08.07.2016, 08:37 Uhr

"Hansdampf" Philipp Hofer: Anpacken statt sudern

Nächster Job? Nein – aber dennoch ist der Eishallenumbau für Philipp Hofer eine Herzensangelegenheit. (Foto: geopho.com)

Arzt und Multifunktionär Philipp Hofer über gutes Timemanagement und „Buhmänner“.

„Ich kann bei Dingen, die mich interessieren halt nur schwer Nein sagen.“ Sieht man sich seinen Tätigkeitsbereich genauer an, drängt sich fast der Eindruck auf, als hätte Philipp Hofer das „N-Wort“ überhaupt aus seinem Wortschatz gestrichen. Neben seinem Brotberuf als Arzt ist er Gemeinderat, Vizepräsident des österreichischen Eishockeyverbandes, Vizepräsident des steirischen Eishockeyverbandes und Vorstandsmitglied der 99ers – wobei er das Mandat in der Chefetage der Grazer Eishackler nach seiner Wahl ins ÖEHV-Präsidium ruhend stellen wird, beratend aber an Bord bleiben wird.
Hofer ist so etwas wie die Grazer Version des „Hansdampf“. Selbst, wenn er einmal nicht persönlich vor Ort ist, lächelt er einem seit Jahren auf diversen Events als Junker-Werbe-Gesicht entgegen. „Ich kann nicht behaupten, irgendetwas ausgelassen zu haben – viel mehr brauch’ ma da jetzt nicht zu schreiben“, lächelt er angesprochen auf seine Modeltätigkeiten und Teilnahmen an diversen Schönheitswettbewerben.
Heute sind seine Tage meist strikt durchgetaktet. „Im Grunde bin ich jeden Tag von 6.30 bis 22 Uhr verplant. Aber ich bin zum Glück ein sehr penibler und genauer Mensch, böse Zungen würden jetzt behaupten, knapp am Monk vorbei, aber das ist wohl Grundvoraussetzung für diese unterschiedlichen Aufgaben. Und ja, natürlich ist der Arztberuf allein schon fordernd, aber ich brauche zum Glück nicht so viel Schlaf …“

Mitgestalten

Mit seinem Wechsel in die Politik begab sich Hofer quasi auf Spuren eines anderen ehemaligen Eishockeyspielers, der anschließend einen ziemlich erfolgreichen Politiker abgab, Ex-LH Franz Voves, geplant war dies aber nicht. „Ich war ein absoluter Quereinsteiger und bin da völlig unvorbereitet rein. Aber ich bin eben ein Typ, der, bevor er nur herumsudert und alles schlechtredet, lieber versucht, aktiv mitzugestalten – und als mich der Bürgermeister damals gefragt hat, hab ich diese Möglichkeit eben wahrgenommen.“
Seine Zwischenbilanz nach nun drei Jahren im Gemeinderat: „Meiner Meinung nach tut sich in Graz schon einiges – speziell in meinen Schwerpunktbereichen Sport und Gesundheit. Aber Politiker ist kein leichter Job – du bist einmal von Haus aus der Buhmann. Politiker verdienen zu viel und tun nix – ich bezweifle, dass man diese Denke in naher Zukunft aus den Köpfen der Menschen bringt.“

"Viertel-Italiener" und Panini

Nix tun, spielt’s beim „Viertel-Italiener“ (die „Nonna“ stammt aus Turin) jedenfalls äußerst selten. „Und wenn ich einmal frei habe, gehe ich mit dem Kleinen ins Margaretenbad kicken, mit Freunden essen oder bin bei meinen Eltern in Liebenau im Garten.“ Aktuell wird mit Julian, Sohn von Lebensgefährtin Vanessa, auch fleißig gepickt. „Bei der WM 1986 in Mexiko hab ich mein erstes Panini-Album gehabt – seit damals hab ich immer gesammelt. Im EURO-Album fehlen jetzt noch 35 Pickerl – Sammler, bitte melden!“


Steckbrief

Geboren: 24. Mai 1979 in Graz
Wohnt mit Freundin Vanessa und deren Sohn Julian (5) in der Landeshauptstadt.
Hat an der HIB Liebenau maturiert.
War Teil der einzigen Meistermannschaft der 99ers-Geschichte (2000) und spielte aktiv beim EC Graz oder auch in Kapfenberg Eishockey – aktuell steht er nach wie vor für den HC Hooters in der NHL Graz im Rink.
Ist seit 1. Juli als Assistenzarzt am UKH tätig, dazu Gemeinderat, Vizepräsident des steirischen und österreichischen Eishockeyverbandes und beratendes Vorstandsmitglied der 99ers – und: Mitglied von Juventus Turin.


WOCHE-Wordrap

Als Kind wollte ich …
… eigentlich Pilot, Chef oder Sportreporter werden.
Auf einen Kaffee würde ich gerne …
… mit Wayne Gretzky gehen.
Wenn ich 85 Jahre alt bin, …
… bin ich hoffentlich noch immer gesund.
Unter der Dusche singe ich ganz laut mit bei …
… Bruce Springsteen und der italienischen Hymne.
Wenn ich einmal den Papst treffen würde, …
… würde ich ihm standsgemäß den Ring küssen.
Drei Dinge, die ich auf eine einsame Insel mitnehme …
… Hängematte, Sonnenbrille und meine Familie.
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