Amphibienwanderung startet
Helfende Hände für unsere Frösche, Kröten & Molche

Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei stellen die Zäune auf: Andreas Stark, Stefan Hauer, Manfred Binder und Daniel Pollak (v.l.) | Foto: Daniel Schmidt
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  • Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei stellen die Zäune auf: Andreas Stark, Stefan Hauer, Manfred Binder und Daniel Pollak (v.l.)
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Amphibien sind eine faszinierende Tiergruppe. Beeindruckend ist vor allem ihre Entwicklung vom Ei zum erwachsenen Tier. In ihren verschiedenen Lebensstadien bewohnen sie zudem zwei völlig unterschiedliche Lebensräume: Wasser und Land. Aber genau dies wird ihnen bei ihrer Wanderschaft zum Verhängnis.

BEZIRK WAIDHOFEN/THAYA. In Österreich sind alle Amphibienarten in der Roten Liste vermerkt, d.h. sie sind alle in ihrem Bestand bedroht. Das zu ändern ist ein wesentliches Anliegen des Naturschutzbundes.

Vor allem die Zerstörung ihrer Lebensräume und deren Zerschneidung setzt unseren Amphibien zu. Viele Gefahren sind aber noch wenig oder gar nicht bekannt, dabei sind die Tiere relativ einfach zu schützen. Weiß man über ihre Verbreitung und Lebensräume Bescheid, können Schutzmaßnahmen wie Amphibientunnel und -schutzzäune schnell zu guten Ergebnissen führen.

Eine der im Bezirk Waidhofen praktizierten Schutzmaßnahmen betreffen bekannte Wanderstrecken von Fröschen, Kröten, Unken und Molchen. Besonders selten Arten, die im Bezirk vorkommen sind die Knoblauch-Kröte und der Kamm-Molch. Jedes Jahr an den ersten Frühlingstagen machen sich die Amphibien auf zur ihren Laichplätzen. Auf dieser gefährlichen Reise müssen sie aber viele menschengemachte Barrieren überwinden. 

Menschlicher Helfer

Um die Tiere zu schützen, werden auf entlang von Straßen in der Nähe von Gewässern vom Straßendienst der Straßenmeistereien Amphibienzäune aufgestellt. Die Tiere hoppeln daran so lange entlang, bis sie in einen dafür vergrabenen Kübel fallen, aus dem sie nicht mehr entkommen können.

Diese Kübel werden dann für einige Wochen täglich zweimal kontrolliert, die gefangenen Tiere werden gezählt und auf die andere Straßenseite gebracht. Einmal auf der anderen Seite finden die Tiere dann alleine den Weg zu ihren Laichgewässern und sorgen dort für die nächste Generation. Dies geschieht im Bezirk u.a. beim Stadtteich in Waidhofen, am Samplteich in Artolz, am Engelbrechtserteich in Kautzen und am Amerexelteich in Loibes.

Mitmachen ausdrücklich erlaubt

An Wochentagen geschieht dies durch den Straßendienst, an Wochenenden übernehmen Freiwillige diese Aufgabe. Eine dieser Freiwilligen ist Eveline Christian. "Ich habe diese Aufgabe nach Aufruf des Naturschutzbundes von Herrn Bauer übernommen. Für mich stellte sich immer die Frage 'Was nützen Tiere wir Kröten?' und habe mich dann intensiver mit diesen faszinierenden Kreaturen beschäftigt. Die Arbeit ist meist innerhalb von 15 Minuten erledigt und macht Freude. Wir freuen uns auch über Zuwachs in unserer Gruppe von Freiwilligen," so die Waidhofnerin.

Mit Handschuhen und Kübeln ausgerüstet kann man sich lokalen „Froschklauber-Gruppen“ anschließen und so im Frühling und Herbst mithelfen, Unken und Co. vorm Straßenverkehr zu retten. Kontakt zu den Gruppen wird vom Naturschutzbund NÖ hergestellt (Kontakt siehe unten).

Artenvielfalt ist auch bei uns in Gefahr

Achtung Autofahrer!

Besonders in warmen Regennächten ist die Vorsicht der Autofahrer gefragt: Schon einer Geschwindigkeit von nur 30 km/h können die fragilen Körper nicht standhalten und werden beim darüberhinwegfahren zerfetzt. Untersuchungen haben ergeben, dass schon bei einer Verkehrsdichte von nur 60 Autos pro Stunde 90 Prozent der wandernden Erdkröten überfahren werden.

"Wir appellieren daher an die Autofahrer besondners achtsam zu sein und langsamer zu fahren. Einerseits arbeiten wir Freiwilligen am Straßenrand andererseits werden mehr Tiere getötet als ohenhin schon," so Eveline Christian abschließend.

Kontakt

Beim Naturschutzbund NÖ gibt es zahlreiche Möglichkeiten im Freiland, um sich für die Natur in NÖ einzusetzen. Telefonisch unter 01-402 93 94 oder per Mail an noe@naturschutzbund.at. Mehr unter www.noe-naturschutzbund.at

Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei stellen die Zäune auf: Andreas Stark, Stefan Hauer, Manfred Binder und Daniel Pollak (v.l.) | Foto: Daniel Schmidt
Amphibien sind faszinierende Tiere, wenn sich auch nicht alle gleich so angezogen fühlen. | Foto: Archiv
Freiwillige jeden Alters können sich bei den Schutzaktionen beteiligen. | Foto: Archiv
In diese Kübel fallen die Amphibien. Von dort werden sie gesammelt über die Straße getragen. | Foto: Archiv
Hinweistafeln auf manchen Streckenabschnitten  | Foto: Archiv

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