An soziale Einrichtungen
Filialen von Billa und Billa Plus spenden ab sofort Fleisch in Wien
- v. l.: Robert Nagele, Vorstand von Billa, Alexandra Gruber, Geschäftsführung "Die Tafel Österreich", Wilhelm Raber, Geschäftsführung Stadtdiakonie Wien und Tobias Riener, Leiter vom Häferl.
- Foto: Sade Jerabek/MeinBezirk
- hochgeladen von Pia Rotter
Um der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken, startete die Supermarktkette Billa gemeinsam mit der Tafel Österreich ein Projekt. Dieses ermöglicht, dass Fleisch direkt an karitative Einrichtungen gespendet werden kann. 40 Billa- und Billa-Plus-Filialen in Wien sind dabei.
WIEN. Was passiert mit dem Fleisch, das im Supermarkt nicht mehr verkauft werden kann? Ein neues Projekt von der Supermarktkette Billa und der Tafel Österreich soll dafür sorgen, dass es nicht im Müll landet. Seit Dienstag, 1. September, beteiligen sich insgesamt 40 Billa- und Billa-Plus-Märkte in Wien an dem Projekt. Das gerettete Fleisch wird an soziale Einrichtungen weitergegeben.
Der Ablauf ist dabei genau geregelt. Gespendet wird ausschließlich Frischfleisch aus dem Selbstbedienungsbereich und nur am Tag des Verbrauchsdatums. Faschiertes und Innereien sind aus Sicherheitsgründen ausgenommen. Die sozialen Einrichtungen oder die Tafel holen die Ware mit Kühlwägen oder -boxen ab. So soll die Kühlkette durchgehend eingehalten werden.
Strenge Regeln
Danach entscheidet die jeweilige Einrichtung, was mit dem Fleisch passiert. Es kann noch vor Ablauf des Verbrauchsdatums verkocht, direkt weitergegeben oder eingefroren werden. Bei Geflügel gelten strengere Regeln: Dieses muss noch am selben Tag vollständig durchgegart werden.
Dass die Weitergabe von Fleisch besondere Herausforderungen mit sich bringt, zeigte bereits die Testphase. Seit April wurde das Projekt zunächst mit acht Märkten in Wien erprobt. Dabei konnten mehr als zwei Tonnen Frischfleisch gerettet werden. „Es ist sehr heikel und sehr aufwändig“, sagt Billa-Vorstand Robert Nagele.
"Königsdisziplin der Lebensmittelweitergabe"
Auch für die Tafel Österreich ist Fleisch eine besondere Herausforderung. „Es ist die Königsdisziplin der Lebensmittelweitergabe“, sagt Geschäftsführerin Alexandra Gruber. In mehreren Testphasen wurden deshalb Abläufe entwickelt, die eine sichere Weitergabe ermöglichen. Die Tafel koordiniert außerdem die Abholung und Verteilung und stellt den sozialen Einrichtungen einen Leitfaden zur Verfügung.
- "Mittlerweile ist die Zusammenarbeit gut eingespielt", erklärt Tobias Riener.
- Foto: Sade Jerabek/MeinBezirk
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Eine Einrichtung, die das gerettete Fleisch bereits nutzt, ist das Häferl der Stadtdiakonie Wien in Mariahilf. Dort werden armutsbetroffene und wohnungslose Menschen mit frisch gekochten Mahlzeiten versorgt. Seit Oktober 2025 wird auch das gespendete Fleisch verarbeitet.
Mehr Spielraum
Für die Einrichtung bedeutete das zunächst einige organisatorische Änderungen. „Wir haben extra einen stärkeren Tiefkühler angeschafft, damit wir die minus 18 Grad einhalten“, erzählt Häferl-Leiter Tobias Riener. Mittlerweile sei die Zusammenarbeit gut eingespielt. Das Fleisch ermögliche dem Häferl außerdem mehr Spielraum bei der Menüplanung. „Jetzt können wir einmal pro Woche fix Fleisch kochen.“ Auch die Gäste würden sich über Gulasch & Co. freuen.
Seit September ist das Projekt nun auf 40 Wiener Märkte ausgeweitet. In den kommenden drei Monaten soll sich zeigen, wie gut die Fleischspenden auch im größeren Umfang funktionieren. Welche Märkte mitmachen, erfährst du hier.
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