Erneuerbare Energie
Zukunftsmodell Erdgasspeicher

Markus Mitteregger, Geschäftsführer der RAG Austria AG, und Günter Rübig, Spartenobmann der WKOÖ, vor der Erdgas-Versuchsanlage in Pilsbach.
5Bilder
  • Markus Mitteregger, Geschäftsführer der RAG Austria AG, und Günter Rübig, Spartenobmann der WKOÖ, vor der Erdgas-Versuchsanlage in Pilsbach.
  • Foto: WKOÖ
  • hochgeladen von Lisa-Maria Langhofer

Immer wieder taucht bei erneuerbaren Energien das Problem der Speicherung und die Überbrückung der jahreszeitlichen Schwankungen auf. Das RAG-Projekt "Underground Sun Conversion" testet einen Lösungsansatz, bei dem Erdgas direkt in einer Erdgaslagerstätte erzeugt und gespeichert werden kann.

PILSBACH/VÖCKLABRUCK. Das Energiesystem der Zukunft steht vor großen Herausforderungen, soll wirtschaftlich vertretbar und nachhaltig sein. "Um die Versorgungssicherheit bei zunehmender volatiler Erzeugung auch künftig zu erhalten, müssen große Energiemengen gespeichert und über mehrere Tage, Wochen und Monate vorgehalten werden", sagt Günter Rübig, Obmann der Sparte Industrie der WKOÖ. Gaskraftwerke und die Erzeugung von erneuerbarem Erdgas seien dabei unerlässlich, denn durch Pumpspeicher oder Batterien seien die jahreszeitlichen Schwankungen (Energieernte im Sommer, Energiebedarf im Winter) nicht auszugleichen. "Dazu braucht es großvolumige und saisonale Speicher", sagt Markus Mitteregger, Geschäftsführer der RAG Austria AG. 

Gasspeicher als Lösung im Test

Mit dem Projekt "Underground Sun Storage" hat die RAG bereits einen Ansatz getestet, der das bekannte Speicherproblem beheben soll: die Power-to-Gas-Technologie. Mithilfe der Elektrizität aus Sonnen- und Windenergie wird durch Elektrolyse Wasserstoff erzeugt. Dieser erneuerbare Wasserstoff wird so zum Energieträger und kann in ehemaligen Erdgaslagerstätten gespeichert werden. Die Erkenntnisse aus diesem Experiment führten schließlich zum laut Eigenaussage weltweit einzigartigen "Underground Sun Conversion"-Projekt, durchgeführt auf einer Versuchsanalge in Pilsbach im Bezirk Vöcklabruck.  Bei dieser Methode wird der natürliche Entstehungsprozess von Erdgas nachgebildet, aber um Jahrmillionen verkürzt, wie Mitteregger erklärt:

"Wasserstoff und Kohlendioxid können in geeigneten Erdgaslagerstätten durch einen mikrobiologischen Prozess in Methan, also erneuerbares Erdgas, umgewandelt werden. Energieumwandlung, Erhöhung der Energiedichte und Energiespeicherung erfolgen unsichtbar im porösen Sandstein in mehr als 1000 Metern Tiefe."

Der Energieträger Gas lasse sich in großen Mengen unterirdisch transportieren und in natürlichen Gaslagerstätten umweltfreundlich speichern. "Die Produktion erfolgt CO2-neutral, das Gas kann direkt in der Industrie genutzt werden und dazu beitragen, Österreich unabhängiger von Stromimporten zu machen", sagt Mitteregger.

Abschluss 2021 geplant

Das "Underground Sun Conversion"-Projekt wird unter Federführung der RAG Austria AG durch ein österreichisches Konsortium abgewickelt und im Rahmen des Energieforschungsprogrammes des österreichischen Klima- und Energiefonds als Leitprojekt gefördert. Das Forschungsprojekt soll bis 2021 abgeschlossen sein.

Kommentare

?

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Aktuell

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!




Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen