Konditorei-Neuanfang
Frischer Wind für Alt Völs, Leon Schmollgruber leitet Traditionshaus
- Mit 20 Jahren übernimmt Leon Schmollgruber die ehemalige Konditorei Alt Völs und startet mit frischen Ideen in die Zukunft.
- Foto: AMG/Wieser
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Mit gerade einmal 20 Jahren übernimmt Leon Schmollgruber die ehemalige Konditorei Alt Völs. Der junge Gastronom setzt auf Regionalität, Handwerk und neue Ideen, ohne den Charakter des Hauses aus den Augen zu verlieren.
VÖLS. Noch wird an manchen Ecken geräumt, dekoriert und vorbereitet. Im Gastgarten stehen neue Möbel, frische Pflanzen setzen Akzente, an den Wänden hängen Kunstwerke. Die bekannten Räume der ehemaligen Konditorei Alt Völs wirken vertraut und gleichzeitig verändert. Verantwortlich dafür ist Leon Schmollgruber. Mit nur 20 Jahren übernimmt der Völser einen Betrieb, der für viele Menschen im Dorf seit Jahrzehnten zum Alltag gehört.
Für Schmollgruber schließt sich damit ein Kreis. Schon als Kind kam er regelmäßig in die Konditorei. Die Begeisterung für Lebensmittel und das Backen entdeckte er früh. Bereits als Neunjähriger durfte er deshalb bei seinem Vorgänger Peter Mayr erste Einblicke in den Betrieb gewinnen.
"Die Tradition der Konditorei und die Leidenschaft, die Peter an den Tag gelegt hat, haben mein Interesse noch mehr verstärkt“
, erzählt Schmollgruber. Als gegen Ende seiner Ausbildung an der Villa Blanka klar wurde, dass ein neuer Betreiber gesucht wird, stand sein Entschluss rasch fest:
"Da war für mich klar, dass ich mich ins Spiel bringen muss.“
- Staffelübergabe in Völs: Peter Mayr (rechts) übergibt den Traditionsbetrieb an seinen Nachfolger Leon Schmollgruber.
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Erfahrungen im In- und Ausland gesammelt
Dass Schmollgruber trotz seines jungen Alters bereits viel Erfahrung mitbringt, zeigt sein bisheriger Werdegang. Während seiner Ausbildung an der Villa Blanka in Innsbruck sammelte er Erfahrungen in Gastronomie- und Hotelbetrieben im In- und Ausland. Bereits als 18-Jähriger übernahm er in einem Restaurant eines Luxushotels in der Schweiz erstmals Verantwortung in leitender Funktion.
Zusätzlich absolvierte er die Ausbildung zum Junior Master Chef. Dabei habe er gelernt, dass gutes Essen weit mehr sei als das fertige Gericht auf dem Teller.
"Mich interessieren immer auch die Geschichte und die Menschen dahinter. Genau das möchte ich auch unseren Gästen vermitteln.“
Verwurzelt in der Heimat
Ein wichtiger Grund für die Übernahme ist seine enge Verbindung zu Völs. Schmollgruber ist überzeugt, dass ein Traditionsbetrieb wie dieser von jemandem geführt werden sollte, der den Ort und seine Menschen kennt.
"Nur ein Völser weiß, was es im Dorf braucht, was sich die Bewohnerinnen und Bewohner wünschen und was ein gutes Café im eigenen Heimatort ausmacht“
, sagt er. Für ihn sei ein solcher Ort weit mehr als ein Gastronomiebetrieb. Er sei Treffpunkt, Wohnzimmer und Teil des Dorflebens zugleich.
- Der Neuanfang ist ein guter Grund zum Feiern.
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Regionale Zutaten und saisonale Ideen
Diese Heimatverbundenheit spiegelt sich auch in seiner Küche wider. Verarbeitet werden Produkte aus Tirol oder zumindest aus Österreich. Dabei legt der junge Gastronom großen Wert darauf, seine Lieferanten persönlich kennenzulernen. Viele Betriebe hat er selbst besucht und sich intensiv mit den Produkten sowie den Menschen dahinter auseinandergesetzt.
Regionalität bedeutet für ihn aber nicht nur kurze Wege. Ebenso wichtig ist die Saisonalität.
"Ich arbeite gern mit vergessenen heimischen Stars“
, erzählt er. Einer davon sei die Rote Beete. Sein derzeitiges Lieblingsgericht ist ein Rote-Beete-Tatar mit Zirbe.
Generell setzt Schmollgruber gerne auf vegetarische Gerichte. Fleisch komme dann auf den Teller, wenn Qualität und Herkunft überzeugen. Auch bei Kaffee und Getränken möchte er eigene Akzente setzen. So bietet er eine besondere Cold-Brew-Zubereitung an, die nach seinen Angaben in dieser Form bislang nur in Innsbruck und nun auch in Völs erhältlich ist.
- Regional, saisonal und etwas ungewöhnlich: Das Rote-Beete-Tatar mit Zirbe zählt zu den Lieblingsgerichten von Leon Schmollgruber.
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Tradition bewahren, Neues wagen
Mit der Übernahme verändert sich auch das Konzept. Künftig soll der Betrieb mehr sein als ein klassisches Kaffeehaus oder eine Konditorei. Angeboten werden Frühstück, kleine Speisen, Snacks und hausgemachte Mehlspeisen. Auch am Abend möchte Schmollgruber Gäste ansprechen, etwa bei einem Aperitif nach Feierabend. Trotz neuer Ideen soll die Tradition erhalten bleiben. Kuchen und Eis werden weiterhin selbst hergestellt und nicht zugekauft.
Unterstützt wird der 20-Jährige von einem sechsköpfigen Team. Drei Mitarbeitende arbeiten in der Küche, drei im Service. Schmollgruber selbst wird täglich vor Ort sein, sowohl in der Küche als auch im Gastraum. Bei der Umgestaltung des Lokals half die gesamte Familie mit. Der Gastgarten wurde geöffnet, neue Möbel angeschafft und zusätzliche Pflanzen platziert. Die neuen Bilder an den Wänden stammen von seiner Mutter. Das Leitmotiv lautete dabei: „Alte Tradition, neuer Charme.“
„Es braucht die junge Naivität“
Dass ein 20-Jähriger einen so traditionsreichen Betrieb übernimmt, sorgt vielerorts für Aufmerksamkeit. Schmollgruber selbst begegnet dem mit einer klaren Haltung.
"Es braucht die junge Naivität, um sich das zu trauen“
, sagt er und lacht. Gleichzeitig sei er überzeugt, dass viele junge Menschen bereit seien, Verantwortung zu übernehmen.
"Wir Jungen wollen anpacke, wir können anpacken und wir sollen etwas bewegen.“
Genau das möchte er nun auch in Völs tun. Nicht mit einem radikalen Neuanfang, sondern mit frischen Ideen, die zum Ort und seiner Geschichte passen.
Unterstützung aus dem Dorf
Wie groß die Unterstützung für das Projekt ist, zeigte sich bereits beim Preopening. Zahlreiche Gäste nutzten die Gelegenheit, einen ersten Blick auf die Veränderungen zu werfen. Auch Bürgermeister Peter Lobenwein und Vizebürgermeister Peter Ties waren vor Ort.
Beide betonten die Bedeutung eines solchen Treffpunkts für die Gemeinde und lobten den Mut des jungen Unternehmers. Ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, sei für das Dorfleben unverzichtbar.
- Bürgermeister Peter Lobenwein gratulierte zum Neustart des beliebten Treffpunkts im Ortszentrum.
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Für Leon Schmollgruber beginnt damit ein neues Kapitel. Mit viel Leidenschaft, regionalen Produkten und einer klaren Vorstellung davon, was Gastfreundschaft ausmacht, möchte er die Geschichte des Traditionsbetriebs weiterschreiben und gleichzeitig neue Akzente setzen.
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