Dicke Luft in Vöcklamarkt
Bürgerinitiative kämpft gegen Feinstaub

Die Initiative Lebensqualität Vöcklamarkt besteht aus rund 25 Vöcklamarktern, die sich zum Teil seit Jahren über die hohe Luftverschmutzung ärgern und nachhaltige Maßnahmen fordern.
  • Die Initiative Lebensqualität Vöcklamarkt besteht aus rund 25 Vöcklamarktern, die sich zum Teil seit Jahren über die hohe Luftverschmutzung ärgern und nachhaltige Maßnahmen fordern.
  • Foto: Susanne Kettl
  • hochgeladen von Maria Rabl

Vöcklamarkter Bürger fordern Maßnahmen gegen die hohe Luftverschmutzung in der Gemeinde.

VÖCKLAMARKT (rab). "Vöcklamarkt hat die höchste Staubbelastung aller Gemeinden in ganz Oberösterreich. Sogar in Steyregg, das hinter der Voest liegt, ist die Luft besser", ärgern sich die Mitglieder der Initiative Lebensqualität Vöcklamarkt. Sie stützen sich dabei auf einen Prüfbericht des Landes Oberösterreich (siehe "Zur Sache"). "Dieser Bericht wird aber nur jährlich veröffentlicht, wenn es bereits zu spät ist", kritisiert Susanne Kettl von der Initiative.

20 Prozent über IG-L im April und Oktober

Deshalb fordern sie und ihre rund 25 Mitstreiter nun, dass Messwerte zumindest jeden Monat zugänglich gemacht werden. "Nur so kann man sofort reagieren, wenn die Werte zu hoch sind." Denn in den Sommermonaten von April bis Oktober sei die Belastung im Schnitt um 20 Prozent höher, als das Immisionschutzgesetz Luft erlaubt. Zudem sei die Belastung jährlich im Schnitt um zehn Prozent gestiegen.

Termine mit Umweltanwaltschaft geplant

"Man kann nicht einfach sagen, dass Vöcklamarkt der dreckigste Ort ist", entgegnet Bürgermeister Josef Six. Er hat nun Franz Nöhammer von der Umweltanwaltschaft eingeladen, damit dieser die Werte umfassend erklären kann. "Es wird nach Ostern drei Termine geben, einen mit dem Gemeinderat, einen mit der Firma VM Holz und dann eine öffentliche Veranstaltung." Dabei soll unter anderem geklärt werden, welche Rolle das Sägewerk bei der Staubbelastung spiele.

Förderband soll Staub verringern

Six kündigt zudem mehrere Maßnahmen an, die das Problem erheblich verringern sollen: "Es wird ein Grünzug bepflanzt, damit der Wind nicht mehr von West nach Ost durchbläst. Die Sägespäne werden künftig auch nicht mehr mit dem Lader, sondern in einem geschlossenen Förderband transportiert." Dies bestätigt auch Otto Zechmeister, Eigentümer der Partnerfirma RZ Pellets in Vöcklamarkt: "Wir haben ein Investitionsprogramm gestartet, das heuer umgesetzt wird und den Staub wesentlich verringern wird."

Beobachtung durch Bezirkshauptmannschaft

Das Förderband soll nicht nur den Staub durch Sägespäne, sondern auch den innerbetrieblichen Verkehr verringern. Zudem sollen Fahrtwege asphaltiert werden. "Wenn in einer Trockenperiode ein Lkw über ein Schotterstraße fährt, geht natürlich eine Staubwolke auf", so der Eigentümer, der laut eigenen Angaben großen Wert auf eine umweltfreundliche Produktion legt.

"Uns ist wichtig, dass wir in einem guten Verhältnis mit den Anrainern arbeiten können." Von den Bemühungen des Betreibers ist auch Johann Sagerer, Leiter der Gewerbeabteilung der BH Vöcklabruck, überzeugt: "Das Sägewerk ist einer der Betriebe im Bezirk, die am genauesten unter Beobachtung stehen."

Zur Sache

Der Staubniederschlag wird in Vöcklamarkt seit 2004 an zwei Messstellen erhoben. In der Mösenbergstraße 4 (VM1) und in der Bahnhofsstraße 12a (VM2) sind je zwei Gefäße aufgestellt, die den Staub aus der Luft auffangen. Die gesammelten Proben werden jedes Monat auf Staub und Schwermetalle ausgewertet und in einem Jahresbericht veröffentlicht.

Im Jahr 2018 lag der Jahresmittelwert des Staubniederschlages bei der Messstelle VM1 bei 136 Milligramm pro Quadratmeter und bei der Messstelle VM2 bei 190 Milligramm pro Quadratmeter.

An der Messstelle VM1 wurde der Immissionschutzgesetz-Luft-Grenzwert (IG-L) von 210 Milligramm pro Quadratmeter im April überschritten, an der Messstelle VM2 wurde der Grenzwert im April, Juli September und Oktober überschritten. Im Mai und Juni lag der Wert knapp darunter.

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