Illegale Migration im Jahr 2017 deutlich geringer

Obst Erich Lettenbichler, Leiter der Einsatz-, Grenz- und Fremdenpolizeilichen Abteilung
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TIROL. "Die illegale Migration hat in den vergangenen zwei Jahren die Polizeiarbeit sehr bestimmt, sie verursacht einen hohen Personaleinsatz, ist sehr arbeitsintensiv und mit hohen Kosten verbunden", erklärt LPD Helmut Tomac bei der Bilanzpräsentation über das Fremdenwesen für das Jahr 2017. Die Maßnahmen am Brenner seien sehr effizient, auch wenn nicht alle aktiviert worden sind, sagt Tomac. "Auch die vorgelagerten Kontrollen in Italien tragen dazu bei, dass weniger Migranten zu uns drängen", erklärt Tomac.
Insgesamt absolviert die Tiroler Polizei etwa 200 Schwerpunkteinsätze im Monat, 180 bis 200 PolizistInnen sind permanent im Einsatz. Und die konnten 7.406 Fremde aufgreifen, 46 Schlepper verhaften und es wurden von 1.236 Menschen ein Asylantrag gestellt. Je etwa 300 wurden am Reschenpass und in Sillian aufgegriffen, der große Rest am Brenner.

Prognosen revidiert

"Noch bis Mitte des Jahres 2017 musste mit weit mehr Migranten gerechnet werden, aber die Maßnahmen durch Italien und das Abkommen mit Libyen haben gegriffen", sagt Harald Baumgartner, stv. Leiter der Einsatz-, Grenz- und Fremdenpolizeilichen Abteilung. Auch die Grenzkontrollen der Bayern greifen. 2.161 Personen wurden an der Einreise nach Deutschland gehindert.
Als große Herausforderung für die Polizei sieht Erich Lettenbichler, Leiter der Einsatz-, Grenz- und Fremdenpolizeilichen Abteilung die Migration auf Güterzügen. 291 wurden, auch durch die neue Kontrollstelle "Seehof" am Brenner an der Einreise gehindert. "Die Flüchtlinge begeben sich hier extrem in Lebensgefahr, die Kontrollen werden hier noch intensivert", sagt Baumgartner. Auch seien immer mehr Aufgriffe in den Fernreisebusse zu verzeichnen. 651 allein 2017. 

Maßnahmen bleiben aufrecht

Der neue FPÖ-Innenminister Herbert Kickl will das Grenzraummanagement in technischer, personeller und rechtlicher Hinsicht verschärfen. "Natürlich bleiben die Vorbereitungen für aktive Grenzkontrollen aufrecht, sodass wir in 48 Stunden lückenlos kontrollieren könnten", sagt Tomac. "Insgesamt kann angemerkt werden, es ist durchaus sinnvoll, den Kontrolldruck weiter aufrechtzuerhalten."

Zahlen Fakten:

Aufgegriffene Migranten: 7.406 (11.812 2016), Asylanträge: 1.236 (1.881 2016); 83,5 Prozent sind alleinstehende Männer, 1.032 Frauen, 366 Kinder; es gab 854 Zurückschiebungen (1.672 2016) und 2.161 Zurückweisungen (4.981 2016); Hauptnationen bleiben Nigeria, Marokko und Pakistan; Aufgriffe auf Bahn und Straße in etwa gleich hoch

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