16.03.2016, 07:00 Uhr

Architekt Werner Nussmüller stellt klar: "Holz ist der Trendbaustoff der Zukunft"

Werner Nussmüller sieht einen weltweiten Trend für Holz als Baustoff. (Foto: Nussmüller Architekten ZT GmbH)

Es wird eifrig gebaut. Immer mehr auch mit Holz. Architekt Werner Nussmüller sieht darin viele Vorteile.

Ökologisch, effizient und nachhaltig sollen sie werden. Die Rede ist von Smart Citys, die derzeit in aller Munde sind. Doch welche Baustoffe werden für diese neuen Stadtkonzepte verwendet? Der Grazer Architekt Werner Nussmüller, der mit seinem Architekturbüro für die Siedlungs- und Bürogebäude in Reininghaus-Süd verantwortlich ist, setzt auf Holz als Baustoff der Zukunft.
„Holz ist der Trendbaustoff der Zukunft. Es ist ökologisch einfach ein extrem wertvolles Material.“ Der umweltfreundliche Nutzen von Holz zeigt sich etwa in der CO₂-neutralen Verarbeitung, denn durch die Verwendung des heimischen Holzbestandes verringern sich die Transportwege. Der fünfgeschossige Holzwohnbau in Reinighaus-Süd gilt bundeslandweit als Vorzeigeleistung hinsichtlich ökologischen Bauens. „Die Steiermark ist auf einem guten Weg“, bilanziert Nussmüller.

Schnell und warm
Weitere Vorteile sieht der Architekt in der guten Wärmedämmung und den kürzeren Bauperioden. „Durch die rasche Austrocknungszeit von Holz kann mit der halben Bauzeit gerechnet werden.“ Außerdem lasse Holz eine Vorabmontage im Werk zu, wodurch eine exaktere Baudurchführung möglich ist. Und während der Holzwohnbau in Reininghaus Neuland war, ziehen Brandschutzbestimmungen und Baugesetzgebung inzwischen nach. „Fünfgeschossige Holzbauten sind bei uns kein Thema mehr, erst ab sechs Geschossen wird es kritisch.“

Spüren und riechen
Und der größte Unterschied zu anderen Materialien? „Der Duft“, schwärmt Nussmüller. So werden immer mehr Schulen und Büros mit Holz ausgestattet. „Das ist eine ganz andere Atmosphäre, wenn es am Arbeitsplatz oder im Klassenzimmer gut riecht.“ Holz liegt aber nicht nur hierzulande, sondern weltweit im Trend, meint der Architekt. Wichtig sei dabei vor allem eines: "Holzbau muss man sehen und spüren. Wenn ich im Bett liege, sollte ich die Äste zählen können.“

WOCHE-Wissen
"Zentrum Reininghaus Süd": Hier stehen die ersten fünfgeschoßigen Holz-Wohnbauten der Steiermark, mit 163 Wohnungen und diversen Bürokomplexen.
Der Bau: Sichtholzdecken, Holz-Lehmbauweise in Passivhausstandard, Energieoptimierung durch die Nutzung von Erdwärme, Solarenergie und Photovoltaik.
Das Projekt bekam von der "Österreichischen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen" die "Total Quality Building"-Zertifizierung.

Ihre Meinung ist gefragt: Wie sehen Sie die neuen Stadtplanungskonzepte, die mit Nachhaltigkeit und ökologischem Bau punkten wollen? Wird Holz nicht nur dort, sondern allgemein der Baustoff der Zukunft sein? Was meinen Sie? Schreiben Sie uns eine E-Mail an leserbrief@woche.at.
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