23.10.2017, 13:36 Uhr

Dieser Streit ist für die Ratz

Schädling, Nagetier und ein Politikum: In Waidhofen brach ein heftiger Streit über die Rattenbekämpfung aus. (Foto: pixabay)

In Waidhofen wird leidenschaftlich über die Rattenvernichtung gestritten. Die FPÖ ortet sogar einen Interessenkonflikt.

WAIDHOFEN. Glaubt man den Gemeinderäten in Waidhofen, liegt in der Rattenbekämpfung einiges im Argen. Seitdem ein Privatunternehmen gegen die Nager vorgeht häufen sich die Beschwerden: wann und wo die Mitarbeiter tätig werden ist oft nicht klar, ein Leistungsnachweis fehlt und kassiert wird über den Gartenzaun - aber auch das nur unregelmäßig, denn wer die Haustür gar nicht erst aufmacht hat anscheinend gute Chancen sich die 16 Euro Kosten für die Rattenbekämpfung zu ersparen.

Deshalb soll nun der Abfallverband (GVA) im Namen der Stadtgemeinde den Kampf gegen die Nager führen. Der Großteil der Gemeinden hat die Schädlingsbekämpfung bereits an die den Gemeindeverband ausgelagert - nur Waldkirchen kämpft noch allein gegen die Nager. Bei der FPÖ ortet man aber einen Interessenkonflikt. Denn der Geschäftsführer des GVA ist bekanntlich Waidhofens Bürgermeister Robert Altschach - oder wie es Vizebürgermeister Gottfried Waldhäusl (FPÖ) formulierte: "Da sitzen auch keine besseren Leute als in der Gemeinde. Du als Bürgermeister in Waidhofen sagst als Stadt sind wir für die Rattenbekämpfung zu patschert, lasst es mich doch als Geschäftsführer machen". Waldhäusl warnte gleichzeitig vor höheren Kosten für die Waidhofner. Franz Pfabigan (SPÖ) sah das ähnlich: "Im Abfallverband sind 15 Bürgermeister drin. Warum soll da die Rattenbekämpfung auf einmal funktionieren?"

Die Bekämpfung von Ratten sei nicht die Kernkompetenz einer Gemeinde, erklärte Thomas Lebersorger (ÖVP). Eine ähnliche Diskussion hätte es bereits bei der Müllabfuhr gegeben "Und die funktioniert seit Jahrzehnten hervorragend". Alfred Sturm (ÖVP) argumentierte, dass die Stadt keine Ressourcen hätte, sich selbst als Rattenfänger zu betätigen, deshalb sei eine Übertragung der Aufgabe an den GVA sinnvoll. "Ich wüsste nicht, wo wir das Personal hernehmen sollen", so Sturm.

Nach einer Sitzungsunterbrechung wurde mit den Stimmen der ÖVP beschlossen, die Rattenplage in die Hände des GVA zu legen. FPÖ, IG und SPÖ stimmten dagegen.
1
Einem Mitglied gefällt das:
1 Kommentarausblenden
805
Helmut Böhm aus Waidhofen/Thaya | 25.10.2017 | 12:28   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.