Entsiegelungsprojekte
Urfahr-Umgebung im Kampf gegen die Asphaltwüsten
- Entsiegelte Fläche in Gallneukirchen. Von links: Bernhard Berger (Obmann Ausschuss Klima und Umwelt), Roman Pötscher (Mitglied Ausschuss Umwelt), Nadja Kletzmair (Stadträtin), Sepp Wall-Strasser (Bürgermeister), Martin Reiter (ehemaliger Abteilungsleiter Bau und Infrastruktur).
- Foto: Gemeinde
- hochgeladen von Veronika Mair
Gemeinden in Urfahr-Umgebung entsiegeln Flächen und schaffen Platz für Grün und Bäume.
URFAHR-UMGEBUNG. Der Boden unter unseren Füßen wird knapp: Straßen, Gewerbegebiete und Bauprojekte lassen die versiegelten Flächen weiter wachsen. In Oberösterreich sind mittlerweile mehr als 100.000 Hektar beansprucht. Das entspricht einer versiegelten Fläche von rund 386 Quadratmetern pro Einwohner. Welche Folgen das haben kann, zeigte sich zuletzt bei den sommerlichen Temperaturen: Asphalt und betonierte Plätze heizen sich stark auf und wirken regelrecht wie Heizplatten. Gleichzeitig können befestigte Flächen bei Starkregen kaum Wasser aufnehmen. In Urfahr-Umgebung findet hier schon ein Umdenken statt. Bei einigen Entsiegelungsprojekten wurden mehrere Tausend Quadratmeter freigelegt.
Lichtenberger Ortsplatz wird autofrei
In Lichtenberg riss die Gemeinde vor rund eineinhalb Jahren ein altes Gebäude ab. Auf der frei gewordenen Fläche entstand inzwischen ein Garten mit Spielfläche für die Krabbelstube. Die Entsiegelung in der Gemeinde geht heuer weiter, wie Bürgermeisterin Daniela Durstberger erklärt: „Unser Ortsplatz wird autofrei. Statt der Parkplätze kommen Gittersteine. Vor der Turnhalle bleibt künftig nur noch ein Parkplatz für Menschen mit Beeinträchtigung.“ Die Umsetzung ist für Herbst geplant.
Gallneukirchen als Vorreiter
Auch in Gallneukirchen spielt der Schutz des Bodens eine wichtige Rolle. Im Zuge der Klimastrategie wurden bereits mehrere Flächen entsiegelt und zusätzliche Bäume gepflanzt. Dabei baut die Stadt auf langjährige Erfahrung: Gallneukirchen gehört seit mehr als 20 Jahren dem Bodenbündnis an und hat den Bodenschutz entsprechend in der kommunalen Planung verankert. In den vergangenen Jahren wurden unter anderem öffentliche Parkplätze neu gestaltet. Wo früher durchgehende Asphaltflächen dominierten, sorgen nun Rasengittersteine, Porenpflaster oder Schotterrasen für mehr Versickerungsmöglichkeiten. Auch bei neuen Bauvorhaben gelten klare Vorgaben. „Für Neubauten ist dies eine Vorgabe an die Planer: Es ist nicht mehr erlaubt, Parkplätze einfach zu asphaltieren“, erklärt Bürgermeister Sepp Wall-Strasser.
Weitere Pläne
Gallneukirchen hat zudem aktuell das gesamte Stadtgebiet gezielt auf sogenannte „Hitze-Inseln“ untersucht. "Die Ergebnisse dieser thermischen Analyse dienen als direkte Entscheidungsgrundlage, welche betonierten Plätze und Straßenabschnitte als Nächstes aufgebrochen, teilentsiegelt und mit Bäumen oder Staudenbeeten versehen werden", so Wall-Strasser. In Summe beträgt die bisher entsiegelte Fläche in der Stadtgemeinde rund 600 Quadratmeter, dazu wurden 13 Baum- und sieben Strauchtröge gesetzt.
Gewerbepark in Gramastetten im Fokus
Weniger Asphalt gibt es auch in Gramastetten: Rund um die Volksschule brach man kleinere Flächen auf, wie etwa die Lehrer-Parkplätze. Für die Zukunft ist zudem die Entsiegelung des Gewerbeparks geplant. „Dafür gibt es bereits seit Jahren ein Konzept. Wir müssen nun die Gewerbetreibenden ins Boot holen, um dieses umzusetzen", sagt Bürgermeister Harald Kogler.
Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder freut sich über die zahlreichen Projekte im Bezirk. "Unser gemeinsames Ziel muss es sein, dass klimafreundliche Bauweisen im öffentlichen Bereich zur Selbstverständlichkeit werden."
Wer seine Gemeinde widerstandsfähiger gegen Hitze und Überschwemmungen machen will, findet hier die nötige Unterstützung: land-oberoesterreich.gv.at/553500.htm.
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