Zillertalbahn: der Wasserstoff und seine Tücken

ZILLERTAL (fh). Wenn es nach den Verantwortlichen der Zillertalbahn geht, wird man bereits im Jahr 2020 den Testbetrieb mit Wasserstoff aufnehmen und im Jahr 2023 in den Regelbetrieb übergehen. „Der politische Kurs, neue Formen der Mobilität zu forcieren und dabei vor allem die Wasserstoff-Technologie ins Zentrum zu rücken, ist der richtige Weg“, zeigt sich Nationalratskandidat und Aufsichtsratsvorsitzender der Zillertalbahn Franz Hörl über die aktuellen Pläne erfreut. Die Bahn soll mit einem Projekt in der Größenordnung von 156 Millionen Euro an Steuermitteln modernisiert und auf Wasserstoffbetrieb umgestellt werden. "Wir reden nicht darüber, sondern handeln und reduzieren den CO2-Ausstoß von 2,4 Mio. Kilogramm pro Jahr auf 0“, so Hörl weiter. 

Wasserstoff: geht das?

Durch die Umstellung auf Wasserstoff will man bei den ZVB 800.000 Liter Diesel einsparen doch die Technologie hat ihre Tücken und ist aufwendig. Der Strom zur Wasserstoffproduktion soll vom Verbund (Wasserkraft) kommen und somit C02 neutral sein. Dr. Andreas Wimmer ist ausgewiesener Experte am Institut für Verbrennungskraftmaschinen und Thermodynamik sowie am LEC (Large Engines Competence Center) der TU Graz und kennt sich mit den Möglichkeiten im Bezug auf Wasserstoff aus. "Die Wasserstofftechnologie ist aufwendig und es gibt nach wie vor Probleme bei der Speicherung. Die Flüssigspeicherung kann erst bei -253 Grad Celsius erfolgen und die Hochdruckspeicherung benötigt 700 bar Druck. Wasserstoff diffundiert was bedeutet, dass er entweicht und die Speicherung des Stoffes mit hohen Verlusten verbunden ist", so Dr. Wimmer. 
"In einer Alpenregion wird die überschüssige Energie in der Regel dazu verwendet das Wasser wieder in die Höhe zu pumpen. In Sachen Elektrifizierung von Eisenbahnen haben wir sehr langjährige Erfahrungswerte und damit kennt man sich aus. Die Wasserstofftechnologie ist sehr aufwendig und benötigt enorme Mengen an Energie", so Dr. Wimmer.
Von Seiten der ZVB ist man jedenfalls zuversichtlich was den Wasserstoffbetrieb angeht denn man will die Abkehr von fossilen Energieträgern vorantreiben. In Deutschland gibt es in Nordrhein-Wesfahlen bereits einen Wasserstoffzug im Regelbetrieb. Im Jahr 2005 gab es ein Projekt für einen Wasserstoffzug in Dänemark - das Projekt wurde aufgegeben und in Indonesien, China und Japan gab es weitere Versuche in Sachen Wasserstoffbetrieb.

Wasserstoff: Gefahrenpotenzial

Die heute industriell eingesetzte Technik berücksichtigt die Hochentzündlichkeit des Wasserstoffes sowie seine Eigenschaft, explosives Knallgas zu bilden. Leitungen und Tanks sind entsprechend ausgelegt, so dass im täglichen Gebrauch keine größeren Risiken entstehen als z. B. durch die Verwendung von Benzin. Allerdings sind die Gefährdungen wegen der derzeit nur beschränkten Anwendung teilweise noch unbekannt.

Autor:

Florian Haun aus Tirol

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