Vorwürfe gegen Polizei
Brände und Randale in Welser Silvesternacht
- Brand Müllinsel in Wels-Vogelweide.
- Foto: laumat.at/Matthias Lauber
- hochgeladen von Sandra Kaiser
Auch in Wels war die Silvesternacht unruhig, auch wenn die befürchtete Randale wie im Vorjahr nicht eintrat. Neben Bränden musste auch die Polizei mehrfach für Ordnung sorgen. Dabei kam es im Stadtteil Lichtenegg auch zu zwei Festnahmen. Die beiden Betroffenen wenden sich nun mit Gewalt- und Rassismusvorwürfen gegen die Polizei an die Medien.
WELS. Die Feuerwehr hatte rund um den Jahreswechsel in der Messestadt einiges zu tun. Glücklicherweise galt es zumeist nur, Kleinbrände zu löschen. Schwerpunkt waren typische Müllcontainerbrände und noch glühende Feuerwerksbatterien. Der Brand einer Abfalltonne in einer Müllinsel in Wels-Vogelweide ließ nicht lange auf sich warten. Im Stadtteil Neustadt folgten dann noch einige kleinere Müllbehälter, die offenbar gesprengt worden waren.
Aggressive Menschenmenge
Die Polizei war breit aufgestellt, um Randale wie im Vorjahr zu verhindern. Zum Großeinsatz kam es dann jedoch im Siedlungsgebiet Noitzmühle im Welser Stadtteil Lichtenegg. Hier liefen Personenkontrollen aus dem Ruder, als eine größere Gruppe Jugendlicher mit der Polizei aneinandergeriet. Laut Pressestelle war immer wieder massiv unerlaubt Pyrotechnik abgefeuert worden. Mehrere Streifen rückten an, plötzlich flogen auch Böller aus der Menschenansammlung in Richtung der Beamten, so die Polizei. Die Bereitschaftseinheit, unterstützt mit Linzer Kräften, griff ein. Mehrere Personen verweigerten die Kontrolle, die Situation schaukelte sich hoch.
Zwei Festnahmen & Verletzungen
Vor allem ein 19-Jähriger soll dabei aufgefallen sein. Er sei von einem Polizisten weggeschoben worden sein, daraufhin habe er auf dessen Hand geschlagen und ihn beschimpft. Als Beamte seine Personalien feststellen wollten, habe er Schutz hinter seinen Freunden gesucht. Schließlich wurde er laut Polizei an der Jacke gepackt und aus der Menschenmenge gezogen. Dagegen habe sich der 19-Jährige massiv gewehrt und Unterstützung von einer Gruppe von rund 15 Personen bekommen.
Schließlich gelang es den Beamten, den 19-Jährigen sowie einen Freund (20) festzunehmen. Der hatte sich laut Pressestelle an den Jüngeren geklammert und auch in Richtung der Polizei geschlagen. Dabei erlitt ein Polizist eine Fraktur am Finger, auch die beiden jungen Männer wurden leicht verletzt.
"Affe" und "Kameltreiber"?
Jetzt erheben die beiden jedoch in einem Schreiben an die Medien Vorwürfe gegen die Beamten: Sie hätten sich auf dem Heimweg befunden, als sie "unvermittelt" in die Menschenmenge und das Großaufgebot an Polizisten geraten seien. "Die Beamten verhielten sich dabei äußerst aggressiv, griffen uns an, packten mich und einige meiner Freunde und warfen uns zu Boden", so einer der Beteiligten. "Während ich am Boden lag, erhielt ich mehrere Tritte gegen meinen Kopf, was durch ein Video belegt werden kann", so der zweite Tatverdächtige. Übereinstimmend erklären sie dann, aufgrund ihrer Hautfarbe beispielsweise als "Affe" und "scheiß Kameltreiber" beschimpft worden zu sein, weitere – nicht näher ausgeführte – Beleidigungen sollen dann im Polizeigewahrsam gefallen sein.
Beide kritisieren diskriminierendes Verhalten der Beamten sowie eine übermäßige Gewaltanwendung. Auch der Vorwurf des gebrochenen Fingers wird zurückgewiesen, die Eskalation sei - wie auf einem Video ersichtlich - von Seiten der Beamten ausgegangen.
"Wird ordentlich geprüft"
"Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Beamten so verhalten haben", sagt der amtierende Polizeichef von Wels, Hermann Krenn, im Gespräch mit MeinBezirk. "Jeder von ihnen weiß, wie er sich verhalten soll und ist geschult." Wenn es jedoch Vorfälle gegeben haben soll, dann sollten die beiden Betroffenen eine Beschwerde einbringen, die werde "ordentlich geprüft". Generell sei die Situation in der Noitzmühle laut Krenn "spannungsgeladen" gewesen.
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