19.08.2016, 13:37 Uhr

Zwei Stück Torte für den Staat, ein Stück für den Steuerzahler

Tax Freedom Day: Die Steiermark Torte ist zu 64% aufgegessen. (Foto: Fischer)

Der Tax Freedom Day rückt seit Jahren immer weiter nach hinten. Die Jungunternehmerorganisationen haben diesen Tag zum Anlass angenommen um auf die Abgaben an den Staat aufmerksam zu machen.

"Vom Staat aufgegessen" – Die Steiermark-Torte die von der Jungen Industrie und der Jungen Wirtschaft präsentiert wird, ist zu 64% bereits aufgegessen. Damit wird auf den Tax Freedom Day Bezug genommen, der heuer auf den 21. August fällt. Bis zu diesem Tag hat der durchschnittliche Steuerzahler für den Staat gearbeitet, ab diesem Tag geht das durch uns erarbeitete Geld auch wirklich in seine Geldtasche. Die Junge Wirtschaft und Junge Industrie fordern anlässlisch dieses Tages mehr Generationengerechtigkeit. Da dieser Tag immer weiter nach hinten rückt, ist es ihr Ziel, diesen Tag wieder in die erste Jahreshälfte zu rücken.

Strukturreformen notwendig

Der Tax Freedom Day wird einmal jährlich durch eine Studie des Austrian Economics Centers in Kooperation mit dem Karl-Bräuer-Institut ermittelt. Dabei werden sämtliche Steuereinnahmen und Sozialabgaben durch das Einkommen der Haushalte und Betriebe geteilt und dieser Prozentsatz dann auf das Jahr umgerechnet. Im Ergebnis zeigt sich, dass es beim Tax Freedom Day trotz Steuerreform keine Verbesserung gibt. Frau und Herr Österreicher haben also erst ab dem 21. August genug verdient, um die vielen Abgaben und Steuern bezahlen zu können, die jährlich fällig werden. Die Abgabenquote steigt seit Jahren und liegt heuer bei 64%, weshalb die Junge Wirtschaft und die Junge Industrie zu einer Trendwende aufrufen. "Belastungen müssen durch Strukturreformen gesenkt werden", so die beiden Vorsitzenden Burkhard Neuper und Christian Grabner. Das konkrete Ziel der Jungunternehmerorganisationen ist daher, den Tax Freedom Day in vier Jahren in die erste Jahreshälte zu bringen. 2020 soll dieser Tag am 30.06. sein, "Halbe-halbe ist genug", so die Vorsitzenden.

Transparenz und Investition

"Die Belastung der Einkommen sollte reduziert werden. Weit mehr als 50% unserer Einkommen sind also auch 2016 wieder in Form von Steuern und Abgaben zweckgebunden. Eine traurige Bilanz", nennt es Junge Industrie-Vorsitzender Christian Grabner. Die meisten Abgaben werden für Bürokratie, Altersversorgung sowie Gesundheit und Soziales aufgewendet. Die Jungunternehmerorganisationen verlangen mehr Transparenz bei den Staatsausgaben. Die Steuern steigern, es ist aber nicht klar, was der Staat mit dem Geld macht. "Es gibt viele Vorschläge des Rechnungshofes, man muss sich alles Bereiche anschauen und optimieren", so das Duo. Es wird betont, dass auch die gewaltige Verwaltung, die Österreich sich leistet, ein wesentlicher Punkt sei. Diese schlägt sich enorm auf Kleinstunternehmer nieder und stellt für diese eine große Belastung dar. Im OECD-Vergleich liegt Österreich nach Belgien mit einem Prozentsatz von 49,5% an zweiter Stelle bei den Lohn- und Lohnnebenkosten. Neue Belastungen sollen daher nicht hinzukommen, die Herausforderung liege darin die Standorte durch Investionen in Forschung und Entwicklung zu sichern und in weiterer Folge Arbeitsplätze zu gewährleisten. Junge Wirtschaft-Vorsitzender Burkhard Neuper meint dazu: "Der Staat kommt mit dem Geld nicht aus, reagiert aber nicht. Ein Unternehmer in diesr Lage würde die Strukturen schnell überdenken."
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