08.06.2016, 06:00 Uhr

Per Du mit Paul Pizzera

Wartet auf seinen Auftritt: Paul Pizzera sorgt mit seiner Gitarre für ausverkaufte Spielstätten. (Foto: WOCHE)

Der junge Kabarettist macht Halt in der Region und verrät, wer ihm in Sachen Humor imponiert.

Gibt es eigentlich Fragen, die Paul Pizzera noch nicht beantwortet hat? Selbst diese Frage wurde ihm schon gestellt. Pizzera ist eben ein begehrter Interviewpartner. Kein Wunder, der Kabarettist braucht nicht mal Werbung, um für ausverkaufte Auftritte zu sorgen. 109.000 Ergebnisse spuckt Google über ihn aus. Nicht schlecht für jemanden, der erst mit der eher zufälligen Teilnahme am Poetry-Slam 2011 ordentlich von sich reden machte. Senkrechtstarter ist jedoch die falsche Titulierung, Pizzera tummelt sich mühelos unter den Größen der österreichischen Kabarettszene.

Na, gefällt es?

Was Pizzera so anders macht, ist sein herrlich ehrliches goschertes Mundwerk, das sich zum Dialekt bekennt und von der Tragikomödie, die sich Leben nennt, berichtet. Damit spricht er vor allem die jüngere Generation an, die sich – unfreiwillig – dabei ertappen lässt, wie sie mit ihren Erste-Welt-Problemen umgeht. Aber eigentlich wäre er gerne noch mutiger, wie etwa Kollege Martin Puntigam: "Während ich der Typ bin, der in Spielpausen fragt, ob es wohl bislang gefällt, ist Puntigam eher der, der sagt: 'Na, schon jemand gegangen?'. Ich kenne niemanden, der einen solchen Humor hat und so mutig ist. Das ist ein Zugang, der mir imponiert." Nichtsdestoweniger – das Publikum feiert ihn. Und dafür gibt er einiges – auch viel von sich – preis. "Authentizität spielt eine Rolle. Auf Du zu sein ist aber das Leichteste. Ich bringe meine Sicht der Dinge und mein Leben auf die Bühne. Ich zerreiß' mich jedes Mal, wenn ich auf der Bühne bin", sagt der 27-Jährige. Klingt nach einem intensiven Berufsalltag, der auch anstrengend sein kann. "Das Warten ist lästig. Hinkommen, Soundcheck, in der Garderobe warten bis zum Auftritt. Erst, wenn es auf die Zielgerade zugeht, ist alles gut. Bald hab ich aber Urlaub. Zwei Monate nichts tun. Wie ein Lehrer", witzelt Pizzera und wartet, bis er im vollen Zelt im Bad Weihermühle von sämtlichen Klischees steirischer Jugendsünden singt.
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