97 Jahre alt geworden
Wiener Heimatfilm-Ikone Waltraut Haas verstorben
- Waltraut Haas verstarb mit 97 Jahren.
- Foto: Andreas Lepsi / picturedesk.com
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Eine traurige Nachricht erreicht vor allem Fans von österreichischen Heimatfilmen der Nachkriegszeit. Waltraut Haas, bekannt aus Klassikern wie dem "Mariandl", "Der Hofrat Geiger" und "Im weißen Rössl" ist tot. Sie wurde 97 Jahre alt.
Aktualisiert am 23. April um 15.18 Uhr
WIEN. Eine echte Wiener Ikone der Heimatfilme ist nicht mehr. Waltraut Haas verstarb im Alter von 97 Jahren, wie am Mittwoch über "APA" bekannt wurde. Haas zählte zu den bekanntesten Schauspielerinnen der Nachkriegszeit und war an der Seite von Größen wie Peter Alexander zu sehen.
- Waltraut Haas an der Seite von Addrian Hoven und Peter Alexander (r.) im Klassiker "Im weißen Rössl".
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Rund 70 Filme entstanden mit Haas. Zu den bekanntesten gehören wohl "Der Hofrat Geiger" aus dem Jahr 1947. Legenden-Status erreichte Haas jedoch auch mit den Anfang der 1960er-Jahre erschienenen Klassikern "Im weißen Rössl", "Mariandl" und "Mariandls Heimkehr".
Das große Kino
Haas wurde am 9. Juni 1927 in Wien geboren und wuchs im Schloss Schönbrunn auf, wo ihre Mutter ein Lokal betrieb. Ersten Schauspielunterricht erhielt sie im Wiener Konservatorium, ihr erstes Engagement im Landestheater Linz. 1948 kehrte sie künstlerisch nach Wien zurück und engagierte sich am Burgtheater.
- Waltraut Haas zusammen mit Paul Hörbiger in "Der Hofrat Geiger", wo sie das Mariandl spielte.
- Foto: picture alliance / dpa Picture Alliance / picturedesk.com
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Im Streifen "Hofrat Geiger" setzte Willi Forst sie als "Mariandl" ein. Dies gilt wohl als ihr Durchbruch auf der Filmleinwand der Nachkriegszeit. Es war die Zeit der großen Heimatfilme, in denen sich auch Peter Alexander oder Gunther Philipp etwa einen Namen machten. Mit beiden Schauspielern war Haas auch 13 Jahre später im Salzkammergut-Klassiker "Im weißen Rössl" zu sehen. Mit "Mariandl", einer Neuverfilmung des "Hofrat Geiger" und "Mariandls Heimkehr", war sie auch wieder im Wachauer-Nachkriegsfilm zu sehen. In beiden Filmen spielte Haas dann aber nicht mehr das Mariandl, sondern ihre Mutter, Marianne Mühlhuber.
Letzter Film 2020
Als Schauspielerin für Film und Fernsehen wurde Haas so einer breiten Bevölkerung bekannt. Bis in die 1970er-Jahre entstand fast schon jährlich ein Film mit ihr. Ihren letzten Auftritt hatte sie erst 2020 im Fernsehfilm "Das Glück ist ein Vogerl" als Amalia "Mali" Hirsch.
- Waltraut Haas mit ihrem Ehemann, dem österreichischen Schauspieler Erwin Strahl, im Jahr 1973. Stahl verstarb im Jahr 2011.
- Foto: Ossinger / dpa / picturedesk.com
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Privat fand Haas ihr Glück mit ihrem Ehemann Erwin Strahl, der ebenfalls Schauspieler war. Beiden heirateten 1964 und blieben bis zu seinem Tod im Jahr 2011 zusammen. Aus der gemeinsamen Ehe stammt auch Sohn Marcus Strahl (geboren 1968), der ebenfalls als Schauspieler und Regisseur tätig ist. Seit 2005 leitet dieser die Wachaufestspiele, wo Haas dann auch auf der Bühne stand.
Wien trauert
Haas bekam zeit ihres Lebens auch zahlreiche Auszeichnungen für ihr Schaffen. Darunter auch von ihrer Heimatstadt, etwa die Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt in Gold, das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien und den Goldenen Rathausmann.
Bestürzung über das Ableben des Heimatfilm-Stars herrscht auch im Rathaus. "Mit dem Tod von Waltraut Haas verlieren wir eine Legende des österreichischen Films und Theaters. Als Mariandl an der Seite von Hans Moser und Paul Hörbiger sowie als Rösslwirtin gemeinsam mit Peter Alexander eroberte sie die Herzen des Publikums im Sturm", weiß Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Haas sorgte laut ihm "mit Charme, Witz und ihrer unverwechselbaren Natürlichkeit als echter Publikumsliebling für unvergessliche Momente und hat Generationen von Zuschauenden berührt und inspiriert."
- Haas erhielt auch von der Stadt Wien zahlreiche Ehrungen. Hier etwa 2010, v.l.n.r: Ehemann Erwin Strahl (gest. 2011), ehemaliger ORF-Generalintendant Thaddäus Podgorski (gest. 2024) , Waltraud Haas (gest. 2025) und der damalige Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ)
- Foto: Schaub-Walzer / PID
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Auch Abseits der Leinwand engagierte sich Haas, versichert Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ): "Haas war nicht nur Volksschauspielerin, sondern auch leidenschaftliche Botschafterin der Kultur – weit über die österreichischen Grenzen hinaus hat sie mit ihren Darstellungen, die sie mit Menschlichkeit und Sensibilität zu füllen vermochte, gestrahlt."
"ORF" ändert Programm
Aus gegebenem Anlass ändert der "ORF" sein Programm. Bereits am Mittwoch stehen zunächst die "Seitenblicke" um 20.05 in "ORF 2" monothematisch im Zeichen der Volksschauspielerin. Um 22.30 Uhr folgt dann das Porträt "Ein Leben für die Bühne", das anlässlich ihres 90. Geburtstags entstanden ist.
Am Samstag, 26. April, gibt es nach der Porträt-Wiederholung (14.30 Uhr) um 14.55 Uhr in "ORF2" den Klassiker "Mariandl" zu sehen. Am Tag danach folgt um 14 Uhr, ebenfalls im zweiten Programm, "Mariandls Heimkehr". Am 1. Mai gibt es um 14.40 Uhr dann "Im Weißen Rössl".
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