Den Anrainern reicht's
"Stoppt endlich die Holz-Transporte!"

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50 Tonnen schwere Lkw donnern durch die Dörfer des Waldviertels. Anrainer fordern dringend Maßnahmen.

BEZIRK WAIDHOFEN. Lärm, Abgase und gefährliche Situationen: Immer mehr Waldviertler empfinden den Schwerverkehr in der Region als mittlerweile unerträglich. Hauptverantwortlich für den Durchzug durch die Dörfer und Weiler sind die Holzimporte aus Tschechien. Die Einwohner der betroffenen Orte vor allem im Bezirk Waidhofen und Gmünd steigen nun auf die Barrikaden und fordern endlich Fahrverbote und Tempokontrollen für die bis zu 50 Tonnen schweren Laster. Doch das ist schwieriger als gedacht.



In Thaya sind manche Einwohner froh, wenn sie nachts überhaupt schlafen können. Denn die ersten bis zu 50 Tonnen schweren Lkw donnern ab zwei Uhr früh durch den Ort. "Zuletzt hat sich der Verkehr etwas verlagert und bei uns ist das Verkehrsaufkommen spürbar weniger geworden", so Bürgermeister Eduard Köck. Aber: Zufrieden könne man auch damit nicht sein. Köck spricht im Gespräch mit den Bezirksblättern von einer aberwitzigen Situation.

Marianna Jelinek kämpft schon seit Jahren gegen den steigenden Schwerverkehr: "Die Fahrer sollten sich vor allem im Ort endlich an die Geschwindigkeitsbeschränkungen halten. Ein Pkw-Lenker muss es ja auch, und ein Lkw hat darüber hinaus eine lange Bremsdauer. Der nächste Punkt ist, es gibt ja auch Holz aus Österreich, aber das kostet mehr. Wer sich aufregt und billiges Brennholz aus Tschechien kauft, sollte darüber nachdenken."
Eine Lösung zu finden, ist schwierig: "Wir haben schon alles Mögliche versucht. Ein Fahrverbot wurde abgelehnt, und ein Treffen mit den Frächtern verlief ohne Ergebnis. Denen geht es um jeden einzelnen Kilometer, den sie einsparen können", berichtet Bürgermeisterin Anette Töpfl. Aktuell ruhen die Hoffnungen der Vitiser auf einem Gutachten eines Verkehrssachverständigen, der demnächst die Lage beurteilen soll. Fakt ist aber: Alleine sind die Bürgermeister machtlos. "Wir brauchen die Hilfe vom Land", so Töpfl.

Genau deshalb gab es bereits ein Treffen von Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko mit dem tschechischen Vize-Verkehrsminister Jan Sechter. „Die Vielzahl an tschechischen Holztransporten per LKW, die sich durch die Ortschaften des Waldviertels schlängeln, sorgt für zunehmenden Ärger. Wir sind übereingekommen, dass eine Verlagerung der Transporte auf die Bahn wünschenswert wäre“, so Schleritzko.

Fahrverbote nur bedingt sinnvoll

Warum nicht einfach Fahrverbote erlassen werden? Erstens kann dies nur das Land veranlassen und zweitens würde der Verkehr anderswo steigen. Dazu komme noch, dass Lkw-Fahrverbote auch die einheimischen Frächter treffen würden, was nicht der Sinn der Maßnahmen sein könne, so Köck.

Zur Sache

Österreich ist der zweitgrößte Holz-Importeur weltweit - nur geschlagen von China. Eine Studie der Universität Graz hat das Aufkommen der Jahre 1995 bis 2012 näher unter die Lupe genommen. Dabei hat sich speziell im Bereich Holz eine drastische Situation in Bezug auf den Holzimport gezeigt. Aus der Untersuchung ging hervor, dass Österreich im Jahr 2012 8,1 Mio. Festmeter Holz importiert hat und somit der weltweit zweitgrößte Holzimporteur war. Auf Platz eins rangiert China mit rund 38 Mio. Festmetern, Platz drei wird von Schweden (7,3 Mio. Festmeter) eingenommen, heißt es in der Mitteilung der Universität. Importiert wird hauptsächlich aus Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Polen und Ukraine.

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