Ackerbau wird ein Totalausfall
Zwettler Landwirte fordern den Agrardiesel zurück
- Dietmar Hipp sieht den Ackerbau massiv gefährdet. Er fordert Maßnahmen der Politik und etwa die Wiedereinführung des Agrardiesels.
- Foto: privat
- hochgeladen von Bernhard Schabauer
Bäuerliche Betriebe im Bezirk stehen unter Druck: Steigende Dieselpreise treffen die Landwirtschaft hart.
BEZIRK ZWETTL. Der Konflikt im Nahen Osten bringt nicht nur die Weltwirtschaft ins Wanken, sondern auch die Existenz der Bauern in Niederösterreich. Die Kosten steigen, Entlastung fehlt. Der NÖ Bauernbund fordert daher rasches Handeln für faire Wettbewerbsbedingungen.
Die Lage spitzt sich zu
Mit dem Auslaufen der Agrardieselmaßnahmen 2025 (siehe "Zur Sache" unten) zahlen NÖs Betriebe im EU-Vergleich besonders hohe Treibstoffkosten. Gleichzeitig steigen die Preise für Energie und Betriebsmittel, während die Erlöse etwa bei Milch, Fleisch und Getreide sinken.
LKNÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager betont: "Österreichs Bauern bezahlen im internationalen Vergleich zu viel für den Diesel. Diese Situation ist eine bäuerliche Existenzfrage." Auch NÖ Bauernbunddirektor Paul Nemecek warnt: "Fallende Preise bei steigenden Kosten können nicht lange gut gehen. Wir müssen jetzt die Wettbewerbsfähigkeit sicherstellen."
Hipp: "Lage ist dramatisch"
Handlungsbedarf sehen auch die Bauern im Bezirk Zwettl, wie Bezirksbauernkammerobmann Dietmar Hipp, erklärt: "Die Lage im Ackerbau ist wirklich dramatisch. Ich selbst habe in 16 Jahren noch nie derartige Vorzeichen und Bedingungen zu Beginn eines Jahres vorgefunden." Die Produktionskosten seien aufgrund der CO2-Bepreisung der Düngemittel sowie der hohen Spritpreise erdrückend.
Zwei Forderungen an Politik
Die Politik könne laut Hipp mit zwei Maßnahmen zumindest einen kleinen Beitrag zur Gegensteuerung beitragen: "Einerseits kann man die CO2-Bepreisung auf Düngemittel aussetzen und andererseits den Agrardiesel wieder einführen." Und auch in einer Erhöhung der Ethanol-Beimischung von derzeit sieben auf 15 Prozent würde er ein zusätzliches Handlungsfeld sehen.
Ein möglicher Ausweg für einzelne Landwirte könnte der Anbau von Sonderkulturen sein. Waldland hat angekündigt, ihre Anbauflächen auf 6.000 Hektar zu erhöhen. "Doch diese Möglichkeit ist auch nicht für jeden eine Alternative", stellt Hipp klar.
Zur Sache:
In den vergangenen Jahren wurde den österreichischen Bauern – wie auch in anderen EU-Ländern – der CO₂-Preis sowie ein Teil der Mineralölsteuer rückvergütet, um Wettbewerbsgleichheit innerhalb der Europäischen Union herzustellen. Diese befristeten Maßnahmen sind 2025 ausgelaufen.
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