Christina Binder
Die Fastenzeit nutzen, um Gedanken zu entrümpeln

Christina Binder

Die psychologische Beraterin Christina Binder mit Praxis in Lichtenberg bietet Sitzungen zum Thema „Gedankeninventur zur Fastenzeit – Glaub nicht alles, was du denkst“ an.

LICHTENBERG. Dabei geht es darum, die Fastenzeit auch für einen Neustart im Kopf zu nützen, die Gedanken zu entrümpeln, das Gedankenkarussell anzuhalten und störende Grübel-Gewohnheiten abzulegen. "Häufiges Grübeln und sich übermäßig sorgen, können zu einer psychischen Belastung werden und unsere Wahrnehmung so sehr einengen, dass wir andere Aspekte des Lebens ausblenden und unseren eigenen Handlungsspielraum einschränken", erklärt Binder. Außerdem vergehe kostbare Lebenszeit und führt meistens nur dazu, dass wir uns noch schlechter fühlen als davor. "Spätestens dann sollten wir uns fragen, was wir gegen wiederkehrende, belastende Gedanken tun können", so Binder.

Nicht alles glauben, was wir denken

Unsere Gedanken spielen eine zentrale Rolle als Vermittler zwischen uns und der Welt. Sie beeinflussen zu jedem Zeitpunkt unser Verhalten und unsere Gefühle. "Gedankeninventur ist eine Bestandsaufnahme unserer Gedanken. Manchmal sind unsere Gedanken unrealistisch und schaden uns. Daher sollten wir nicht immer alles glauben, was wir denken", sagt die Expertin. In ihrer Beratungsarbeit gelingt es oft in wenigen Einheiten, die eigenen Gedanken zu entrümpeln und störende Grübel-Gewohnheiten abzulegen. "Mit einfachen Methoden, Übungen und Denkanstößen können wir wieder konstruktives Denken lernen, um im Trubel des Alltags zu bestehen", sagt Binder.

Das Leben etwas leichter nehmen

Die Fastenzeit eignet sich gut, um einen „Neustart im Kopf“ zu wagen. Fasten ist Loslassen und Bereicherung zugleich – in erster Linie ist damit Nahrung gemeint. "In einem weiteren Sinne kann sich das Fasten auf alle Bereiche des Lebens beziehen. Der zeitweise Verzicht kann sich auf Konsumgüter oder Lebensgewohnheiten erstrecken. Wie wäre es daher, wenn wir noch 'Gedankenfasten' mit einbinden? Was kann schon passieren, wenn wir das Leben wieder etwas leichter nehmen?", fragt Binder.

Gedanken sind frei wählbar

Die derzeitige Pandemie ist eine Herausforderung für uns alle. "Es liegt mir fern, jemandem einreden zu wollen, dass in jeder Krise eine Chance liegt. Das mag sein und ist zu hoffen, doch jetzt sind wir nun mal mittendrin in dieser schwierigen Situation und da hilft es nicht, sich alles durch eine rosarote Brille schön zu reden", meint die Beraterin.

Corona sei eine von vielen Lebensfragen, die an uns gestellt wird. "Unsere Haltung und vor allem unsere Gedanken dazu wählen wir aber frei. Wir sind nicht das Ergebnis unserer Lebensumstände, sondern unserer Einstellungen und Entscheidungen. Wir haben immer die Freiheit auch anders zu denken. Das Leben geht weiter. Mit oder ohne Corona. Positiv denken bedeutet, dass wir uns in schlechten Tagen bewusst machen sollten, dass auch wieder gute Tage kommen", so Binder.

Tipps um negative Gedanken zu verbannen

Zu den effektivsten Mitteln das Grübeln zu stoppen, zählt das Niederschreiben der Gedanken. Dieser Schreibprozess wirkt reinigend, fördert eine klare Sichtweise und trägt zu einer wohltuenden Entlastung bei. Ein weiterer, etwas unkonventioneller Tipp: Aufräumen. "Aufräumen im Äußeren fördert die Ordnung im Inneren, denn mit dem physischen Aufräumprozess geht oft auch ein psychischer einher. Die Gedanken im Kopf werden 'aufgeräumt', das Gedankenkarussell kommt zur Ruhe", weiß die Beraterin. 

Etwas Neues kann wesentlich dazu beitragen, die gewohnten (Gedanken-)Bahnen zu verlassen und den Alltagstrott zu durchbrechen. "Es sollte auf alle Fälle etwas sein, das Sie bisher noch nie oder selten gemacht haben und eine neue Erfahrung und damit neue Gedanken, Perspektiven nach sich zieht", sagt Binder. Und auch Lachen sei gesund. "Humor bringt Distanz in unsere quälenden Gedanken und lässt uns vieles leichter überstehen. Wir erkennen, dass es nicht immer der Abgrund ist, vor dem wir stehen", so die Expertin.

Gesündere Einstellung

Um mit belastenden Grübeleien besser umgehen zu können, ist es hilfreich, eine gesündere Einstellung zu den eigenen Gedanken zu entwickeln. Dabei geht es nicht darum, Gedanken zu verdrängen, sondern sich ganz bewusst von ihnen zu distanzieren und sich klar zu machen, dass sie nur ein Teil von uns sind. Dabei geht es nicht darum, belastende Gedanken zu verdrängen, sondern sie wahrzunehmen, sich ganz bewusst von ihnen zu distanzieren und sich klar zu machen, dass unsere Gedanken nur ein Teil von uns sind. 

"Wir können selbst entscheiden, welchen Einfluss sie auf unser Fühlen und Handeln haben. Das ist nicht schwer, sollte aber regelmäßig bewusst geübt werden", so die Beraterin. Das sei nicht schwer, sollte aber regelmäßig bewusst geübt werden. Dann formt sich bald ein neuer, leicht begehbarer Denk- und Handlungsweg.

Manche Situationen fallen sehr schwer

Unsere Emotionen haben einen großen Einfluss auf den Inhalt und die Ausrichtung unserer Gedanken. "Wenn wir im Stress sind und unter Druck stehen denken wir anders. Unsere Emotionen steuern unsere Gedanken und unsere Gedanken steuern unsere Emotionen. So entscheiden wir uns für eine positive oder negative Gedankenspirale", sagt Binder. Leider gebe es auf manche Dinge im Leben keine Antworten – sie sind unveränderbar. "Akzeptieren wir sie und entscheiden wir, wie wir damit umgehen wollen. Gestalten wir aktiv unser Umfeld."

Negative Gedanken verbannen

Das Leben fordert uns in den unterschiedlichsten Situationen auf, weiterzumachen und niemals aufzugeben. "Hier gilt: Wir sind mehr als unsere Sorgen und mehr als unsere Angst. Wir alle haben Fähigkeiten und Ressourcen unseren Zweifeln zu trotzen. Antworten wir mit unseren eigenen Strategien und leben wir in vollem Vertrauen weiter! Denken wir zurück: Wie haben wir früher erlebte Krisen überstanden? Welche Strategien hatten wir damals?", so Binder.

Bei negativen Gedanken gelte mehr denn je, dass wir gut für uns selbst sorgen. Deshalb sollten wir uns helle, genussvolle und glückliche Momente schaffen. Wie können wir entspannen? Was baut unsere Stresshormone ab und fördert unser Wohlbefinden? "Denken wir daran: Wir müssen uns von unseren Gedanken nicht alles gefallen lassen", sagt die Expertin.

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