24.08.2016, 11:36 Uhr

Bezirk Tulln will die langen Ferien retten

Michael Wonder und Sohn Christian (7) aus Trasdorf können sich kürzere Sommerferien vorstellen, wenn im Winter länger frei ist.

Neun Wochen Ferien: Luxus pur, Fadesse pur oder Organisationshorror für Familien? Schüler, Eltern und Lehrer der Region lehnen Polit-Vorschläge ab.

BEZIRK TULLN (mh). Neun Wochen Ferien im Sommer. Was für Lehrer und Schüler paradiesisch klingt, stellt immer mehr Eltern vor Herausforderungen. Wer passt auf die Kinder auf, wenn der Urlaub von Papa und Mama nach zwei Wochen vorbei ist? Familienministerin Karmasin forderte zwei Wochen der Sommerferien in den Herbst zu verschieben. FP-Klubchef Waldhäusl will, dass die Schulen ab erstem August wieder öffnen und Nachhilfe anbieten. Wir haben Eltern, Lehrer und Schüler im Bezirk befragt, was sie von den Vorschlägen halten.

Abfuhr für Herbstferien

Tullns Bürgermeister und HAK-Direktor Peter Eisenschenk kann die Argumentation der Familienministerin aus der Sicht der Familien nachvollziehen: "Aus meiner Erfahrung als Lehrer hat es aber schon viel Gutes, dass im Herbst relativ ungestört durch Ferien pädagogisch gearbeitet werden kann." Auch Georg Stangl, Vater eines 15-jährigen Sohnes und einer 9-jährigen Tochter, aus Tulln teilt diese Meinung: "Der Herbst ist die einzige durchlaufende Zeit, in der durchgehend gelernt wird. Zusätzliche Herbstferien würden das unterbrechen."

Kinder brauchen Erholung

Die derzeitige Länge der Sommerferien hält Stangl für angemessen. "Die Kinderbetreuung ist für berufstätige Eltern natürlich aufwendig, aber auch die Kinder brauchen Erholung und wenn sie älter sind, Zeit für einen Ferienjob." Herbstferien haben für Günther Jaunecker, zweifacher Vater aus Langenrohr, einen großen Nachteil: "Im Herbst kann man in der Freizeit deutlich weniger unternehmen als im Sommer. Nicht alle können sich einen Thermenurlaub leisten."

Längere Weihnachtsferien

Kürzere Sommerferien durchaus vorstellen kann sich Michael Wonder aus Trasdorf: "Im Gegenzug müssten allerdings die Weihnachtsferien verlängert werden, damit wir mehr Zeit für Wintersport haben." Auch sein Sohn Christian (7) hätte nichts dagegen. Ganz anders sehen das Sebastian (6), Jakob (10), Lukas (10), Matthias (10) und Maxi (10) aus der Gemeinde Atzenbrugg: „Die Sommerferien sollen länger dauern.“

Zur Sache

Zwischen 6 und 13 Wochen dauern die Sommerferien in den verschiedenen Staaten Europas laut Bildungsnetzwerk "Eurydice". Österreich liegt mit 9 Wochen im Mittelfeld, Deutschland hat nur 6 Wochen, Italien 13 Wochen Sommerferien.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.