Musikkapellen Gallneukirchen und Engerwitzdorf gründen Spielgemeinschaft

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GALLNEUKIRCHEN (mawi). Was in der Gemeindepolitik schwierig erscheint, praktizieren nunmehr die Musikkapellen von Gallneukirchen und Engerwitzdorf, eine Kooperation. Ab Herbst gibt es eine Spielgemeinschaft der beiden Klangkörper. Der Anfang wird mit dem nächsten Herbstkonzert gemacht, bei dem die Blasmusiker beider Gemeinden im Engerwitzdorfer Kulturhaus „ImSchöffl” zusammen in einem Orchester musizieren. Weitere gemeinsame Ausrückungen gibt es etwa beim „Tag der Älteren” oder beim traditionellen Totengedenken in November.

Ist diese Spielgemeinschaft die Vorstufe für eine geplante Fusion?Günther Dobretsberger, Rechtsanwalt und Obmann des Musikvereins Gallneukirchen (Stadtkapelle), zur BezirksRundschau: „Die Spielgemeinschaft ermöglicht es beiden Kapellen, besetzungsmäßige Engpässe auszugleichen. Die meisten Musiker sind ja berufstätig und bei immer wieder anfallenden Ausrückungen an Wochentagen unabkömmlich, aber auch an Sonn- und Feiertagen oft verhindert. Ob unsere Kooperation später zu einer vereinsrechtlichen Fusion führen soll, darüber machen wir uns überhaupt noch keine Gedanken.”

Während der Musikverein Gallneukirchen heuer 180 Jahre alt wird (er reicht ins Jahr 1832 zurück und ist damit exakt so alt wie die Pferdeeisenbahn, die den Raum Gallneukirchen-Engerwitzdorf durchquerte und in der ehemaligen „Waldheimat” einen Hauptstützpunkt hatte) ist der Musikverein Engerwitzdorf (Gründungsjahr 1984) einer der jüngsten im Lande.

Dass der Musikverein Gallneukirchen auch im 180. Bestandsjahr voll Jugendfrische ist, zeigte sich am 22. Juni beim Sommerkonzert in der Gusenhalle, bei dem berühmte Filmmusiken im Mittelpunkt standen und bei dem unter anderem die Trompeterriege um Wolfgang Seyer brillierte. Begeisterten Beifall erhielt die junge Flötistin Elisabeth Gratzer, die als Musical-Sängerin ihr Talent zeigen konnte.

Generationswechsel
Der Musikverein Gallneukirchen hat derzeit 45 aktive und mehr als 350 unterstützende Mitglieder. In der Altersstuktur der Aktiven hat sich in den letzten Jahren ein bemerkenswerter Generationswechsel vollzogen. Jahrzehntelang kämpfte die Kapelle mit Nachwuchssorgen, heute sind die Jungen (darunter eine erkleckliche Anzahl Mädchen) in der Überzahl. Die Landesmusikschule, die erst im Vorjahr ein repräsentatives, neues Gebäude erhalten hatte, zeigt ihre Wirkung. Das 2008 von Alexander Pichler begonnene „Jugendprojekt”, bei dem junge Musikschüler/Innen zum„Schnuppern” eingeladen wurden, zeitigt Früchte, denn aus dem Schnuppern erwuchs bei etlichen Jugendlichen der Wunsch nach definitiver Mitgliedschaft. So entstand das „Stadtkapellchen”, ein kleines Ensemble, das bei kleineren Auftritten gefragt ist. Diese jungen Musikbegeisterten werden wie die „Großen” seit 2011 von Kapellmeister Marian Marc Margowski betreut und geleitet. Dieser hat damit eine „Kaderschmiede” für die Hauptkapelle bei der Hand.

Leiter von drei Musikkapellen
Der 28 jährige gebürtige Lübecker ist ein Glücksfall für Gallneukirchen: Er hat Trompete und Klavier studiert, besitzt umfangreiche Orchestererfahrung und hat Dirigieren und Orchesterleitung an der Hochschule für Musik Karlsruhe studiert. 2009 bis 2010 wirkte er als künstlerischer Leiter & Chefdirigent bei der Stadtkapelle Eppingen/Heilbronn. Seit 2010 vervollkommnet sich der junge Künstler im Fach Blasorchester-Dirigieren an der Anton- Bruckner- Privatuniversität Linz. Margowski, der auch noch Zeit für die Leitungsfunktion der Musikkapellen Engerwitzdorf und Neuhofen an der Krems findet, verbindet die richtige „Chemie” mit seinen Bläsern (auch den älteren), die ihm trotz seiner Jugend mit gebührendem Respekt entgegenkommen.

Kapellen und Vereine
Während eine Anzahl Musikkapellen im Lande bis ins 18. Jahrhundert zurückreichen (vor allem im Verband von Bürgerkorps und Feuerwehren), hat sich das vereinsmäßige Blasmusikwesen erst im 19. Jahrhundert entwickelt. Als erster Blasmusikverein in Oberösterreich wird jener in Micheldorf genannt. Er wurde laut Statuten 1833 als „Verein der musikalischen Gesellschaft zur Blechharmonie” gegründet, die „Musikgesellschaft Gallneukurchen” (von der keine Statuten erhalten sind) 1832. Eine legistische Basis erfuhren die Blasmusik-Gesellschaften allerdings erst 1852 bzw. 1867. 1904 erfolgte die offizielle Gründung des Musikvereins Gallneukirchen nach dem Vereinsrecht von 1867.

Autor:

Gernot Fohler aus Urfahr-Umgebung

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