25.05.2016, 14:57 Uhr

Gernot Pachernigg und der „Klick“ zum Glück

Fescher Kampl: Gernot Pachernigg am Rosenhain, einer seiner Lieblingsplätze in Graz. (Foto: Prontolux)

Gernot Pachernigg über sein neues Album und warum er Graz so liebt.

eans, T-Shirt und Gitarre – so erschien Gernot Pachernigg beim WOCHE-Termin. Das Musiker-Klischee will der bald 35-Jährige gar nicht verbergen – „ich lebe für die Musik“. Doch steckt hinter der lässigen Fassade viel mehr, wie wir uns bei Cappuccino und Toast im Café Rosenhain überzeugen konnten.
„Weißt, irgendwann im Leben kommst halt drauf, was wirklich wichtig ist – und meist stimmt das so gar nicht mit der Sichtweise deines Umfelds überein.“ Zwei einschneidende Ereignisse haben beim Musiker dafür gesorgt, dass es „klick“ gemacht hat. „2010 ist mir ein Tumor hinterm Ohr entfernt worden und im Vorjahr hab ich einen Motorradunfall gehabt – wennst da nicht aufwachst, hilft wahrscheinlich gar nichts mehr“, lächelt der ehemalige Antenne-Moderator.
Ereignisse, die sich auch in seinem neuen Album „Zeit zum Genießen“, an dem er mit seiner Band quasi täglich im Studio von Alex Tschiggerl in Andritz bastelt, niederschlagen. „Man sollte einfach viel mehr schätzen, was man hat und das Wichtigste ist eben auch, dass man sich bewusst Zeit nimmt, sein Leben zu genießen.“

Duett mit Mario Barth

Am Album ist auch ein Song, den Pachernigg gemeinsam mit dem Grazer Star-Tätowierer Mario Barth aufgenommen hat. „Wir haben uns beruflich kennengelernt und schnell gecheckt, dass wir ähnlich ticken. Mittlerweile ist daraus eine richtige Freundschaft entstanden. Da wir mit dem Biken eine große Leidenschaft teilen, haben wir eine Biker-Hymne aufgenommen – einen Teil des Videos nimmt Mario in Amerika auf, den anderen ich in der Steiermark, das wird sicher lässig.“
Das Album soll noch heuer fertig werden – ab wie vielen verkauften CDs es erfolgreich ist? „Keine Ahnung, ob sich das Album erfolgreich verkauft – für mich ist aber Musik ohnehin dann erfolgreich, wenn es mich glücklich macht. Und bei dem Album haben sich alle Bandmitglieder eingebracht – das war und ist unglaublich erfüllend, wie eine Fußballmannschaft, die für ein großes Ziel arbeitet.“
Dem Austropop ist Pachernigg immer treu geblieben. „Mit Schlagern wär’s wahrscheinich einfacher, erfolgreich zu sein – aber das bin nicht ich. Und Andreas Gabalier gibt’s ja auch schon einen. Außerdem war und ist Graz immer ein guter Boden für starke heimische Musik.“
Deshalb war’s für den gelernten Elektriker auch nie ein Thema, seine Heimatstadt zu verlassen. „Wien ist mir einfach zu groß. Graz ist von der Lebensqualität her unschlagbar – dazu bist du schnell in den Bergen oder der Südsteiermark. Und außerdem gibt’s mit dem Rosenhain, dem Plabutsch oder Hilmteich auch in der Stadt wunderschöne Platzln, wo man abschalten kann“, schwärmt der Musiker, „weil Zeit für Romantik muss man sich immer nehmen.“

Steckbrief

Geboren: 16. Juni 1981 in Graz
Wohnt in Laßnitzhöhe „und teilweise in Graz-City“.
Hat eigentlich Elektriker gelernt.
Mit der Musik hat er 1999 in der Gruppe „Graz“ begonnen.
Seinen musikalischen Durchbruch erlebte er 2006/2007 in der Castingshow „Starmania“.
Seine Single „Neue Helden“ erreichte 2007 Platz 13 in den österreichischen Charts.
TV-Erfahrung sammelte er in der Schwabenitzky-Serie „Oben ohne“, wo er natürlich einen Musiker verkörperte.
Sein Debütalbum „Es warat an der Zeit“ erschien 2008.
Aktuell arbeitet er am neuen Album „Zeit zum Genießen“.

WOCHE-Wordrap

Mein erstes Lied …
… bei dem ich mitgesungen hab, war „Looking for Freedom“ von David Hasselhoff.
Als Kind wollte ich …
… immer Musiker werden.
Als Zeichentrickfilmfigur …
… wäre ich Tony Stark, also „Iron Man“.
Mein liebstes Kinderlied …
… war „Wer hat die Kokosnuss?“
Wenn ich 85 Jahre alt bin …
… bin ich hoffentlich noch so fit, dass ich mit meinen Urenkerln im Garten Fußballspielen kann.
Wenn ich den Papst treffen würde …
… würde ich ihn fragen, ob er kurz Zeit hat, weil wir einiges zu besprechen haben.
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