Gesamtjahr wichtig
Hitzewellen für Wiens Tourismus kein großes Problem
- Diesen Sommer brütete Wien unter der enormen Hitze, sehr zum Leidwesen von Mensch, Natur und auch Wirtschaft. Für den Städtetourismus sei dies aber kaum relevant, erklären die Verantwortlichen. (Archiv)
- Foto: Sade Jerabek/MeinBezirk
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In Wien wurden diesen Sommer mit 41 Grad ein neuer Höchsttemperaturrekord aufgestellt, ganz allgemein kam es zu Hitzewellen mit mehreren Tagen weit über 30 Grad. Für den Tourismus sei dies jedoch kein großes Problem, bewertet es die zuständige Stadträtin Barbara Novak (SPÖ) und der Wien Tourismus. Zählen würden nämlich "nicht einzelne Hitzetage, sondern die Jahresbilanz".
WIEN. In der Landwirtschaft macht die Dürre 2026 Probleme. Die Donauschifffahrt konnte aufgrund der zu niedriger Pegelstände nur recht eingeschränkt verkehren – beim Hafen Wien musste man quasi gänzlich auf Schiene und Straße umladen. Und letztlich war nicht nur die Wirtschaft und die Natur, sondern auch der Mensch selbst leidtragender der Hitzewellen und Temperaturrekorden.
Tourismusstadträtin Barbara Novak (SPÖ) beruhigt jedoch. Einer Branche würden diese Auswirkungen des Klimawandels recht weniger antun, dem Stadttourismus: "Wien beobachtet die klimatischen Veränderungen genau und unterstützt Maßnahmen zur Anpassung von Infrastruktur und Tourismusangeboten. Gleichzeitig zeigen die aktuellen Zahlen, dass die Bundeshauptstadt weiterhin zu den erfolgreichsten und gefragtesten Metropolen Europas zählt."
- Auch den Gästen wurde es im August bei bis zu 41 Grad sicherlich heiß in der Hauptstadt. Die Branche müsse jedoch auf das Gesamtjahr blicken, so Novak.
- Foto: Wien // Vienna / Wien // Vienna / Österreich // Austria
- hochgeladen von Johannes Reiterits
Die Diskussionen rund um die Auswirkungen zunehmender Hitzewellen würde damit zu kurz greifen. Das Rekordjahr 2025 habe eindrucksvoll gezeigt, welche wirtschaftliche Bedeutung die sogenannte Visitor Economy – zu Deutsch Besucher Wirtschaft – für den Standort hat: Mit über 20 Millionen Nächtigungen und einem Netto-Nächtigungsumsatz von rund 1,5 Milliarden Euro erreichte Wien die besten Werte seiner Geschichte. Diese Entwicklung setzt sich fort: Seit Jahresbeginn zählte Wien über 11 Millionen Nächtigungen, ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Und das trotz Hitzewellen.
"Auf Gesamtbild blicken"
"Die Rekordwerte des Jahres 2025 zeigen, dass Wien international gefragt ist und sich Investitionen in Qualität, Infrastruktur und Angebot auszahlen. Wer den Wiener Tourismus bewerten will, sollte nicht auf einzelne Monate, sondern auf das Gesamtbild blicken", appelliert Novak. Die Stadt sei halt einfach eine Gazjahresdesination mit einer "breit aufgestellten Visitor Economy".
Und dass Wien eben im gesamten Jahreskreislauf Gäste anzieht, sei wiederum wichtig für Österreich. Auf die Bundeshauptstadt entfallen rund zwölf Prozent aller Nächtigungen, gleichzeitig beträgt die touristische Wertschöpfung rund 5,3 Milliarden Euro, die durch Wien in ganz Österreich wirksam werden. Davon 4,6 Milliarden Euro in Wien selbst und 114.800 Arbeitsplätzen werden gesichert", rechnet die Stadträtin vor.
"Optimum Tourism"
Hinter der Tourismusstrategie steckt das von Wien Tourimsus ausgearbeitete Konzept "Optimum Tourism". Auch Norbert Kettner, der Geschäftsführer des Wien Tourismus, beruhigt: "Wiens Erfolg beruht auf einer klaren Strategie: Wir setzen auf Qualität statt Quantität. Mit 'Optimum Tourism' verfolgen wir einen Weg des guten Wachstums, der wirtschaftlichen Erfolg, hohe Gästezufriedenheit und die Lebensqualität der Wiener Bevölkerung miteinander verbindet."
- Der Geschäftsführer von Wien Tourismus, Norbert Kettner.
- Foto: APA-Images / APA / HANS KLAUS TECHT
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Damit würde man auch internationales Vorbild sein, erklärt Kettner. "Optimum Tourism" würde dabei darauf achten, dass nicht nur die Angebote für die Gäste passen, sondern auch die Lebensqualität der Bevölkerung davon nicht belastet wird.
"Die Balance zwischen Erlebnisqualität für Gäste und Lebensqualität für die Menschen in der Stadt derart konsequent ins Zentrum der Tourismusentwicklung zu stellen, ist noch keineswegs selbstverständlich. Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass dieser Ansatz funktioniert und Wien international hervorragend positioniert.“ Mehr dazu online hier.
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