Gypsy Spirit. Harri Stojka - Eine Reise
Die Geschichte eines der bekanntesten Jazzgitarristen Österreichs
- Harri Stojka wurde am 22. Juli 1957 in Wien geboren und zählt seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Jazzgitarristen Österreichs
- Foto: fietzfotos/pixabay
- hochgeladen von Marianne Foregger
Harri Stojka wurde am 22. Juli 1957 in Wien geboren und zählt seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Jazzgitarristen Österreichs. Als Gitarrist, Komponist, Sänger und Bandleader hat er sich weit über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Seine Musik verbindet Jazz, Blues, Rock, Swing und die musikalischen Traditionen der Roma. Diesen Stil beschreibt er selbst als "Gipsysoul".
Seine musikalische Laufbahn begann bereits in jungen Jahren. Anfang der 1970er Jahre spielte Stojka zunächst in verschiedenen Formationen der Wiener Musikszene. Unter anderem war er Mitglied von Karl Ratzers Band Gipsy Love und arbeitete mit Peter Wolfs Objektiv Truth Orchestra zusammen. 1973 gründete er den Harri Stojka Express, mit dem er sich rasch einen Namen machte.
In den folgenden Jahren trat Stojka bei zahlreichen internationalen Festivals auf. Konzerte führten ihn unter anderem nach Frankreich, Großbritannien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Indien, Indonesien, in die USA und nach China. Besonders bekannt wurde er auch durch seine langjährige Beschäftigung mit dem Erbe des legendären Gitarristen Django Reinhardt und dem Gypsy Jazz.
Neben seiner musikalischen Karriere engagiert sich Harri Stojka seit vielen Jahren für die Sichtbarkeit der Roma Kultur. Er stammt aus einer Wiener Lovara Familie, deren Angehörige während der Zeit des Nationalsozialismus schwer verfolgt wurden. Zahlreiche Familienmitglieder wurden ermordet. Dieses Kapitel der Geschichte verarbeitet Stojka immer wieder in seiner Musik und in kulturellen Projekten. Das Album "Garude Apsa" widmet sich den musikalischen Wurzeln der Roma und erinnert zugleich an die Opfer des Holocaust.
Auch als Dokumentarfilmer machte Stojka auf sich aufmerksam. Der Film "Gypsy Spirit. Harri Stojka Eine Reise" begleitet ihn auf einer musikalischen Spurensuche nach Indien, das als historische Ursprungsregion der Roma gilt. Die Dokumentation wurde 2011 mit einer Romy als bester österreichischer Kino Dokumentarfilm ausgezeichnet.
Im Laufe seiner Karriere erhielt Harri Stojka zahlreiche Ehrungen. 2013 wurde ihm das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich verliehen. Seine Alben wurden mehrfach ausgezeichnet oder für Preise nominiert. "A Tribute to Swing" fand auch international Beachtung und erschien unter anderem beim New Yorker Jazzlabel ZOHO Music.
Viele Aussagen aus Fantexten, wonach Harri Stojka einer der bedeutendsten Jazzmusiker der Gegenwart oder ein internationaler Headliner sämtlicher großer Festivals sei, lassen sich jedoch nicht objektiv belegen. Unbestritten ist hingegen, dass er seit mehr als fünf Jahrzehnten zu den prägenden Persönlichkeiten der österreichischen Jazzszene gehört und sich mit seiner Musik sowie seinem gesellschaftlichen Engagement einen festen Platz in der Kulturlandschaft erarbeitet hat.
Auch heute steht Harri Stojka regelmäßig mit seiner Band auf der Bühne und veröffentlicht weiterhin neue Musik. Sein Name ist eng mit der Entwicklung des österreichischen Jazz verbunden und zugleich mit dem Einsatz für die Erinnerungskultur und die Anerkennung der Roma als wichtigen Teil der europäischen Geschichte.
Link einfügen
Video einbetten
Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.
Karte einbetten
Social-Media Link einfügen
Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.
Code einbetten
Beitrag oder Bildergalerie einbetten
Foto des Tages einbetten
Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten
Du möchtest selbst beitragen?
Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.
Hier gehts zu den aktuellen
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.