Baupolizei entwarnt
Warum am denkmalgeschützten Ferdinandsaal gebaut werden kann
- Der Ferdinandsaal hatte in seinen mehr als hundert Jahren viele Zwecke. Zuletzt stand er leer. Jetzt wird an ihm gebaut – der Denkmalschutz sei aber nicht betroffen, versichert die Baupolizei.
- Foto: APA-Images / viennaslide
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Wieso kann am Ferdinandsaal gebaut werden, obwohl laut Bundesdenkmalamt noch keine Genehmigung für die denkmalgeschützten Bereiche eingereicht wurden? Die Baupolizei beruhigt: Derzeit betreffen die Arbeiten nur "erlaubte" Bereiche.
WIEN/WIEDEN. Die Bauarbeiten am Mittersteig 15 führen zu Aufsehen. Hinter der Fassade verbirgt sich der Ferdinandsaal. In seinen über hundert Jahren fungierte er als Theater, Kino, Lagerhalle und vermutlich sogar als Bordell. Seit rund 20 Jahren steht er leer.
Die Arbeiten lassen hoffen, dass die Räumlichkeiten endlich wieder einen Nutzen finden. Gekauft wurden sie bereits vor zwei Jahren von der ZKS Rabelli Gmbh – Tochter des Immobilienkonzerns JPI. An die Freude über ein neues Projekt reiht sich die Sorge: Der Ferdinandsaal ist denkmalgeschützt, wird bei den Bauarbeiten darauf geachtet?
Empfangsbereich und Nebenräume
Das Bundesdenkmalamt teilte MeinBezirk mit, man stehe mit dem neuen Eigentümer in Kontakt und wurde über das Projekt in Kenntnis gesetzt. "Für die genehmigungspflichtigen Maßnahmen innerhalb des denkmalgeschützten Bereiches liegen derzeit noch keine Einreichunterlagen vor."
Das bedeutet nicht, dass alle aktuellen Arbeiten illegitim sind, sondern lediglich, dass sie keiner speziellen Genehmigung bedürfen. Die zuständige Behörde für Bauarbeiten in Wien ist die Magistratsabteilung 37 – Baupolizei.
- Gebaut wird im Erdgeschoss des Hauses.
- Foto: zVg
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Die Behörde erklärt gegenüber MeinBezirk, dass bereits im Jahr 2025 eine Bauanzeige eingebracht wurde, diese betrifft "Änderungen im Empfangsbereich bzw. in den Nebenräumen." Die Änderungen betreffen nicht den Saal, dieser bleibt vorerst unverändert.
Kontrolle hat stattgefunden
Die Arbeiten derzeit werden im Erdgeschoss durchgeführt, konkret die Kassen-Bereiche, die Garderoben und die Sauna. Hier werden mitunter diverse Zwischenwände versetzt und eine Zwischendecke abgebrochen. Die Räumlichkeiten bestehen seit 1972, als der Saal in ein Athletikcenter umgewandelt wurde.
Die Baupolizei hat die Arbeiten im Blick, kürzlich war ein Mitarbeiter der Bauinspektion vor Ort, um eine Kontrolle durchzuführen: "Die Bauarbeiten entsprechen der Bauanzeige, somit ist von unserer Seite alles rechtens."
- Die Fassaden am Mittersteig 15 sind verbarrikadiert. Es wird gebaut – doch laut Baupolizei noch nicht an den "kritischen" Bereichen.
- Foto: zVg
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Das bedeutet, die aktuellen Bauarbeiten gehen den denkmalgeschützten Bereichen aus dem Weg. Laut Bundesdenkmalamt wurde dieser 2012 ausgestellt und umfasst den Saal sowie dessen Eingangswege von der Straße, vom Parterre und vom Untergeschoss im Haus.
Eigentümer schweigt weiter
Etwaige Bewilligungen für die Veranstaltungsstätte, die den Denkmalschutz betreffen, "wären vom Bauwerber kumulativ und unabhängig von der eingangs erwähnten Bauanzeige eigenständig zu erwirken", heißt es von der Baupolizei.
Was aus dem Ferdinandsaal wird, bleibt weiter unklar. Der neue Eigentümer hüllt sich gegenüber den Medien in Schweigen. Wie MeinBezirk erfahren hat, stehen bereits mehrere Treffen mit der Bezirkspolitik an. In Insiderkreisen wird gemunkelt, es entstehe eine Galerie.
Eine Umwidmung der Räume wurde bislang laut Baupolizei nicht angestrebt. Der Ferdinandsaal trägt nach wie vor die Widmung, die im Ursprungsplan enthalten sind: "Cafehauslokal“ und "Gasthauslokal“.
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