Millionenschulden
Gutschein-Anbieter Jollydays aus Wien insolvent
- Laut KSV 1870 sind zehn Mitarbeiter und 430 Gläubiger betroffen, die Rede ist von 8,6 Millionen Euro an Schulden.
- Foto: Screenshot jollydays.at
- hochgeladen von Antonio Šećerović
Gutschein-Anbieter und "Österreichs Nr. 1 für Erlebnisse", die Plattform Jollydays.at, ist insolvent. Die Rede ist von 8,6 Millionen Euro Schulden, berichtet KSV 1870. Der Konsumentenschutz erklärt, was jetzt betroffene Gutscheinbesitzer machen müssen.
Aktualisiert am 17. August um 13.41 Uhr
WIEN. Die Rede ist von "deinem Experten für originelle Geschenke": Jollydays.at. Die Plattform sei "Österreichs Nr. 1 für Erlebnisse", denn hier kann man Gutscheine kaufen. Im Angebot stehen derzeit etwa ein großer Wiener Schmankerl-Brunch, Spa am Stephansdom oder Bierverkostung mit allen Sinnen. Die Firma besteht seit nunmehr 20 Jahren.
Doch am Freitagnachmittag kam die Meldung, dass beim Handelsgericht Wien ein Konkursverfahren über die Jollydays GmbH, mit Sitz in Rudolfsheim-Fünfhaus, eröffnet wurde. Die Rede ist von einer Firma, die sich mit der Vermittlung und Durchführung von Erlebnisaktivitäten befasst. Man verkauft Gutscheine, welche bei den unterschiedlichen Partnern eingelöst werden können. Entweder kann man die Gutscheine online oder anderseits über den Verkauf in den Filialen der Retail-Partner kaufen. Außerdem ist man auch Veranstalter von Events.
- Die Rede ist von "deinem Experten für originelle Geschenke": Jollydays.at. Die Plattform sei "Österreichs Nr. 1 für Erlebnisse", denn hier kann man Gutscheine kaufen.
- Foto: Screenshot jollydays.at
- hochgeladen von Antonio Šećerović
Laut KSV 1870 sind zehn Mitarbeiter und 430 Gläubiger betroffen, die Rede ist von 8,6 Millionen Euro an Passiva. Die Plattform wurde von der Schwestergesellschaft Jollytec GmbH entwickelt und wird von dieser auch gewartet und betrieben. Der einzige Vertragspartner ist die Schuldnerfirma. Und auch über die Jollytec GmbH wurde am Freitag ein Konkursverfahren eröffnet. Von der Pleite betroffen sind drei Dienstnehmende sowie fünf Gläubigern mit 700.000 Euro Schulden. Das erklärt auch, warum auf der Website am Anfang die Meldung "Serviceunterbrechung: Aktuell ist nur die Einlösung von Gutscheinen möglich".
Das Geschäft funktionierte wunderbar in der Weihnachtszeit vergangenen Jahres, doch im Frühjahr 2024 waren sowohl die Verkäufe über die Plattform als auch über die Retail-Partner deutlich rückläufig und blieben die Umsätze seit Jahresbeginn unter den Erwartungen. "Von der Schuldnerin wurden entsprechende Restrukturierungsmaßnahmen in Form von Dienstnehmerreduktion, allgemeiner Kosteneinsparung sowie der Leistung eines weiteren Gesellschafterzuschusses eingeleitet und umgesetzt. Parallel dazu wurden bis zuletzt Gespräche mit potenziellen Investoren geführt, welche sich auch positiv dargestellt haben", heißt es seitens KSV 1870.
Gespräche überraschend gescheitert
Doch die Gespräche sind kurz vor Abschluss überraschend gescheitert, weshalb die Konsequenzen in Form des vorliegenden Konkursantrages gezogen werden müssen. Die Schuldnerin hat noch bestehende offene Kundenaufträge und eine funktionierende Plattform. Nur bei konkretem Interesse eines potenziellen Käufers ist eine Unternehmensfortführung möglich.
- Beim Handelsgericht Wien wurde ein Konkursverfahren über die Jollydays GmbH, mit Sitz in Rudolfsheim-Fünfhaus, eröffnet.
- Foto: HELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com
- hochgeladen von Antonio Šećerović
"Der Insolvenzverwalter wird nunmehr über eine Fortführung oder Schließung des Unternehmens zu entscheiden haben. Ob allenfalls doch ein Investor gefunden werden kann, werden die nächsten Wochen zeigen", erklärt Brigitte Dostal vom KSV1870 in einer Aussendung.
Tipps für Konsumenten
Die Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich teilte in einer Aussendung am Samstag mit, dass sich im vergangenen Juli erste Konsumentinnen und Konsumenten beschwert haben, weil Jollydays-Gutscheine nicht eingelöst wurden. Etwa fanden ein Rundflug, eine Bootsfahrt, ein Romantik-Dinner sowie eine Ausfahrt mit einem Maserati nicht statt, weil der "jeweilige Anbieter die Einlösung des Gutscheins ablehnte". Angeblich taten das die Anbieter, weil sie von Jollydays bereits seit Monaten nicht bezahlt wurden. Ein Schreiben der AK OÖ an Jollydays blieb laut eigenen Angaben unbeantwortet.
- Die Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich teilte in einer Aussendung am Samstag mit, dass sich im vergangenen Juli erste Konsumentinnen und Konsumenten beschwert haben, weil Jollydays-Gutscheine nicht eingelöst wurden.
- Foto: ROLAND SCHLAGER / APA / picturedesk.com
- hochgeladen von Johannes Reiterits
Derzeit entscheidet ein Masseverwalter, wie es mit dem Unternehmen weitergeht. Während des Konkursverfahrens dürfen einzelne Gläubiger nicht bevorzugt oder benachteiligt werden, weshalb die Einlösung einzelner Gutscheine nicht mehr möglich sei.
Laut AK OÖ besteht der Kaufvertrag über den Gutschein mit der Jollydays GmbH. Der jeweilige Erlebnisanbieter sei daher nicht verpflichtet, den Gutschein einzulösen. Besitzende von Gutscheinen können ihre Forderung bis zum 10. Oktober 2024 im Konkursverfahren anmelden, dafür ist jedoch eine Gebühr von 25 Euro zu bezahlen. "Es hängt aber von der Höhe der Forderung und dem Ausgang des Konkursverfahrens ab, ob diese Kosten mit der Konkursquote überhaupt wieder hereingebracht werden können", erklärt der Konsumentenschutz. Die Forderung kann man online auf der Website der Justiz anmelden.
Das könnte dich auch interessieren:
Link einfügen
Video einbetten
Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.
Karte einbetten
Social-Media Link einfügen
Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.
Code einbetten
Beitrag oder Bildergalerie einbetten
Foto des Tages einbetten
Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten
Du möchtest selbst beitragen?
Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.
Hier gehts zu den aktuellen
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.