Ein Blick in den Kleiderkasten von Erich Schleyer

Europa, Asien und Co: Alle Kontinente auf einem Mantel vereint.
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  • Europa, Asien und Co: Alle Kontinente auf einem Mantel vereint.
  • Foto: Markus Spitzauer
  • hochgeladen von Maria-Theresia Klenner

WIEN. Erich Schleyer ist auch abseits der Bühne eine Erscheinung. Ganz in schwarz öffnet der zwei Meter große Schauspieler die Tür zu seiner Wohnung am Alsergrund, die mit Büchern und Accessoires aus exotischen Ländern die Persönlichkeit ihres Bewohners widerspiegelt. In einem Extrazimmer befinden sich ein zweiteiliger Kleiderkasten und eine Kleiderstange, auf der Schleyer seine ausgefallene Bühnengarderobe aufbewahrt.

"Privat kleide ich mich leger-elegant mit zurückhaltenden Farben. Ein schwarzes Poloshirt oder ein weißes Hemd mit einer schwarzen Hose – so gehe ich auf die Straße. Jeans besitze ich überhaupt nicht, ebenso wie kurze Hosen. Kurze Hosen sind in meinem Alter höchst peinlich!" Auf der Bühne hingegen ist Schleyer an Extravaganz kaum zu überbieten: Kunstvoll genähte Mäntel aus Fallschirmseide und Samt kommen bei Auftritten, bei denen Schleyer Märchen oder Zaubergeschichten erzählt, zum Einsatz. Bei Schiller-Klassikern oder Grimm-Märchen für Erwachsene, mit denen Schleyer gerade auf Tournee ist, greift der Mime hingegen zu gotischen Gehröcken in schwarz.

Der Schreck von Ecuador

"Dieses Stück habe ich noch aus meiner ORF-Kinderserie Erichs Chaos", erklärt Schleyer und zieht ein buntes Hemd aus dem Schrank. Seine Liebe zu Kindern beschränkt sich nicht auf die Fernsehbildschirme. "Für das Hilfswerk habe ich in Südamerika und Afrika im Dschungel Geschichten erzählt, untermalt von Walzerklängen aus einem Rekorder, der unter meinem Mantel versteckt war. Die Erwachsenen waren ebenso beeindruckt wie die Kinder." Nur in Ecuador stieß Schleyer mit seiner Verkleidung auf kein Verständnis. "Ich hatte damals noch meine langen, schwarzen Haare, die ich auftoupierte. Mein Gesicht war ganz weiß geschminkt und ich hatte einen langen, bunten Mantel an. Als ich so auf einer Wiese vor dem Chimborazo erschien, ist das ganze Dorf weggerannt!"

Ebenfalls wenig erfolgreich war einst der Ratschlag des Schauspielkollegen Axel von Ambesser, Schleyer solle doch seine langen Haare schneiden lassen, um ein vielfältigeres Rollenangebot zu erhalten. "Ich habe mir also nach der Fernsehserie `Die rote Zora und ihre Bande´die Haare schneiden lassen und hatte plötzlich keine Rollenangebote mehr." Mit den Haaren kamen auch wieder die Angebote, von Kinderserien über TV-Produktionen wie Derrick und Tatort bis hin zu Auftritten an den größten Bühnen im deutschsprachigen Raum. Legendär Schleyers Frank N. Fürter in der "Rocky Horror Picture Show", die 1984 die Wiener Theaterwelt revolutionierte. "Am 18. Mai erzähle ich um 22.30 Uhr im Schauspielhaus in der Porzellangasse anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums des Hauses von meinem Werdegang. Die Rocky Horror Picture Show wird dabei natürlich eine große Rolle spielen." Nähere Infos dazu unter www.schauspielhaus.at und www.erich-schleyer.com

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