Nibelungenbrücke
Neue Radstreifen erregen weiterhin die Gemüter der Pendler

- Die Radfahrer haben jetzt mehr Platz auf der Nibelungenbrücke.
- Foto: Fotokerschi.at
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Vor allem Pendler auf der B127 kochen vor Wut über die neuen Radstreifen auf der Linzer Brücke.
LINZ/URFAHR-UMGEBUNG. Seit vor zwei Wochen auf beiden Seiten der Nibelungenbrücke zwei Kfz-Fahrstreifen für Fahrradstreifen "geopfert" wurden, ist die Lage angespannt. Die offizielle Pilotphase dieses Projekts, einer Kooperation zwischen Stadt Linz und dem Land OÖ, hat am 7. April begonnen.
Pendler verlieren viel Zeit
Nach der Eröffnung der neuen Donautalbrücke im Herbst waren viele über das plötzliche Ausbleiben des Staus auf der Rohrbacher Straße (B127), vor allem im Frühverkehr, erstaunt.
Doch nun der Rückschlag – wie in alten Zeiten steht die Autokolonne teils bis zur Anschlussmauer oder sogar bis Puchenau.
"Durch das Verkehrschaos komme ich fast jeden Tag zu spät in den Unterricht, da sich der Stau nicht umfahren lässt"
, berichtet etwa Niklas Außerwöger aus Gramastetten. Er richtete auch die Online-Petition "Entfernung Radweg Nibelungenbrücke" ein, die bis zu Redaktionsschluss 5.729 Personen unterzeichnet hatten.
Ein Schüler aus Goldwörth schreibt:
"Ich sitze im Bus und bin 20 bis 30 Minuten im Stau gefangen. Der Busfahrer ließ uns weit vor der Station aussteigen, weil es sonst noch länger gedauert hätte."
Pendler Gerhard Hartl aus Rottenegg muss in der Früh zum Linzer Musiktheater:
"Am Montag bin ich um 6.15 Uhr weggefahren und kam um 6.50 Uhr an. Da ging es einigermaßen. Schade, dass mit Gewalt eine Verschlechterung herbeigeführt wurde. Natürlich brauchen Radfahrer auch ihren Platz."
Auch der Feldkirchner Andreas Rudlstorfer ist meist zeitig unterwegs, wenn normalerweise in der Rudolfstraße noch kein Stau ist. Aber:
"Ich habe um eine Viertelstunde länger über die Brücke gebraucht."
Zwischen sieben und acht Uhr verlieren andere bis zu einer Stunde.
Hammer löschte Kommentar
ÖVP-Bezirksobmann Michael Hammer setzt sich für die Pendler ein und appelliert an Verkehrslandesrat Günther Steinkellner (FPÖ) und Verkehrsstadtrat Martin Hajart (ÖVP) zumindest die Radspur auf der Oberwasserseite (Rathaus) der Brücke zu entfernen.
Auf der Facebook-Seite des Altenbergers wurde teils heftig gepostet. "Warum müssen Pendler diese krankhafte fehlgeleitete Ideologie am Rücken austragen. Wie war das mit dem Prager Fenstersturz?", war etwa zu lesen. Hammer distanziert sich von solchen Kommentaren.
"Das ist völlig inakzeptabel. Ich habe den Kommentar gelöscht. Das sind immer die gleichen Radikalen, die meine Facebook-Seite benützen und dann noch Verschwörungstheorien anhängen."

- Nationalratsabgeordneter Michael Hammer (ÖVP)
- Foto: Parlamentsclub/Photo Simonis
- hochgeladen von Gernot Fohler
Testphase bis Ende 2026
Landesrat Steinkellner wäre wahrscheinlich eher bereit, das Pilotprojekt schon früher abzubrechen, wie sein Stadtkollege Hajart.
"Wir wollen etwas Neues ausprobieren. Ziel ist eine Reduzierung des Durchzugsverkehrs im Zentrum"
, erklärt Hajart. Der Linzer ÖVP-Mann ist überzeugt, "dass eine Bewertung jetzt noch zu früh ist". Die Testphase dauert an sich bis Ende 2026.
Die Stausituation könnte sich ab 28. April nochmals verschärfen, wenn die Sanierung der Pachmayrstraße in Gründberg startet.


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