissen um die mitunter wohl auch etwas verstiegenen Erwartungen, mit denen sich Girkinger und ihr Team gerade in der Königinnendisziplin Oper konfrontiert sahen, haben sie den Spieß einfach kurzerhand umgedreht. Denn in Prokofjews Oper „Die Liebe zu den drei Orangen“, die ihre...

Wird zuletzt von den eigenen inneren Dämonen eingeholt: In einem Büßergewand übergibt Boris Godunow (Ivo Stanchev) noch die Herrschaft an seinen Sohn Feodor (re, Irina Maltseva) und bricht dann tot zusammen.    | Foto: Birgut Gufler
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Frei im Theater: Boris Godunow
Einblick in üble Machtgespinste

„Die Zeit der Wirren geht weiter“ - steht zuletzt in großen Lettern auf jenem monströsen Bühnenquader, der sich in den zweieinhalb Stunden immer wieder dreht und wendet und Regisseur und Bühnenbildner Thaddeus Strassberger zugleich als (Video-)Projektionsfläche für jene vielen Facetten dient, an die Mussorgskys Oper „Boris Godunow“ geschichtlich rührt. Am Tiroler Landestheater ist aktuell die 1869 entstandene Urfassung zu erleben, die ursprünglich deshalb abgelehnt wurde, weil darin keine...

Lachen sich für die Treuetest-Wette als verkleidete Gangsterrapper die Partnerin des jeweils anderen: Ilya Lapich als Guglielmo und Jon Jurgens als Ferrando. Vorne:  Lamia Beuque als Dorabella und Susanne Langbein als Fiordiligi. | Foto: Birgit Gufler
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Frei im Theater: Cosí fan tutte
Mozart at its best

„Così fan tutte“ sei das Beste, das Mozart je geschrieben habe, schwärmt im Programmheft TLT-Chefdirigent Lukas Beikircher, dem das Dirigat der Premiere am vergangenen Samstag grippebedingt freilich verwehrt blieb. Weshalb Kapellmeister Tommaso Turchetta quasi aus dem Stand einspringen musste, sich darin aber sofort spürbar heimisch fühlte, spielt doch der fatale, von Don Alfonso (Johannes Maria Wimmer) ersonnene Treuetest in einer Villa seiner Geburtsstadt Neapel. Klug und gewitzt in unsere...

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