Schwieriges Marktumfeld für Faserhersteller
Corona belastet Umsatz und Ergebnis der Lenzing Gruppe

Die Covid-19-Krise setzt auch dem Faserhersteller Lenzing zu. | Foto: Lenzing AG
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Der Umsatz des Faserherstellers verringerte sich im ersten Halbjahr 2020 um 25,6 Prozent.

LENZING. "Die unmittelbaren Auswirkungen der Covid-19-Krise erhöhten den Preisdruck im Bereich der Textilfasern über das gesamte Produktsortiment hinweg", heißt es aus dem Unternehmen. Die Umsatzerlöse der Lenzing Gruppe gingen im ersten Halbjahr 2020 um 25,6 Prozent auf 810,2 Millionen Euro zurück. Neben den Preiseffekten spürte Lenzing auch die geringere Nachfrage nach Textilfasern in allen Regionen. Die etwas höhere Nachfrage nach Fasern für den Medizin- und Hygienebedarf konnten die Verluste verringern, aber nicht kompensieren.
Die Ergebnisentwicklung reflektiert im Wesentlichen den Umsatzrückgang. So verringerte sich das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) in den ersten sechs Monaten 2020 um 46,6 Prozent auf 96,7 Millionen Euro. Das Periodenergebnis lag bei 1,5 Millionen Euro, nach 78,8 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2019.

Doboczky: Strategisch voll auf Kurs

„Die COVID-19-Krise beeinflusst die gesamte Textil- und Bekleidungsindustrie und erhöhte den Preis- und Mengendruck auf den Weltfasermarkt weiter. Lenzing sah sich im ersten Halbjahr 2020 gleichermaßen mit diesem äußerst schwierigen Marktumfeld konfrontiert und richtete den Fokus auf die Gesundheit ihrer Mitarbeiter, den Fortbestand langfristiger Partnerschaften und die Sicherung ihrer nachhaltigen Geschäftsentwicklung“, sagt Stefan Doboczky, Vorstandsvorsitzender der Lenzing Gruppe. „Strategisch sind wir weiter voll auf Kurs und die Umsetzung unserer Schlüsselprojekte verläuft nach Plan. Ein Höhepunkt des ersten. Halbjahres war sicherlich der erfolgreiche Abschluss der Finanzierungsverträge für den Bau des Zellstoffwerks in Brasilien“, so Doboczky.

Stärkung des Spezialfaserwachstums

Die Investitionen in immaterielle Anlagen, Sachanlagen und biologische Vermögenswerte (CAPEX) haben sich im ersten Halbjahr 2020 auf 268,7 Millionen Euro in etwa verdreifacht. Der starke Anstieg des Investitionsvolumens seit auf die Umsetzung der Großprojekte in Brasilien und Thailand zurückzuführen, betont das Unternehmen. Die Umsetzung der beiden wichtigsten langfristigen Investitionsprojekte zur Stärkung der Eigenversorgung mit Faserzellstoff und Erhöhung des Spezialitätenanteils im Sinne der sCore TEN Strategie verle planmäßig.

Produktion hochwertiger Schutzmasken

Um den aktuell erhöhten Bedarf an hochwertigen Hygiene- und Schutzartikeln zu decken, gründeten die Lenzing AG und die Palmers Textil AG Ende April die Hygiene Austria LP GmbH, an der die Lenzing AG 50,1 Prozent und die Palmers Textil AG 49,9 Prozent hält. Das Unternehmen startete ab Mai 2020 mit der Produktion und dem Verkauf von MNS- und FFP2-Masken. Das Produktsortiment wurde in einem nächsten Schritt um Masken für Kinder erweitert. Mit der Einführung eines Online-Shops im Juli ist es der Hygiene Austria LP GmbH gelungen, einen weiteren Beitrag zur österreichischen Versorgungssicherheit zu leisten. Mit der derzeitigen Produktionsinfrastruktur können bis zu zwölf Millionen Masken pro Monat produziert werden.

Auch wenn die weitere Entwicklung des Geschäftsjahres 2020 derzeit nur grob eingeschätzt werden kann, erwartet die Lenzing Gruppe aus heutiger Sicht, dass die Entwicklung der Umsatzerlöse und des operativen Ergebnisses in den verbleibenden zwei Quartalen des Geschäftsjahres über jener des zweiten Quartals liegen sollte.

Die Covid-19-Krise setzt auch dem Faserhersteller Lenzing zu. | Foto: Lenzing AG
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