NS-Begriff
FPÖ-Abgeordneter spricht in Sitzung von "Umvolkung"
- Peter Wurm sorgte bei einer Nationalratssitzung mit der Verwendung des Begriffs "Umvolkung" für Furore.
- Foto: Screenshot Parlament
- hochgeladen von Sophie Wagner
Ein Sager des FPÖ-Abgeordneten Peter Wurm sorgte bei einer Nationalratssitzung für Aufregung. Er verwendete den NS-Begriff "Umvolkung". Nationalratspräsidenten Walter Rosenkranz (FPÖ) erteilte ihm keinen Ordnungsruf und wurde dafür scharf kritisiert.
ÖSTERREICH. Wenige Worte sorgten für hitzige Diskussionen. Im Zuge seiner Rede verwendete der FPÖ-Abgeordnete Peter Wurm den Begriff "Umvolkung". Dieser wurde vor allem im Nationalsozialismus verwendet, weshalb es von den anderen Parteien Kritik hagelte.
Ordnungsruf gefordert
Die Verwendung des Wortes sei inakzeptabel - die Parteien forderten deshalb einen sogenannten Ordnungsruf von Nationalratspräsidenten. Dieser weigerte sich, ihn zu erteilen. Er habe sich das Wort im Duden angeschaut - es sei zwar teilweise "so konnotiert, wie sie das sagen würden, jedoch nicht ausschließlich." Zahlreiche Abgeordnete von anderen Parteien zückten daraufhin ihr Handy, um die Bedeutung selbst zu recherchieren. Der Konsens: Es würde ausschließlich nationalsozialistisch gebraucht werden. Jan Krainer von der SPÖ rügte Rosenkrank:
"Es ist Ihre Aufgabe hier im Haus, auf die Würde des Hauses zu achten und nicht der Schutzpatron von Freiheitlichen Abgeordneten zu sein."
Normalisierung von NS-Sprache
Rosenkranz musste die Sitzung unterbrechen, Wurm nahm das Wort auf Druck der anderen Parteien schließlich zurück. Die Mitglieder der anderen Parteien kritisierten Rosenkranz stark. Mit seiner Vorgehensweise würde er die NS-Sprache normalisieren und habe einen Tabu-Bruch begangen.
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