Tipps für brasilianische Umweltschützer
Naturschonende Wasserkraft in Lambach
- Aktivistinnen und Aktivsten von damals und heute mit dem alten Protestbanner aus den frühen 90ern Jahren in Lambach.
- Foto: Rammerstorfer
- hochgeladen von Philipp Paul Braun
Andere Dimensionen – gleiches Dilemma: Die Zerstörung der Natur auf Kosten der Energiegewinnung. Nach Protesten beim Staudammbau in Lambach 1996 holten sich brasilianische Aktivistinnen nun Tipps für Alternative Umsetzung und Umweltschutz.
LAMBACH. Nara de Moura Silva und Judenilton Oliveira kommen aus Brasilien. Dort befassen sie sich mit den weitreichenden Folgen des Staudammbaus, der in ihrem Land zu "Massenvertreibungen und Umweltzerstörung in unfassbaren Ausmaß" führe. Auch in Lambach kenne man die Problematik. Hier kämpfte man 1996 mit einer Baustellenbesetzung gegen die Errichtung des Traun-Kraftwerkes. Mit dabei: Der Welser Stadtrat Thomas Rammerstorfer (Grüne): „Der Widerstand brachte einen natur- und sozialverträglichen Kompromiss, vor allem aber auch einen langfristigen strategischen Sieg für den Umweltschutz."
Tipps für Brasilien
Auf Einladung der Diozese Linz reisten die beiden brasilianischen Umweltschützerinnen nach Lambach. Hier konnte man den Bau des Wasserkraftwerkes nicht verhindern, habe es aber laut Rammerstorfer geschafft, eine Umwelverträglichkeit zu vollziehen: "Es fanden umfassende Renaturierungsmaßnahmen statt, beispielsweise der Fischaufstieg, die Schaffung rechtlicher Rahmenbedinungen für Umweltschutz und die Einbindung der Bevölkerung", erklärt der Welser Stadtrat. Von den Aktivisten von damals konnten die Brasilianerinnen Erfahrungen über Energiepolitik und Umweltaktivismus ausgetauscht. Den Widerstand in Lambach sieht Rammerstorfer positiv:
"Seit damals wird auf eine korrekte Abwicklung von Großprojekten wesentlich mehr Augenmerk gelegt.“
Die Schaffung verbindlicher rechtlicher Rahmenbedingungen und Formen der sozialen Bürgerbeteiligung seien auch Ziele der brasilianischen Aktiven.
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