08.11.2017, 08:00 Uhr

Atlas: So besiegt unser Bezirk den Herztod

Bürgermeister Hermann Kühtreiber führt Zwentendorfs Defi vor. (Foto: Talkner)

Im Bezirk Tulln retten 39 Defibrillatoren im Ernstfall Leben. Wir zeigen wo.

BEZIRK TULLN (bt). Wenn ein Mensch einen Herzanfall erleidet, werden die Minuten bis zum Eintreffen der Rettung zur Ewigkeit. Defibrillatoren können in einer derartigen Situation Leben retten. Auch im Bezirk Tulln gibt es immer mehr der Geräte. Die Bezirksblätter haben nachgefragt, wo sie im Notfall einen Defi finden.
"In den letzten Jahren hat sich das Defi-Netzwerk im Bezirk Tulln gut entwickelt. Immer mehr Gemeinden und Vereine entschließen sich die lebensrettenden Defibrillatoren anzuschaffen. Natürlich würde es uns freuen, wenn es auch weiterhin mehr Defibrillatoren-Standorte geben wird", so Christian Hartung, Sprecher des Roten Kreuz Tulln, der auf kostenlose Beratung und ein Full-Service-Paket inklusive Wartung und Schulung verweist.


Zwei Leben in Absdorf gerettet

"Die Nutzung der vorhandenen Defibrillatoren steigt mit deren Anzahl. Erst vor kurzem konnte ein Patient durch die Nutzung eines Defi’s von einem First Responder Team erfolgreich wiederbelebt werden", so Hartung weiter. Auch jener Defi der Raiffeisenbank Absdorf hat schon Leben gerettet. "Im Vorjahr bei einem schweren Stromunfall im Lagerhaus und einmal bei einem Radunfall direkt vor der Bank", erinnert sich Bürgermeister Franz Dam. Die Anschaffung des "Schockgebers" vor etwa neun Jahren hat sich also "absolut ausgezahlt".
"Wenn es nur einmal entscheidend ist rasch zu helfen, dann hat sich der Aufwand schon mehr als rentiert", meint auch Zwentendorfs Bürgermeister Hermann Kühtreiber. Hier hängt bereits seit etwa acht Jahren ein Defibrillator am Rathausplatz, vor der ehemaligen Polizeidienststelle. "Als einer der ersten im Bezirk", so der Ortschef, der sich an einen erfolgreichen Einsatz im öffentlichen Bereich erinnern kann.


Jede Minute verringert Chance

Doch wann müssen wir zum Defi greifen, wie erkennt ein Laie solch eine Situation? "Wenn der Kreislauf eines Menschen versagt und das Herz zu schlagen aufhört. Der Notfallcheck wird in jedem Erste Hilfe-Kurs gezeigt", so Hartung. Mittels Sprachanweisungen führt ein Defi durch die Anwendung und stellt dabei selbstständig fest, wann ein Elektroimpuls notwendig ist. "Falsch machen kann man dabei gar nichts. Nur nichts tun ist falsch", betont der Rot-Kreuz-Mann. Also im Fall der Fälle nicht zögern, denn: "Mit jeder Minute in der kein Defi zum Einsatz gebracht wird, sinkt die Überlebenschance um 10 Prozent."


Das ist im Ernstfall zu tun

Bei einem Atem-Kreislauf-Stillstand führt im Idealfall ein Ersthelfer die Herzdruckmassage und die Beatmung durch, während ein anderer Helfer die Defi-Elektroden auf den Brustkorb klebt. Schalten Sie den Defi ein und folgen Sie den Sprachanweisungen. Entnehmen Sie die Elektroden aus der Verpackung. Abbildungen zeigen Ihnen, wohin die Elektroden geklebt werden sollen. Kleben Sie die Elektroden fest auf den nackten und trockenen Brustkorb. Elektroschock auf Aufforderung des Gerätes abgeben, den Patienten dabei nicht berühren.

Zur Sache

Wenn Sie wissen, wo ein Defi angebracht ist, der nicht in dieser Liste ist, dann senden Sie den genauen Standort des Gerätes an defi@bezirksblaetter.at oder tragen Sie ihn unter hier nach. Den Atlas mit allen Defis in NÖ finden Sie unter meinbezirk.at/defi



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