14.09.2016, 06:30 Uhr

"Freier Eintritt ins Museum funktioniert!"

"Freier Eintritt ins Museum funktioniert", ist Otto Hochreiter, Direktor des Graz Museums, überzeugt. (Foto: Graz Museum)

Für Otto Hochreiter, Direktor des Graz Museums, ist freier Eintritt in Museen bildungspolitisch wichtig.

Für eine Belebung der Innenstadt – Unternehmer Klaus Weikhard forderte in unserer letzten Ausgabe: "Gratis-Eintritt für Grazer in Zeughaus & Co.!" Viele Reaktionen gingen daraufhin bei uns ein.
So meldete sich auch Otto Hochreiter zu Wort: "Freier Eintritt ins Museum funktioniert", stellt der Direktor des Graz Museums klar.
Und er weiß, wovon er spricht: "Zum einen verlangen wir seit 2005, als damals erstes Museum Österreichs und noch immer als einziges in der Steiermark, für Jugendliche bis 18 Jahre keinen Eintritt. Bildung muss für junge Leute einfach frei sein. Und dazu sind unsere Ausstellungen im Erdgeschoss auch immer gratis."
Dort zeigt das Graz Museum auch sein bedeutendstes Exponat, nämlich ein Modell des Schloßbergs aus dem Jahr 1803, das die Festung vor ihrer Zerstörung durch die Franzosen zeigt.
Die Resonanz des Publikums gibt Hochreiter Recht: "Wir hatten in den Sommermonaten 1.200 Besucher in der Woche – trotz Umbau. 2015 hatten wir 48.000 Besucher. Unsere Maßnahmen wirken sich also sehr positiv aus. Schade, dass sich andere Museen diesem Öffnungsgedanken verschließen."
Weikhards Forderung stößt beim Museumsdirektor jedenfalls auf offene Ohren: "Ich begrüße alles, was Museumsbesuche attraktiver macht. Es gibt so viele großartige Museen in Graz, die von einer derartigen Aktion zweifellos profitieren würden. Und es wäre auch bildungspolitisch sehr wichtig, dass man Museen zumindest teilweise bei freiem Eintritt besuchen kann. Das Gesamtinteresse an Museen würde dadurch einfach steigen."

Alte KPÖ-Forderung

Die Grazer KPÖ fordert schon seit Langem einen generellen freien Eintritt in die Museen der Landeshauptstadt. "Das hat nicht nur einen großen kulturellen und sozialen Mehrwert, sondern würde sich auch finanziell lohnen, wie Beispiele aus anderen Ländern zeigen", stellt Christine Braunersreuther, KPÖ-Kultursprecherin und Gemeinderätin, klar.
"In Magdeburg hat man dadurch allein 50.000 Euro an wegfallenden Verwaltungskosten eingespart. In Großbritannien, wo alle staatlichen Museen gratis besucht werden können, haben sich die Besucherzahlen mittlerweile verdoppelt."


7.500 Grazer nutzen den steirischen Kulturpass

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Wir haben zuletzt den Salzburger Kulturpass, der es sozial benachteiligten Menschen ermöglicht, die Kultureinrichtungen der Mozartstadt kostenlos zu besuchen, vorgestellt. Den steirischen Familienpass haben wir verschwiegen. Ein Fehler, denn die Zahlen lesen sich zweifellos beeindruckend. Im gesamten Bundesland wurden inzwischen unter dem Titel "Hunger auf Kunst & Kultur" 17.000 Karten ausgegeben – allein in Graz nutzen mehr als 7.500 Kulturpassbesitzer das Angebot bei 115 Partnereinrichtungen.

#mitreden

Was haltet ihr von Gratis-Eintritt in die Grazer Museen nach dem Vorbild Großbritanniens? Wie könnte man sonst mehr Menschen in die Museen bringen? Wir freuen uns auf eure Zusendungen. Schreibt uns per E-Mail an leserbrief@woche.at, kommentiert diesen Beitrag oder schreibt uns per Post an die WOCHE Graz, Gadollaplatz 1, 8010 Graz.
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