Tennengau fährt auf der wirtschaftlichen Überholspur

Positive Entwicklungen am Arbeitsmarkt freuen alle. (Symbolfoto)
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TENNENGAU. Der Tennengau darf sich auf die Schulter klopfen. Den von der Arbeiterkammer Anfang November veröffentlichten Wirtschaftsdaten ist zu entnehmen, dass die Beschäftigung um 1,5 Prozent gestiegen ist. Salinen-Bezirk genau im Landesschnitt. In Zahlen: Seit dem Vorjahr gibt es hier rund 270 Jobs mehr.

Bezirkssieger bei Arbeitslosenrückgang

Im 1. Halbjahr 2017 waren durchschnittlich 1.374 Personen im Tennengau ohne Arbeit. Damit war der Rückgang der Arbeitslosigkeit mit einem Minus von 9,5 Prozent (das sind um 144 Arbeitslose weniger) der stärkste aller Bezirke. Zum Vergleich: Insgesamt ist die Arbeitslosigkeit im Bundesland Salzburg um 3,4 Prozent zurückgegangen. Zählt man zu den als arbeitslos Gemeldeten die Schulungsteilnehmer dazu, zeigt sich, dass im 1. Halbjahr 2017 durchschnittlich 1.643 Personen im Tennengau von Arbeitslosigkeit betroffen waren. Es ergibt sich ein Rückgang an Arbeitslosen plus Schulungsteilnehmer von 6,2 Prozent oder 109 Personen.

Rekord im Tourismus

Und nochmal eine positive Entwicklung: Der Tourismus verzeichnet ein Plus von 8,7 Prozent bei den Nächtigungszahlen. Das entspricht einer Steigerung von etwa 86.000 Nächtigungen. Wenn auch von niedrigem Niveau ausgehend, bedeutet das den größten Zuwachs im gesamten Bundesland.

Positive Wirkung auf Einkommen

All das lässt die Lohn- und Gehaltsentwicklung nicht unberührt. Das durchschnittliche Nettoeinkommen aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Salzburg lag 2015 bei 1.438 Euro (14 mal pro Jahr). Mit 1.511 Euro belegt der Tennengau nun wieder Rang 2, nachdem er zwischenzeitlich schon auf Platz 3 zurückgefallen war. Nur im Flachgau mit 1.601 Euro verdienen die Beschäftigten netto mehr. „Die guten Werte schlagen sich auch in den Einkommen nieder“, sagen AK-Präsident Siegfried Pichler und AK-Vizepräsident Peter Eder im Rahmen ihres Bezirksbesuchs Ende Oktober, „der Tennengau hat im Gegensatz zu den meisten anderen Bezirken ein leichtes reales Einkommens-Plus.“ Die Durchschnittseinkommen im Tennengau sind seit dem Jahr 2012 um 4,9 Prozent gestiegen, das macht exakt 71 Euro aus. Real (unter Berücksichtigung der Inflation) bleibt den Leuten damit ein Plus von 0,3 Prozent im Vergleich zum Jahr 2012. Damit sind Flach- und Tennengau die beiden einzigen Bezirke im Bundesland Salzburg, die seit dem Jahr 2012 mit einem Zuwachs aussteigen. Bis auf den Lungau, der ein Nullsummenspiel verzeichnet, haben alle anderen Bezirke ein reales Einkommens-Minus zu verkraften.

Produktion ist Arbeitsmarktmotor

Obwohl die Krise 2008/2009 einen Einbruch bedeutet hat, bleibt die Warenherstellung die vorrangige Stütze des Tennengauer Arbeitsmarktes. Fast jeder dritte Arbeitsplatz befindet sich in diesem Sektor, wobei der Anteil aufgrund der Entwicklung der vergangenen Jahre deutlich gesunken ist. 27,9 Prozent aller Arbeitsplätze im Bezirk sind der Produktionswirtschaft zuzuordnen: ein herausragendes Merkmal im Vergleich zu anderen Bezirken, wo maximal ein 22 Prozent-Anteil erreicht wird.

Überdurchschnittliches Beschäftigungs-Plus

In den vergangenen fünf Jahren sind im Tennengau 1.394 (+8,3 Prozent) neue Arbeitsplätze entstanden. Der Bezirk liegt damit deutlich über der landesdurchschnittlichen Entwicklung (+5,0 Prozent). Auch in diesem Zeitvergleich sind Hallein und Kuchl mit 709, bzw. 338 neuen Jobs hauptverantwortlich.

Pendelmeister Tennengau

Bloß ein Viertel der arbeitenden Tennengauer Bevölkerung arbeitet am Wohnort (25,7 Prozent). Ein weiteres Viertel (24,1 Prozent) pendelt innerhalb des Tennengaus, fast die Hälfte davon nach Hallein. Jeder zweite im Tennengau wohnhafte Beschäftigte (50,2 Prozent) pendelt über die Bezirksgrenze aus, um einen Arbeitsplatz zu finden – so viel wie in keinem anderen Bezirk. In Zahlen: Etwa 13.000 Beschäftigte im Tennengau haben ihren Arbeitsplatz außerhalb ihres Bezirks (56 Prozent übrigens in der Stadt Salzburg).

Arbeitsmarkt-Wunden seit Finanzkrise

Die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise hat aber schwere und nachhaltige Wunden im Tennengauer Arbeitsmarkt hinterlassen: Im Vergleich mit dem Krisenhöhepunkt 2009 lag das Niveau bei der Arbeitslosigkeit im ersten Halbjahr 2017 um 3,1 Prozent (oder 41 Personen) höher als vor 8 Jahren. Im Vorkrisenvergleich wird das noch deutlicher: Heuer waren um fast 70 Prozent mehr Personen (564 Menschen) arbeitslos als im ersten Halbjahr 2008.

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