Islamischer Verein zieht nach Floridsdorf
Imam Ali-Moschee? Was wir wissen und was wir nicht wissen
- An dieser Liegenschaft in der Richard-Neutra-Gasse 8 wird derzeit fleißig gearbeitet. Sie gehört seit August 2017 der Islamischen Republik Iran.
- hochgeladen von Andreas Edler
In Leopoldau wird der Bau einer Moschee befürchtet. Mit einer All-Parteien-Resolution hat der Bezirk Floridsdorf präventiv reagiert. Keine politische Fraktion will eine Moschee im Industriegebiet tolerieren. Die gemeinnützige GmbH "Iman Ali" dementiert das Vorhaben. Es sollen Büros entstehen.
von Sabine Krammer und Andreas Edler
FLORDISDORF. Die Wogen rund um das Grundstück Richard-Neutra-Gasse 8 gehen hoch. Sucht man die Adresse auf Google Maps, so steht dort bereits geschrieben, was viele befürchten: Moschee. Auf den ersten Blick ist das Gebäude ein Industriebau wie jeder andere in dieser Gasse. Es wird allerdings schon fleißig gearbeitet. Nur woran, scheint nicht ganz klar zu sein.
Im Bezirk geht die Sorge um, dass der Verein "Islamisches Zentrum Imam Ali" eine Moschee im Industriegebiet errichtet. Auf Drängen der FPÖ wurde im Bezirksparlament darüber abgestimmt. Der All-Parteien-Resolution haben sämtliche Parteien zugestimmt. "Weil wir unmissverständlich gegen die Errichtung dieser schiitischen Moschee auftreten", sagt Bezirksvorsteher-Stellvertreter Karl Mareda (FPÖ). Schützenhilfe gibt es von der Landespartei: "Die Vergangenheit hat gezeigt, dass das Zentrum der Islamischen Kultur Imam Ali offen antisemitisch agiert und Radikalisierung nährt", sagt der Wiener FP-Chef Johann Gudenus. Gegen die Nutzung als Gebetshaus sprechen sich allerdings auch die SPÖ, die Grünen, sowie Neos und Wiff aus. „Faktum ist, dass das ein Industriegebiet ist und eine Flächenwidmung gibt’s nicht aus Jux und Tollerei", sagt Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ).
Was wir wissen
• Die Islamische Republik Iran ist Eigentümerin der Liegenschaft. Erworben wurde das 9.500 m2 große Grundstück bereits am 17. August 2017. Der Kaufpreis? Rund 2,5 Millionen Euro.
• Die iranische Botschaft in Wien überlässt die Nutzung des Gebäudes dem "Islamischen Zentrum Imam Ali". Der Staat Iran war schon davor Eigentümerin der letzten Imam-Ali-Zentrale in der Mollardgasse (6. Bezirk).
• "Imam Ali" wird als gemeinnützige GmbH geführt. Diese steht wiederum im Eigentum der "Iman GmbH", deren Geschäftsführer und Eigentümer der 42-jährige Mohammed Ali Mohsen Zadeh ist. Eingetragener Geschäftsgegenstand ist der "Handel mit Waren aller Art" und die Immobilienverwertung. Iman steht für das Wort Glaube. Die GmbH hat nichts mit dem Verein "Iman", der in Wien mit Koranverteilungen aufgefallen ist, zu tun.
• "Imam Ali" wollte eine Moschee errichten. Das geht es aus der ursprünglichen Baueinreichung hervor. Der Antrag wurde abgelehnt. "Religiöse und schulische Veranstaltungen dürfen wegen der Widmung im Betriebsbaugebiet nicht stattfinden", heißt es seitens der Baupolizei.
• Laut "Imam Ali"-Sprecher Hosain Bakhsh werden derzeit Büros für rund 15 Mitarbeiter gebaut. "Für eine Moschee sehe ich keine Chance, keinen Platz und auch keine finanziellen Mittel", sagt Bakhsh.
• "Imam Ali" will "unregelmäßige Veranstaltungen" abhalten. Eine Eröffnungsfeier soll etwa stattfinden. Die Baupolizei ist alarmiert und wird ein Auge darauf haben. An Freitagen soll öfters kontrolliert werden. Bei widmungswidriger Nutzung drohen Geld- und Haftstrafen, sagt Gerhard Cech.
Was wir nicht wissen
• Das genaue Verhältnis zwischen der Islamischen Republik Iran und der Iman GmbH ist unklar. Auch nicht bekannt ist, welche Rolle Iman-Geschäftsführer Mohammed Ali Mohsen Zadeh spielt. Auf Nachfrage bei "Iman Ali" heißt es, er sei nicht erreichbar und er könne kein Deutsch.
• Da die Liegenschaft vom Iran erworben wurde, könnte man seitens "Iman Ali" darauf gehofft haben, dass das Gebäude zum exterritorialen Gebiet erklärt werde. Damit würde es nicht mehr dem Wiener Flächenwidmungsplan unterliegen. Eine Moschee wäre unbürokratisch denkbar gewesen. Laut Außenministerium handelt es sich aber um einen einfachen Grunderwerb durch Ausländer.
• Das Außenministerium (bmeia) stellt klar: Die Liegenschaft wurde nicht zu diplomatischen Zwecken erworben. Deswegen gebe es keine Privilegien. Das bmeia wusste aber vom Kauf. Welche Vereinbarungen es vorab zwischen dem Iran und dem bmeia gab, ist nicht klar. Eine parlamentarische Anfrage geht dieser Frage nach. Die Beantwortung ist ausstehend.
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