"Der Demokratie würde es besser gehen"

Barbara Widhalm

VILLCH (aw). Am 4. März sind Landtagswahlen. Und somit befinden wir uns einmal mehr im Wahlkampfmodus. Und damit sogleich in der Zeit von Diskussionen und hitzigen Debatten. Doch zählen tut nicht nur das, was gesagt wird, sondern vor allem wie es gesagt wird. Der Ton macht die Musik. Das weiß auch Logopädin Barbara Widhalm. Die Expertin erklärt uns, wie wir das Wissen um den Stimmklang für Polit-Diskussionen zu unserem Vorteil nutzen können.

Vorweg einmal, wie sollte ein Politiker sprechen?

Um überzeugend wahrgenommen zu werden, sollte man mit seiner körpereigenen Stimme sprechen. Generell ist es so, dass tiefen Stimmen mehr Kompetenz beigemessen wird als hohen. Deshalb versuchen manche Menschen, bewusst tief zu sprechen. Doch das kann unecht sein und wird als unangenehm empfunden.

Das bedeutet, Frauen haben in der Politik das Nachsehen?

Nein, das würde ich so nicht sagen. Aber auch Frauen sollten nicht künstlich versuchen, tief zu sprechen. Ein Problem ist, dass in Momenten der Nervosität die Stimme häufig zusätzlich nach oben ausschlägt. Auch weil sich die Körperspannung verändert. Die Stimme klingt in solchen Fällen gepresst, sie verliert an Resonanz und Durchschlagskraft. Und das betrifft Männer genauso wie Frauen.

Welchen Unterschied gibt es außerdem in der Sprache von Frauen und Männern?

Auch in der Politik kann man beobachten, dass Frauen dazu neigen, am Ende eines Satzes mit der Stimme nach oben zu gehen. Was wiederum die Situation für Fragen oder Kritik öffnet. Männer hingehen werden in der Regel tiefer. Und bringen damit das Ende eines Satzes beziehungsweise ihres Gedankenganges deutlicher zum Ausdruck.

Und wie könnte der Zuhörer dieses Wissen nun für sich nutzen?
Gerät ein Politiker in eine hohe oder "gequetschte" Tonlage, ist er mitunter nervös, unter Druck, fühlt sich mit der Situation unwohl. Oder er oder sie sagt nicht die Wahrheit und steht nicht hinter dem, was gesagt wird.

Das muss im Regelfall aber nicht passieren.

Nein, natürlich nicht. Viele Politiker sind mittlerweile gut geschult. Wenn es jedoch nicht gut gemacht oder gemeint ist, merken aufmerksame Zuhörer es zumeist, oft unbewusst, aber doch.

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