Scharfe Kritik an SPÖ
Wiener Grüne machen Lobau-Tunnel zur Frühjahrskampagne
- Die Wiener Grünen unter ihren Parteivorsitzenden Peter Kraus und Judith Pühringer gehen mit einer Frühjahrskampagne offensiv gegen die SPÖ Wien und den Lobau-Tunnel vor.
- Foto: Grüne Wien
- hochgeladen von Johannes Reiterits
Die Lobau-Autobahn samt dazugehörigem -Tunnel stößt vielen Kritikerinnen und Kritikern sauer auf. Die Wiener Grünen teilen diese Stimmen und machen das Thema jetzt zu ihrer Frühjahrskampagne. Das Credo: Die Errichtung der Nordostumfahrung zerstöre die Umwelt und gehöre daher gestoppt.
WIEN. Seit Kurzem stehen die ersten Baumaschinen und Bagger für die Vorarbeiten zur Lobau-Autobahn vor den Toren Wiens. Für die Grünen Wien wird hier schon bald nicht die Zukunft des Verkehrs, sondern ein "Milliardengrab" geschaufelt. Jetzt macht man das Thema auch zur Frühjahrskampagne.
Man teilt damit die Kritik zahlreicher Umweltschützende und besorgter Anrainerinnen und Anrainer. Viel stehe auf dem Spiel: Laut den Grünen geht es um viel Geld, das anderswo dringend benötigt wäre. Aber es geht auch vor allem um "fossile Abhängigkeiten, die auf Jahrzehnte einbetoniert werden" und um "die Natur, die unwiederbringlich versiegelt wird".
Scharfe Worte
Bei den Stadt-Grünen erinnert man daran, dass im 2021 die damalige Klimaschutzministerin und Bundesparteikollegin Leonore Gewessler das Projekt auf Eis gelegt hatte. Sehr zum Missfallen der Wiener SPÖ, welche die Nordostumfahrung als essenzielles Infrastrukturprojekt sieht.
Der heutige Verkehrsminister – und damalige Wirtschaftsstadtrat – Peter Hanke (SPÖ) gab jedoch mittlerweile grünes Licht für den Bau. "Die SPÖ – von Bürgermeister Ludwig bis Verkehrsminister Hanke – klammert sich auch im Jahr 2026 allerletzter Sturheit und Zukunftsvergessenheit an eine Autobahn durch ein Naturschutzgebiet", kritisiert man. Es gehe hier um einen "historischen Sündenfall der SPÖ".
Kampagne in zwei Stufen
In Zeiten der Sparmaßnahmen würden mit der Errichtung der Autobahn 6 Milliarden Euro an Kosten drohen. 1,3 Millionen an Quadratmetern Boden würden versiegelt werden, rechnet man auf Grundlage des VCÖ vor. Letztlich würde die Spange keine Verkehrsprobleme lösen, dies würde nur einen Ausbau der Öffis bringen. Auch würde die Wirtschaft vielmehr geschwächt als gestärkt, da die Verbindung die Kaufkraft ins Umland ziehen könnte, befürchten die Grünen.
- Sujets wie diese werden in der Stadt ab Mittwoch zu sehen sein.
- Foto: Grüne Wien, Screenshot
- hochgeladen von Johannes Reiterits
"Während Öffis verteuert, Schulen nicht saniert werden und die Menschen in Wien immer mehr unter Druck kommen, drängt die SPÖ darauf, Milliarden für einen Tunnel durch ein Naturschutzgebiet zu vergraben", erklärt Parteivorsitzende Judith Pühringer. "Alle Untersuchungen und Studien belegen klar, dass der Lobau-Tunnel die schlechteste aller Alternativen ist", erklärt auch der Co-Parteivorsitzender Peter Kraus
Mit der Frühjahrskampagne will man darauf aufmerksam machen. So wurden verschiedene Sujets erstellt, mit der Kernbotschaft: "Lobau oder Tunnel – auf welcher Seite stehst du?" In Clubs, Cafés, Lokalen und öffentlichen Orten der Stadt werden diese aufgehängt. Zusätzlich sind nach dem Songcontest am 16. Mai öffentliche Auftritte von Pühringer und Kraus geplant. In einer Art Quizshow rund um das umstrittene Projekt können Teilnehmende Merchandise gewinnen.
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