Schuss rettet Frau vor Hunden

Hier ist es passiert: Gerhard Brey zeigt Blut an der Wand.
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STEINRIEGL (bt). "Herrgott, lass mich nur gut treffen, damit ja nichts passiert", lässt Gerhard Brey seine Gedanken Revue passieren. "Ich bin jetzt noch total fertig. Stellen Sie sich vor, Sie müssen 40 Zentimeter an ihrer Frau vorbeischießen."

Vergangenen Mittwoch spielten sich am Steinriegl, im Garten der Breys dramatische Szenen ab. Gerhard und seine Gattin sind mit Gartenarbeit beschäftigt, um sie watscheln und hoppeln ihre Enten und Hasen. Schlagartig vorbei mit der Idylle ist es, als sich drei fremde Hunde über die Hecke Zugang verschafften. Schon begann die Jagd nach den Tieren, für Ente Bolli tödlich. "Wir haben versucht die Hunde zu verscheuchen. Dann sind sie in die hintere Ecke vom Garten gelaufen und meine Frau hat sich hinter einem Strauch versteckt", berichtet Brey am Tag darauf den Bezirksblättern. "Ich bin schnell ins Haus und habe meine Waffe geholt." Ein Warnschuss hätte die Unruhestifter vertreiben sollen. "Als ich um die Hausecke komme, sehe ich, dass meine Frau von den Zähne fletschenden Hunden umzingelt ist. Auf den nähesten habe ich dann geschossen." Ein Moment tausender Gedanken.

"Mich wundert es nicht"

Während seine Artgenossen die Flucht ergriffen, blieb der getroffene Hund liegen. Beatrice Aigner, Obfrau des Tierheims Königstetten, fuhr ihn zum Tierarzt, doch schon auf dem Weg erlag das Tier seinen Verletzungen. Nur schwer zu ertragen für den tierlieben Schützen, doch Aigner will sich gar nicht ausmalen, was sonst passieren hätte können. Sie berichtet, dass es sich um die Rasse Akita Ino handelt, etwa bekannt aus dem Film "Hachiko". "Die sind wunderschön, aber schwierig zu erziehen und eher stur. Und sie können vom Charakter her umschlagen." Ab zwei Hunden handle es sich um ein Rudel. "Dann jagen und greifen sie im Rudel an. Das ist die Genetik der Tiere." Ist der Jagdtrieb erst geweckt, sei verscheuchen kaum möglich.
Das Problem liege bei den Haltern: "Ein Hund ist kein Spielzeug, er braucht Betreuung und muss erzogen werden." Immer wieder laufen Hunde frei durch den Bezirk, Gartenzäune sind oft zu niedrig. "Mich wundert es nicht, dass einmal etwas passiert ist", ärgert sich Aigner über so viel Verantwortungslosigkeit.

Staatsanwaltschaft prüft

Die Besitzer, die ihre zwei weiteren Ausreißer bereits einfangen konnten, müssen laut der Polizeiinspektion St. Andrä-Wördern wohl mit einer Verwaltungsstrafe rechnen. Denn, die ordnungsgemäße Verwahrung wurde verletzt. Der Sachverhalt ist bereits an die Staatsanwaltschaft weitergeben. "Ich traue mir keine Einschätzung geben, aber ich betrachte es eher als gerechtfertigtes Handeln", bezieht sich ein Polizist auf den Waffengebrauch Breys. Dieser spricht von Notwehr und verweist auf den rechtmäßigen Besitz und die ordnungsgemäße Verwahrung seiner Waffe. Bis er und seine Frau das Erlebte verarbeitet haben, wird es dennoch dauern.

Zur Sache:

Deeskalations-Tipps von Beatrice Aigner: Hunde nicht reizen, nicht dominieren, Ruhe bewahren, Blick abwenden, vorsichtig bewegen.

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