Von Bad Großpertholz bis Zwettl
Neues Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ ist da
- hochgeladen von Eva Leutgeb
Das neue Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ (2/2026) bietet wieder Einblicke in die Geschichte und Kultur der Region.
WALDVIERTEL. Im zweiten Teil seines Artikels über den Nationalsozialisten Adolf Neugschwandtner skizziert Martin Prinz dessen weiteren Werdegang. Neugschwandtner wurde 1944 als SA-Brigadeführer zu einem ehrenamtlichen Mitglied des Volksgerichtshofes. Dieses Gericht führte Verfahren gegen Gegner der Nationalsozialisten, die oft das Todesurteil zur Folge hatten. Nach Kriegsende tauchte er in der Masse der Vertriebenen unter. Unter dem neuen Namen „Adolf Neumann“ beantragte er einen Vertriebenenausweis und kam nach Deutschland. In Bad Mergentheim engagierte er sich zusammen mit seiner neuen Frau Gertrude im örtlichen Sportverein. Adolf Neugschwandtner starb 1975 als Adolf Neumann.
Der Rundtempel von Bad Großpertholz
Rudolf Siegfried Zappe widmet sich dem Rundtempel von Bad Großpertholz. Der Rundbau befindet sich rund 730 Meter nordöstlich des Schlosses. In der Literatur und auf Karten wird der Rundbau fast immer als „(Rund-)Tempel“, „Musentempel“ oder „historischer Pavillon“ beschrieben. Jedenfalls stellt er einen wichtigen Teil der regionalen Geschichte dar und erinnert an eine den Ort lange prägende adelige Familie der Hackelberg-Landau.
- Waldviertelfan und Hobbyhistoriker Rudolf Zappe hat die Geschichte des fast vergessenen Rundtempels in Bad Grosspertholz erforscht.
- Foto: Rudolf Zappe
- hochgeladen von Christoph Fuchs
Beziehungen zwischen Plasy und Zwettl
Die barocke Beziehungsgeschichte der beiden Stifte Plasy und Zwettl zeigt Andreas Gamerith auf. Das in der Zwettler Plansammlung erhaltene Idealprojekt Giovanni Biagio Santinis für das Kloster Plasy zählt dabei zu den bedeutendsten Belegen dieses Austausches und Ideentransfers. Zugleich ist es Indiz für ein reges, wenngleich (auch) kritisches Interesse der niederösterreichischen Abtei am ambitionierten Bauvorhaben des böhmischen Schwesterklosters.
Propst Johann Schrimpf in Krems
Johann Ennser schildert den Werdegang von Propst Johann Schrimpf, der 1928 Pfarrer in Krems wurde. Gerade in dieser Zeit der Wirtschaftskrise war er als Pfarrer auch für die arme Bevölkerung gefordert. In der NS-Zeit wurde er das Ziel von Angriffen lokaler NS-Vertreter. Schikanen und Anzeigen richteten sich gegen den Pfarrer, Bosheitsakte und Sachbeschädigungen gegen Kirche und Pfarrhof.
Glasarbeit rund um den Nebelstein
Einer der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren im Waldviertel war die Glasherstellung sowie die Be- und Verarbeitung von Glas. Vom Ende des 17. Jahrhunderts bis ins 19. Jahrhundert war Harmanschlag einer der bedeutendsten Industrieorte des Oberen Waldviertels. Diesen Glasarbeiten widmet sich Josef Haidvogl.
- Die barocke Beziehungsgeschichte der beiden Stifte Plasy und Zwettl zeigt Andreas Gamerith auf.
- Foto: Studio Kerschbaum, Stift Zwettl
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Tschernobyl und das Waldviertel
An den Reaktorunfall in Tschernobyl vor 40 Jahren erinnert Markus Holzweber. Am Beispiel der Berichterstattung in den Lokalmedien werden die damals gesetzten Maßnahmen im Waldviertel beschrieben.
Walther von der Vogelweide
Im Rahmen der Hollabrunner Vorlesungen berichtete Robert Berger über den Superstar des Mittelalters, Walther von der Vogelweide.
Kulturberichte und Leserservice
Kulturberichte, Buchbesprechungen und Leserservice ergänzen die 96 Seiten umfassende Ausgabe. Ein Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ kostet 10 Euro. Ein Bezug ist über die Website www.daswaldviertel.at möglich.
Zum Inhalt
- Martin Prinz: Straflos in Bad Mergentheim, Adolf Neugschwandtner: Ein Leben als Nationalsozialist aus dem Waldviertel (Teil 2)
- Rudolf Siegfried Zappe: Der Rundtempel von Bad Großpertholz: Ein vergessenes Kleinod
- Andreas Gamerith: Santini, Pink, Zwettl, Plasy: Aspekte einer barocken Beziehungsgeschichte
- Johann Ennser: Propst Johann Schrimpf (1873–1955)
- Josef Haidvogl: Glasarbeit rund um den Nebelstein
- Markus Holzweber: „Nach Reaktorunfall lebt Wien von Waldviertler Milch“ – ein Blitzlicht auf die Regionalberichterstattung zu Tschernobyl
- Robert Berger: Walther von der Vogelweide: ein Sohn des Waldviertels
- Kulturberichte
- Buchbesprechungen
- Leserservice
Nähere Informationen gibt es unter www.daswaldviertel.at oder per E-Mail: office@daswaldviertel.at
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