Bilanz von Elfriede Pfeifenberger
30 Jahre im Einsatz für die Region Lipizzanerheimat

30 Jahre EU-Regionalbüro Voitsberg (v. l.): Jochen Bocksruker, Elke Fleischhacker, Elfriede Pfeifenberger und Erwin Dirnberger | Foto: Creative Media Kos
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Seit 1. Mai 1996 steht Elfriede Pfeifenberger an der Spitze des EU-Regionalbüros Voitsberg. In drei Jahrzehnten holte sie gemeinsam mit verschiedensten Partnerinnen und Partnern mehr als 100 Millionen Euro an Fördermittel in die Region, setzte zentrale Leitprojekte um und prägte die Lipizzanerheimat nachhaltig. Ein Gespräch über Anfänge, Herausforderungen und Motivation.

VOITSBERG. 30 Jahre ist Elfriede Pfeifenberger jetzt Regionalmanagerin und am Anfang war ihr nicht klar, dass diese Ära so lange dauern würde. MeinBezirk hat sie zum Interview gebeten. 

  • Am 1. Mai sind Sie seit 30 Jahren Regionalmanagerin. Hätten Sie gedacht, dass Sie so lange in diesem Bereich tätig sein werden?

Elfriede Pfeifenberger: Nein, eigentlich nicht. Damals gab es keine Regionalmanagements. Ich habe alles Schritt für Schritt aufgebaut und die Regionalentwicklung hat mich einfach nicht mehr losgelassen. 

  • Wie hat denn alles begonnen?

Im Jahr 1996 wurde - kurz nach dem EU-Beitritt - das EU-Regionalbüro Voitsberg von der Wirtschaftsoffensive WOF gegründet, das ich seither leite. Wir waren eines der ersten Regionalmanagements in der Steiermark. Unsere Aufgabe war klar: Förderungen in die Region holen, Projektumsetzungen unterstützen und Menschen vernetzen, um Synergien zu erzielen. 

Die Anfänge: Elfriede Pfeifenberger und Erwin Dirnberger | Foto: Cescutti
  • Die Anfänge: Elfriede Pfeifenberger und Erwin Dirnberger
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  • Was war besonders herausfordernd in dieser Zeit?

Als regionale und überparteiliche Organisation die unterschiedlichen Interessen zu vereinen. Gemeinden, Betriebe und die Bevölkerung haben oft verschiedene Erwartungen. Das braucht Geduld, Überzeugungskraft und Ausdauer. Rückschläge gehören dazu, wichtig ist, am Ziel dranzubleiben. 

  • Was macht ihre Arbeit so besonders?

Die enorme Vielfalt. Projekt in Wirtschaft, Tourismus, Bildung oder Kultur, jeder Tag ist anders. Und das starke Netzwerk, das über die Jahre entstanden ist, bleibt ein großer Erfolgsfaktor. 

  • Woran messen Sie den Erfolg?

An konkreten Zahlen. Mehr als 100 Millionen Euro Fördermittel konnten wir in die Region holen und damit mindestens noch einmal so viele Investitionen auslösen. Allein über Leader waren es 15 Millionen Euro, die etwa 30 Millionen Euro an Investitionen ermöglich haben. 

Elfriede Pfeifenberger ist seit 30 Jahren EU-Regionalmanagerin in Voitsberg. | Foto: Cescutti
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  • Ein Erfolgsprojekt ist der Regionsgutschein?

Ja, ein echtes Herzensprojekt. Anfangs skeptisch betrachtet, heute ein Erfolgsmodell: Mehr als eine Million verkaufte Gutscheine haben mehr als 10 Millionen Euro Wertschöpfung in der Region gehalten. 

  • Welche Projekte stehen exemplarisch für die letzten drei Jahrzehnte?

Die Therme Nova, der Technologie- und Gründerpark Rosental oder der Telepark Bärnbach sind wichtige Impulsgeber. Dazu kommen der Kurpark Lipizzanerheimat, der Bewegungspark Köflach, Pumptracks und Mountainbike-Angebote sowie das Langlaufzentrum Hebalm. Aktuell setzen wir verstärkt auf Ortskernbelebung, etwa mit dem Kirchhof in Ligist oder dem Multifunktionsgebäude auf der Packer Höhe. Alle aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Wir sind aber eine der ersten Regionen, die ein Projekt mit interkommunalen Finanzausgleich umgesetzt haben und zwar beim Technologie- und Gründerpark Rosental, damals noch mit einer speziellen Bergbauförderung. Fast alle Gemeinden trugen zur Finanzierung bei und erhalten heute noch anteilig die Kommunalsteuer durch die entstandenen Arbeitsplätze. Ein Vorzeigemodell, das zur Standortentwicklung noch mehr genützt werden sollte. 

Ein Bild mit dem Ausbildungsverbund aus dem Jahr 2018, einige Personen sind inzwischen nicht mehr im Amt. | Foto: Cescutti
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  • Welche Rolle spielt Bildung und Fachkräfteentwicklung?

Eine zentrale. Der Ausbildungsverbund, den wir von Anfang an unterstützt haben, feiert heuer sein 20-jähriges Jubiläum und hat vielen Jugendlichen eine fundierte Ausbildung ermöglicht. Ergänzend dazu gibt es Initiativen wie das Labor für digitale Produktentwicklung an der HTL Voitsberg oder die Berufserlebnistage Technik. 

  • Welche Bedeutung hat die Dachmarke Lipizzanerheimat?

Sie ist ein ganz wesentlicher Baustein unserer Arbeit. Die Dachmarke verbindet Wirtschaft, Tourismus, Kultur und Gemeinden unter einem gemeinsamen Auftritt. Sie schafft Identität nach innen und Sichtbarkeit nach außen. Gerade im Wettbewerb der Regionen ist es entscheidend,  geschlossen aufzutreten. 

  • Was motiviert Sie persönlich nach so vielen Jahren?

Wenn Projekte wirken. Wenn Regionsgutscheine tägliche genutzt werden oder junge Menschen durch Ausbildungsinitiativen ihren Weg finden. Das macht Freude und ist gleichzeitig Motivation, jeden Tag weiterzumachen. 

  • Was fordert Sie im Alltag am meisten?

Die Bürokratie ist mehr geworden. Aber entscheidend ist, dranzubleiben und Lösungen zu finden. Die Zukunft liegt in einer starken Wirtschaft und einem nachhaltigen Tourismus. Qualität statt Masse ist entscheidend. Die Lipizzanerheimat hat dafür beste Voraussetzungen. Wir müssen nur mit vereinten Kräften an der Weiterentwicklung der Region arbeiten. 

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